17. September 2019 / 10:30 Uhr

Frauenfußball: Sportschau-Premiere macht den VfL Wolfsburg nicht froh

Frauenfußball: Sportschau-Premiere macht den VfL Wolfsburg nicht froh

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Turbine gegen den VfL: Das Spiel findet am Samstag statt, die Sportschau ist dabei – Ralf Kellermann gefällt’s nicht.
Turbine gegen den VfL: Das Spiel findet am Samstag statt, die Sportschau ist dabei – Ralf Kellermann gefällt’s nicht. © Boris Baschin
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Das kommende Spitzenspiel der Frauenfußball-Bundesliga zwischen Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg gibt es live nur im Internet. Ralf Kellermann, Chef der VfL-Fußballerinnen, ist unzufrieden mit der TV-Strategie der Liga.

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Premiere für die VfL-Fußballerinnen: Zum ersten Mal ist ein Bundesliga-Spiel der Wolfsburger Double-Siegerinnen als Zusammenfassung in der Samstag-Sportschau zu sehen. Die Partie bei Turbine Potsdam wurde darum eigens auf den kommenden Samstag (13 Uhr) verlegt. Für große Freude sorgt das beim VfL nicht.

Hintergrund ist eine seit Saisonbeginn laufende Diskussion innerhalb der Frauen-Bundesliga über den idealen Weg der Fernsehvermarktung. Eurosport zeigt seit dieser Saison an jedem Freitagabend ein Spiel – aber längst nicht immer ist die Live-Partie auch das Top-Spiel. Denn die ARD möchte, dass attraktive Begegnungen am Samstag stattfinden, um dann Sportschau-Zusammenfassungen zu präsentieren. In der Frage, welche der beiden Übertragungen wichtiger ist, ist sich die Liga nicht einig.

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Der VfL legt viel Wert auf die Eurosport-Livespiele, die Mehrheit der Liga hält die Sportschau-Zusammenfassungen für wichtiger – weil dann deutlich mehr Leute vor dem Fernseher sitzen. „Aber“, so Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter des VfL, „mir sind 300.000 Eurosport-Zuschauer, die sich wirklich für Frauenfußball interessieren, lieber.“

Was Kellermann zudem ärgert: Als die ARD ihr Interesse an der Frauenfußball-Bundesliga anmeldete, war der Spielplan schon quasi fertig, auch die Freitagspiele standen fest – die VfL-Partie in Potsdam etwa war ursprünglich für kommenden Freitag angesetzt. Weil die Liga aber viel Wert auf die Sportschau-Präsenz legt, stimmte der DFB den Spielplan-Änderungen zu.

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Ein kleiner Trost für den VfL wäre eine Live-Übertragung des Potsdam-Spiels im dritten Programm des RBB gewesen, die gibt es aber nicht. Immerhin: Während es am Montagmittag beim RBB noch hieß, es werde auch keinen Internet-Livestream des Spiels geben, wurden die Pläne am späten Nachmittag geändert: Die Partie des Meisters bei Turbine wird nun live auf rbb24.de als Stream zu sehen sein.

Aus dem Hin und Her des DFB (nicht nur bei der Frage der TV-Übertragungen) hat Kellermann derweil Konsequenzen gezogen – und wurde nicht wie zunächst vorgesehen Mitglied im neuen Frauenfußball-Ligaausschuss des DFB. „Das“, so der Wolfsburger Frauenfußball-Macher „kostet zu viel Energie und es kommt nichts dabei rum.“

In Sachen Fernsehen droht derweil schon der nächste Unmut: Das absolute Top-Spiel der Liga zwischen dem VfL und dem FC Bayern ist vorläufig für Freitag, 22. November, angesetzt. Kellermann befürchtet auch hier eine Verlegung auf den Samstag, würde aber lieber einen Tag vorher spielen – live auf Eurosport. „Bei einem Flutlichtspiel am Freitagabend könnten wir auf 3000 Zuschauer hoffen, bei der unattraktiveren Anstoßzeit am Samstagmittag wären es deutlich weniger.“

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