19. Mai 2021 / 17:27 Uhr

Frauenverbot im Männerfußball aufheben? Die Meinungen gehen auseinander

Frauenverbot im Männerfußball aufheben? Die Meinungen gehen auseinander

Bastian Aschemann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In einer Sportbuzzer-Umfrage wünschen sich 43% eine Änderung der bestehenden Regeln. 57% sind dagegen.
In einer Sportbuzzer-Umfrage wünschen sich 43% eine Änderung der bestehenden Regeln. 57% sind dagegen. © IMAGO / Bildbyran
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Bisher gilt im Amateurfußball spätestens ab den A-Junioren, dass Frauen nicht in Herren-Teams eingesetzt werden dürfen. Die Niederlande schaffen dieses Verbot ab. Ein Modell auch für Deutschland? In einer Sportbuzzer-Umfrage spricht sich eine knappe Mehrheit dagegen aus. Wir dokumentieren die unterschiedlichen Meinungen.

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Dieser Artikel ist Teil des Amateurfußball-Bündnisses #GABFAF. Weitere Informationen auf gabfaf.de.

Der für Antidiskriminierung zuständige DFB-Vizepräsident Günther Distelrath fordert die Gremien des DFB zum Handeln auf: "Die strikte Trennung zwischen Frauen und Männern ist mit Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit auch im Amateurfußball nicht mehr zeitgemäß." Distelrath fordert eine schnelle Einführung des holländischen Modells auch in Deutschland. "Wir wollen mehr Frauen in verantwortungsvolle Positionen des Fußballs holen. Dann aber dürfen wir sie auf dem Platz nicht weiter ausschließen."

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Im #GABFAF-Newsletter hatte unser Redakteur Robin Jantos begründet, warum er das Frauenverbot für überholt hält - aus ganz praktischen Gründen. Die Reaktionen darauf fielen ganz unterschiedlich aus. In einer Sportbuzzer-Umfrage mit mehr als 500 Teilnehmer spricht sich die knappe Mehrheit (57 Prozent) gegen eine Regeländerung aus. Häufigstes Argument sind die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen. 43 Prozent sind für eine Adaption des holländischen Modells.

Hier dokumentieren wir eine Auswahl der Begründungen, die uns in der Umfrage, in den sozialen Medien und über persönliche Nachrichten erreicht haben.



Argumente FÜR die Zulassung von Frauen im Herrenfußball

"Fußball kann und soll verbinden. Es hilft gewiss Vorurteile abzubauen und erhöht den Spaßfaktor."

"Frauen sollten bei Männern mitspielen dürfen. Es ist vorteilhaft für die Schnelligkeit, Robustheit und Spielanlage. Ob eine Frau im Team ist oder nicht, sollte völlig egal sein. Wer Leistung bringt, spielt."

"Ich denke auf höherem Niveau wird sich das Thema sowieso erledigen, weil Frauen physisch und körperlich mit dem Gegner gar nicht mithalten können. Aber wenn das irgendwo in die unteren Ligen doch der Fall sein sollte: Ja, warum denn nicht? In den Jugenden dürfen Mädchen doch auch mit den Jungs spielen."

"Die einzige Frage ist doch: Warum nicht? Gerade in unteren Ligen absolut sinnvoll und wenn das Leistungsprinzip zu Grunde gelegt wird - bei allen Vorurteilen, die man so kennt - absolut zeitgemäß."

"Gerade dieses Verbot hat dazu geführt, dass ich mit Fußball aufhören musste. Es gab bei uns im Ort keine Mädchenmannschaften und so musste ich eines Tages einfach aus der gemischten Mannschaft gehen und mir einen anderen Sport suchen. Echt traurig."

Argumente GEGEN die Zulassung von Frauen im Herrenfußball

"Die athletischen Voraussetzungen, vor allem in den Zweikämpfen, sind einfach zu unterschiedlich, abgesehen von Hemmungen der Männer, die Zweikämpfe mit Frauen wirklich konsequent führen zu wollen. Die Verletzungsgefahr ist dadurch für beide groß."

"Gemischte Teams machen keinen Sinn, da die Frauen den meisten Männern im athletischen Bereich unterlegen sind. Ganz besonders wird das in den unteren Klassen zum Tragen kommen, wo ein nicht so technisch gepflegter Ball gespielt wird. Verletzungen sind so vorprogrammiert."

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"Ich denke, es ist für Männer und Frauen einfacher, wenn es bei reinen Teams bleibt. Ich habe früher selbst in Testspielen gegen Mädchen gespielt und es gab dabei keine faire Bewertung von Zweikämpfen und anderen spielentscheidenden Situationen."

"Das einzige Problem ist, dass nicht einmal die Profispielerinnen in der Herren-Bezirksliga mithalten könnten. Da gibt es einfach viel zu große körperliche Unterschiede. Ich denke, dass das mehr Probleme schafft als lösen würde."