22. Februar 2021 / 14:19 Uhr

Frauenfußball: Darum spielt Wolfsburg gegen die Norwegerinnen in Ungarn

Frauenfußball: Darum spielt Wolfsburg gegen die Norwegerinnen in Ungarn

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nach Ungarn: Die VfL-Fußballerinnen treten zum Rückspiel gegen Lilleström im Gyirmoti-Stadion in Györ an.
Nach Ungarn: Die VfL-Fußballerinnen treten zum Rückspiel gegen Lilleström im Gyirmoti-Stadion in Györ an.
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Für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg stehen Orte und Zeiten der Achtelfinal-Spiele in der Champions League fest. Das Hinspiel gegen Lilleström SK Kvinner findet am 3. März in Wolfsburg statt, das Rückspiel eine Woche später kann nicht in Norwegen steigen - und wurde darum nach Ungarn verlegt.

Die fragwürdige Europacup-Reiserei hat nun auch den VfL Wolfsburg erreicht: Die Fußballerinnen des VfL müssen zu ihrem Champions-League-Auswärtsspiel gegen das norwegische Team Lilleström SK Kvinner in Ungarn antreten. Dass in Norwegen nicht gespielt werden kann, war schon bei der Auslosung klar, in dem skandinavischen Land sind Einreisen von Sportlern und Sportlerinnen wegen der dort geltenden Corona-Regeln verboten. Darum findet die Partie am Mittwoch, 10. März (14 Uhr) im Gyirmoti-Stadion im nordungarischen Györ statt.

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Auch bei den Männern ist Ungarn bereits ein beliebtes Ausweich-Ziel, wenn Corona-Bestimmungen normale Heimspiel-Austragungen verhindern. RB Leipzig trug seine Champions-League-Partie gegen Liverpool bereits in Budapest aus, an gleicher Stelle tritt Borussia Mönchengladbach am Mittwoch gegen Manchester City an. Diese Ansetzungen hatten bereits für viel Kritik gesorgt - weil es angesichts nachvollziehbarer Reisebeschränkungen keinen Sinn mache, gleich zwei Fußballteams quer über den Kontinent reisen zu lassen.

Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, kann diese Kritik nachvollziehen und findest es durchaus "problematisch", dass sich statt einer Mannschaft nun gleich zwei Teams für ein Spiel auf Reisen begeben müssen. Der VfL hatte darum angeboten, beide Spiele in Wolfsburg auszutragen - Lilleström hätte in der Zwischenzeit in Deutschland ein ohnehin im Ausland geplantes Trainingslager absolvieren können. Dann allerdings hätten die Norwegerinnen nach der Rückkehr verschärfte Quarantäne-Regeln (die sich nach der Dauer des Aufenthalts in bestimmten Ländern richten) befolgen müssen.

Auf die Entscheidung, wo gespielt wird, hatte der VfL ohnehin keinen Einfluss, das war Sache des LSK und der UEFA. Zwischenzeitlich war auch Larnaka auf Zypern im Gespräch, was den Reiseaufwand für beide Mannschaften erheblich erhöht hätte. Mit der nun gefundenen Regelung können beide Klubs einigermaßen leben. Lilleström wird nach dem Hinspiel im Wolfsburger AOK-Stadion (Mittwoch, 3. März, um 18.15 Uhr live auf Sport1 und Wölfe TV) direkt nach Ungarn reisen und dort vorm Rückspiel ein Saisonvorbereitungs-Trainungslager (die Punktspiele in Norwegen starten erst im März) absolvieren. Und für den VfL ändert sich der Aufwand für die Reise kaum. Die UEFA-Vorgaben sehen in Corona-Zeiten ohnehin Charterflüge vor, Györ kann auf diesem Weg direkt erreicht werden. "Für uns", so Kellermann, "macht es darum keinen großen Unterschied, ob wir für ein Spiel nach Oslo oder nach Györ reisen müssen".