07. März 2021 / 13:15 Uhr

Ex-Hertha-Boss Hoeneß: Bobic-Abschied aus Frankfurt "kritisch" – Lehmann: Für Berlin "sehr qualifiziert"

Ex-Hertha-Boss Hoeneß: Bobic-Abschied aus Frankfurt "kritisch" – Lehmann: Für Berlin "sehr qualifiziert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fredi Bobic könnte Frankfurt mit Ziel Berlin verlassen. Ex-Hertha-Boss Dieter Hoeneß (l.) und Jens Lehmann, aktuell im Aufsichtsrat der Berliner. äußerten sich über den möglichen Wechsel des Sportvorstands.
Fredi Bobic könnte Frankfurt mit Ziel Berlin verlassen. Ex-Hertha-Boss Dieter Hoeneß (l.) und Jens Lehmann, aktuell im Aufsichtsrat der Berliner. äußerten sich über den möglichen Wechsel des Sportvorstands. © IMAGO/Martin Hoffmann/Imagebroker/MIS
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Dieter Hoeneß hat sich im "Doppelpass" bei "Sport1" skeptisch über die Absicht von Fredi Bobic geäußert, Eintracht Frankfurt als Sportvorstand zu verlassen. "Für die Identifikation mit einem Klub sehe ich das sehr kritisch", sagte der frühere Manager von Hertha BSC. Jens Lehmann, aktuell im Aufsichtsrat der Berliner, kann sich ein Bobic-Engagement in Berlin indes gut vorstellen.

Es war eine der spektakulärsten Nachrichten in dieser Bundesliga-Woche: Fredi Bobic hat seine Absicht öffentlich gemacht, Eintracht Frankfurt im Sommer als Sportvorstand den Rücken kehren zu wollen. Dieter Hoeneß, der den früheren Angreifer 2003 als Manager von Hertha BSC nach Berlin gelotst hatte, hat sich im "Doppelpass" bei Sport1 am Sonntag kritisch zu der Ankündigung von Bobic geäußert. "Für die Identifikation mit einem Klub sehe ich das sehr kritisch. Von der Vereinsführung muss der Gedanke ausgehen, dass ich eine Ära prägen möchte", sagte Hoeneß. Bobic ist seit 2016 für die Hessen tätig, in seine Amtszeit fällt unter anderem der DFB-Pokalsieg 2018.

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Bobic hatte argumentiert, er habe die Gremien der Eintracht bereits im vergangenen Jahr darauf vorbereitet, dass er trotz laufenden Vertrags in diesem Jahr gehen wolle. Auch dieses Vorgehen missfällt Hoeneß. "Bedenklich finde ich, dass er nicht den Eindruck erweckt, das seinem Vertrag entlassen werden zu wollen, sondern dass er sagt, ich gehe", meinte der 68-Jährige. Spekuliert wird, dass Bobic im Sommer einen Wechsel nach Berlin anstrebt, wo die Verantwortlichen um Investor Lars Windhorst auf der Suche nach einem Nachfolger für den Anfang des Jahres entlassenen Manager (und früheren Hoeneß-Zögling) Michael Preetz suchen. Überdies lebt die Familie von Bobic in Berlin. "Das ist natürlich ein Argument", gab Hoeneß zu - und meinte mit Blick auf einen möglichen Wechsel von Bobic zur Hertha: "Mag sein, dass es noch andere Angebote gibt, aber das liegt schon am nächsten."

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Die Debatte um den Abschied des ehemaligen Torjägers aus Frankfurt und der damit verbundene Aufruhr in dieser Woche bewertet Hoeneß noch aus einem anderen Grund kritisch. "Alle, die sich mit dem Fußball beschäftigen und ihn lieben, machen sich Gedanken, wie wird das nach Corona sein? Wird die Identifikation dieselbe sein wie vor der Pandemie?", führte der Ex-Manager aus - und ergänzte mit Blick auf das Bobic-Wirrwarr: "Da passen solche Dinge nicht gut rein. Wenn es die Absprache gab, dann muss sich Eintracht Frankfurt daran halten. Wenn es sie nicht gab, ist Vertrag eben Vertrag."

Lehmann: "Wenn er geht, wollen die eine Menge Geld sehen"

Das sieht auch Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann so, der seit dem vergangenem Jahr im Aufsichtsrat der Berliner sitzt. "Es kommen Dinge mit, wo man nicht sagen kann, dass das eine leichte Sache wird", sagte er bei Sky90 mit Blick auf ein mögliches Bobic-Engagement im Olympiastadion. "Eintracht Frankfurt hat noch einen gültigen Zweijahresvertrag. Wenn er sagt, er geht, wollen die dafür eine Menge Geld sehen."

Bisher habe es jedoch noch keine Kontaktaufnahme gegeben, ließ Lehmann durchblicken. Bevor es zu einer Verpflichtung eines Trainers oder eines Sportchefs komme, müsse man viele wichtigen Fragen stellen - etwa zu Spielphilosophie oder der Transferpolitik. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch keine Frage gestellt worden", stellte der 51-Jährige klar - räumte allerdings ein: "Allein dadurch, dass Fredi in Frankfurt so eine gute Arbeit gemacht hat, ist es sehr qualifiziert, das ist klar."