09. Januar 2020 / 15:03 Uhr

Frauenpower: SV Lissa mit passabler Hinrunde trotz Personalnot

Frauenpower: SV Lissa mit passabler Hinrunde trotz Personalnot

Tino Glöckner
Leipziger Volkszeitung
Annalena Röhling (rechts) und die Lissaerinnen haben eine durchaus passable Hinrunde gespielt.
Annalena Röhling (rechts) und die Lissaerinnen haben eine durchaus passable Hinrunde gespielt. © Alexander Prautzsch
Anzeige

Die Frauen des SV Lissa überwintern als Tabellensiebte in der Landesklasse Nord. Am Sonnabend nehmen die Fußballerinnen an einem Hallenturnier in Bad Schmiedeberg teil.

Anzeige

Lissa. Trotz akuter Personalsorgen schauen die Frauen des SV Lissa positiv auf die Hinrunde der Fußball-Landesklasse. Dabei hat das Team es immer geschafft, elf Spielerinnen auf den Rasen zu bekommen. Besonders stolz ist der Trainerstab daher nicht nur auf die verlässlichen Stammkräfte, sondern auch die älteren im Team, die ihre Schuhe regelmäßig vom berühmten Nagel nehmen, wie Doreen Kühr, Doreen Glöckner und Anett Pantel. Auch die Neuzugänge haben ihren Dienst geleistet, bei regelmäßigem Training und weiterhin gutem Lerneifer sehen die Trainer die Jüngeren früher oder später als Stammpersonal. So wie sich jetzt die ehemals Jüngsten im Team verbessert haben und eine starke Entwicklung gehen, ist es mit Ehrgeiz und Fleiß jeder Spielerin zuzutrauen. Als Beispiele könnte man dabei Emely Doberitz, Giselle Bonakat oder auch Jasmin Mörz im Tor nennen.

Anzeige

Lissa legte einen unerwartet starken Saisonstart hin und schlug Borna zu Hause mit 2:1. Borna zählte als Vizemeister wieder zu den Favoriten und steht zur Winterpause aktuell auf Rang zwei. Mit viel Selbstvertrauen legte Lissa gegen LVB Leipzig II mit 4:2 nach und stand mit sechs Punkten ungewöhnlich weit oben in der Tabelle. Beim 0:3 in Meuselwitz knallte der SVL auf dem harten Boden der Realität auf, der damalige Spitzenreiter zeigte dabei klar die Grenzen auf. Trotz Überlegenheit reichte es anschließend zu Hause gegen Roter Stern Leipzig nur zu einem torlosen Remis und nach dem 0:4 bei der SpVgg Leipzig war der Höhenflug endgültig vorbei. Zu sehr schmerzten die Ausfälle, die Ersatzbank zeigte ein deutliches Leistungsgefälle auf, was vor allem im taktischen Bereich auffällig war.

In der Hinrunde ohne Auswärtspunkt

Das Heimspiel gegen Klinga-Ammelshain gewann Lissa dann souverän mit 3:1, aber nach Rückstand. So richtig gut mitgehalten hatte die Mannschaft in Döbeln, stand nach Großchancen und einem Elfer für Döbeln als Türöffner aber beim 0:2 wieder mit leeren Händen da. Stolz über die Leistung, frustriert über das Ergebnis machte Lissa gegen Doberschütz-Mockrehna im Derby keine Gefangenen. Beim heftigen 14:1 ließen die Gastgeberinnen dem Schlusslicht nicht den Hauch einer Chance und taten dabei noch etwas für das Torverhältnis.

In einem ausgeglichenen Spiel und trotz abermals guter Chancen unterlag Lissa beim LFC Leipzig knapp mit 1:2 und bleibt in der Hinrunde ohne Auswärtspunkt. Zu Hause bis zu diesem Zeitpunkt noch ohne Niederlage verdarb sich das Team am letzten Hinrunden-Spieltag mit dem deutlichen 1:4 die positive Heimstatistik mit der wohl insgesamt schlechtesten ersten Halbzeit der Hinrunde.

Weitere Meldungen zu den SV-Lissa-Frauen

Positiv herauszuheben ist die Moral innerhalb der Mannschaft. Gegen Borna und Klinga nach Rückstand die Spiele gedreht, beim LFC hätte das mit etwas Glück auch klappen können. In Döbeln und selbst in Meuselwitz sehr gut mitgehalten und vor allem in Döbeln mutig Chancen gesucht. Leider fällt der Mannschaft auch durch mangelnde Disziplin das ein oder andere Gegentor auf die Füße. So müssen einige Spielerinnen noch lernen, dass Effektivität auch über den Kampf kommen kann und nicht immer schön sein muss, dass im Team Leistungsschwankungen existieren und somit auch technische Mängel zu akzeptieren sind.


Lissa startet bei Landesmeisterschaft in Zwickau

Stolz sein kann Lissa dennoch auf die relativ wenig kassierten Gegentore. Der SVL hat nur 20 Gegentore kassiert, weniger haben lediglich Spitzenreiter Meuselwitz (8), LFC (17) und SpVgg (18). Deutlich verbessern muss sich aber die Torausbeute in der Offensive. Mit 25 erzielten Treffern hat man zwar ein positives Torverhältnis, zieht man die 14 Treffer gegen Doberschütz-Mockrehna jedoch ab, dann steht man mit lediglich neun Toren ganz weit hinten, nur Doberschütz selbst hat mit acht Treffern weniger erzielt. Die besten Torschützen sind Isabell Häring (8), Saskia Hirsch (6) und Ramona Lenhardt (5). Die Rückrunde beginnt am 8. März in Borna.

Lissa hofft dabei noch auf den ein oder anderen Neuzugang, vor allem für die Defensive, setzt aber auch auf Trainingsfleiß des vorhandenen Kaders. Bis dahin stehen noch Termine in der Halle an, wo mit Laufarbeit und Technik viel für die Rückrunde getan werden kann. Am Sonnabend nehmen die Frauen in Bad Schmiedeberg teil, am 19. Januar in Borna, bevor Lissa am 26. Januar in Zwickau bei der Landesmeisterschaft startet. Im Februar geht neben den Ferien und den Aktivitäten im Wintersport die Freiluft-Vorbereitung los, die hoffentlich verletzungsfrei bleibt.