05. Februar 2017 / 19:16 Uhr

Bundesliga, Frauen: Turbine Potsdam schlägt den englischen Meister

Bundesliga, Frauen: Turbine Potsdam schlägt den englischen Meister

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Turbine-Kapitänin Lia Wälti (l.) im Testspiel gegen Englands Meister Manchester City.
Turbine-Kapitänin Lia Wälti (l.) im Testspiel gegen Englands Meister Manchester City. © Robert Roeske
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Vorbereitungsspiel: In Oranienburg trifft Tabea Kemme doppelt bei Potsdams Sieg gegen Manchester City.

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"Internationales Fußball-Flair in Oranienburg“, rief Stadionsprecher Ralf Leiskau über den Kunstrasenplatz an der André-Pican-Straße. Mit einem 4:1-Testspielsieg gegen Manchester City ist Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam dort auf die Zielgeraden seiner Wintervorbereitung eingebogen. In Oranienburg – und nicht wie zunächst geplant in Turbines Partnerstadt Velten – dominierte die Mannschaft von Trainer Matthias Rudolph vor 568 Zuschauern vor allem nach der Pause das Geschehen. „Wir sind jetzt in die heiße Phase übergegangen“, bemerkte Doppel-Torschützin Tabea Kemme.

Turbines Olympiassiegerin, die erst einen Tag zuvor wieder ins Teamtraining eingestiegen war, nahm jedoch zunächst auf der Bank Platz. Sie sah, wie der englische Meister als erstes die Initiative ergriff. Gleich doppelt rettete das Aluminium. Tori Duggans straffen Schuss lenkte die Potsdamer Schlussfrau Lisa Schmitz nach elf Minuten an den Pfosten, dort landete auch der Nachschuss. „Da hatten wir Glück. Die erste Halbzeit war ziemlich ausgeglichen“, sagte Turbines Spielführerin Lia Wälti nach dem Abpfiff. Die Potsdamerinnen verbuchten durch einen Distanzschuss von Sarah Zadrazil ihre erste Torannäherung (20.). Sie gingen in Führung, als Felicitas Rauch plötzlich viel Platz im City-Strafraum hatte und flach einschob (28.). „Wir hatten 25 Minuten lang Probleme mit dem Gegner. Als wir taktisch etwas umgestellt haben, lief es besser“, erklärte Matthias Rudolph den schleppenden Start.

Turbine nach dem Seitenwechsel zunehmend stärker

Dann spielte fast nur noch der Bundesliga-Herbstmeister. Felicitas Rauch verpasste weitere gute Einschusschancen (29., 34.). Seine Mannschaft sei vor allem nach dem Seitenwechsel zunehmend stärker geworden, erklärte der Turbine-Coach. Das lag auch daran, dass die Gäste von der Insel abbauten. Manchester City befindet sich in der Saisonvorbereitung, flog nach einer Stärkung im Veltener Sportcasino ins Trainingslager nach Dubai weiter. In England spielen die Fußballerinnen nach dem Kalenderjahr. In der Champions League müssen sie aber schon früher wieder ran. „Wir sind erst zweieinhalb Wochen im Training. Dafür war es ein ganz gutes Spiel“, fand City-Trainer Nick Cushing. „Die Potsdamerinnen haben gezeigt, dass sie eine sehr gute Mannschaft sind.“

Nach einem punktgenauen Zuspiel von Elise Kellond-Knight hatte Eseosa Aigbogun wenig Mühe, flach zum 2:0 einzuschieben (63.). Dann kam auch Tabea Kemme zu ihrem Einsatz in Oranienburg, wo sie noch bis zum Oktober an der Fachhochschule der Polizei lernt. Mit einem Flachschuss fügte sie sich ein, ehe sie die anschließende Ecke in der 72. Minute zum 3:0 verwertete. Und in der 85. Spielminute stand Kemme bei einer Hereingabe der ebenfalls eingewechselten Jennifer Cramer goldrichtig, köpfte zum 4:0 ein. „Am Ende waren schöne Kombinationen und schöne Tore dabei“, befand Matthias Rudolph. Als Torhüterin Lisa Schmitz gegen Georgia Stanway zu spät kam, konnte Tori Duggan per Foulelfmeter noch den Ehrentreffer für die Citizens erzielen. „Das Resultat spiegelt am Ende nicht ganz den Spielverlauf wider“, bemerkte Lia Wälti.

Für Ralf Leiskau war es ein besonderer Nachmittag. Einen englischen Frauenfußball-Meister hat auch der erfahrene Stadion- und Hallensprecher noch nicht anmoderiert. Die Spielernamen gingen ihm aber fehlerfrei über die Lippen. „Aber schön wäre gewesen, wenn sie gleich noch Pep Guardiola mitgebracht hätten.“

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