23. Mai 2021 / 15:21 Uhr

Frauenfußball-Drama: Wolfsburgs Latte vertagt die Titel-Entscheidung!

Frauenfußball-Drama: Wolfsburgs Latte vertagt die Titel-Entscheidung!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ewa Pajor erzielt das zweite VfL-Tor in Frankfurt
Ewa Pajor erzielt das zweite VfL-Tor in Frankfurt
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Die Entscheidung über die deutsche Meisterschaft im Frauenfußball wird in zwei Wochen am letzten Spieltag fallen. Verfolger VfL Wolfsburg gewann am Pfingstsonntag mit 3:2 bei Eintracht Frankfurt, auch Tabellenführer Bayern siegte.

Wer wird deutscher Meister in der Frauen-Bundesliga? Die Entscheidung wird am letzten Spieltag fallen! Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg bewahrten am Sonntag durch ein 3:2 gegen Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag ihre kleine Rest-Chance auf eine mögliche Titelverteidigung. Da aber auch Spitzenreiter FC Bayern in Leverkusen gewann (4:0), trennen beide Mannschaften weiterhin zwei Punkte. Die Tore im Deutsche-Bank-Park erzielten für den VfL Fridolina Rolfö, Ewa Pajor sowie Tanja Pawollek (Eigentor), Lara Prasnikar und Laura Freigang trafen für die Gastgeberinnen. Am Ende wurde es dramatisch - die Wolfsburger Latte verhinderte in der Schlussminute den Eintracht-Ausgleich und damit die vorzeitige Titel-Entscheidung!

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Die Wolfsburgerinnen pressten in Frankfurt hoch und setzten die Gastgeberinnen unter Druck, was sich nach nicht einmal 120 Sekunden auszahlte. Joelle Wedemeyer kam über rechts und testete mit einem strammen Schuss SGE-Torfrau Merle Frohms, die die Kugel nach links Abprallen ließ, wo Rolfö nur noch den Kopf hinhalten musste - 1:0! Die Anfangsphase bestimmte der Tabellenzweite der Frauen-Bundesliga deutlich, die Frankfurterinnen wurden überwiegend in ihre eigene Hälfte gedrängt und mussten verteidigen.

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Trainer Stephan Lerch hatte für eine Überraschung gesorgt: Mit Lena Goeßling (die für Offensivspielerin Rebecka Blomqvist in die Startelf rückte), Lena Oberdorf und Ingrid Engen starteten gleich drei Sechser von Beginn an - Goeßling genoss aber viele taktische Freiheiten. Die 35-Jährige, die den Verein nach der Saison verlassen muss, rückte gegen den Ball oft mit in die Abwehrreihe und gab den Takt an, sicherte ab und verteilte viele Bälle. Oberdorf hingegen ordnete sich vermehrt offensiver ein als sonst.

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Nach 25 Minuten köpfte Oberdorf nach Ecke von Svenja Huth den Ball wuchtig auf das Eintracht-Tor, Frohms parierte stark. Nur wenige Minuten später war die deutsche Nationaltorhüterin jedoch machtlos. Pajor antizipierte einen Fehlpass der Frankfurter Abwehrreihe gut und lief im Duell mit Sophia Kleinherne allein aufs gegnerische Tor zu, setzte sich trotz Ziehen und Drücken der Verteidigerin durch und tanzte anschließend Frohms aus - Schuss, Tor, 2:0! Das Team von Coach Niko Arnautis wurde gegen Ende der ersten Halbzeit hin zwar gefährlicher, konnte aber noch keine entscheidenden Nadelstiche setzen.

Die Gastgeberinnen starteten dann aber bissiger in den zweiten Durchgang - Prasnikar behauptete sich gegen Sara Doorsoun, behielt im Eins-gegen-Eins die Nerven und überwand nach 48 gespielten Minuten VfL-Torhüterin Almuth Schult zum Anschlusstreffer. Frankfurt schöpfte Mut und lief früher an - machte sich aber das Leben selber schwer. Pawollek traf nach einem Goeßling-Freistoß überraschend ins eigene Netz (58.), Torjägerin Freigang verkürzte aber direkt im Gegenzug wieder auf 2:3! Die Partie wurde hektischer und der VfL an einigen Stellen zu fahrlässig. Zufrieden geben wollten sich die Bayern-Jägerinnen damit aber nicht und drängten auf einen weiteren Treffer, doch Frankfurt wehrte sich. In der 90. Spielminute wurde es dann richtig dramatisch, weil wenige Zentimeter die Titel-Entscheidung verhinderten. Ein abgefälschter Schuss von Alexandra Johannsdottir klatschte an die Latte vom Wolfsburger-Tor zurück ins Feld! Der VfL brachte die knappe Führung über die Zeit - und darf weiter hoffen.

Als nächstes folgt für VfL und Eintracht das DFB-Pokal-Finale im Kölner Rhein-Energie-Stadion. Anpfiff am kommenden Sonntag ist um 16 Uhr. Der VfL geht als Favorit in die Partie, was nicht nur am Sieg in der Liga liegt, sondern auch daran, dass der begehrte Pokal seit 2015 immer wieder die Reise Richtung Autostadt antrat. Die Woche darauf folgt dann das dramatische Saison-Finale in der Liga! Damit der VfL die Schale doch noch gewinnt, müssten die Münchnerinnen gegen Eintracht Frankfurt verlieren und der VfL gegen Werder Bremen gewinnen, denn selbst bei einem Unentschieden der Bayern und einem Sieg der Niedersächsinnen, hätten die Bayern den Titel wegen des deutlich besseren Torverhältnisses sicher.

SGE: Frohms - Hechler (90. Panfil), Kleinherne, Pawollek, Küver (69. Santos) – Nüsken, Mauron (69. Martinez) – Störzel (80. Johansdottir), Freigang, Dunst – Prasnika.

VfL: Schult – Wedemeyer, Doorsoun, Janssen, Rauch – Goeßling (65. Wolter) – Huth (89. Dickenmann), Engen, Oberdorf, Rolfö (80. Jakabfi) – Pajor (79. Blomqvist).

Tore: 0:1 (2.) Rolfö, 0:2 (31.) Pajor, 1:2 (48.) Prasnikar, 1:3 (55.) Pawollek (Eigentor), 2:3 (58.) Freigang.

Schiedsrichterin: Wacker (Marbach am Neckar).