10. August 2022 / 16:55 Uhr

"Teilweise Zwangs-Pay-TV": ARD und ZDF wegen Bobic-Aussagen über Frauenfußball im Fernsehen irritiert

"Teilweise Zwangs-Pay-TV": ARD und ZDF wegen Bobic-Aussagen über Frauenfußball im Fernsehen irritiert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Fredi Bobic hat mit seinen Aussagen über den Frauenfußball bei ARD und ZDF für Irritationen gesorgt.
Fredi Bobic hat mit seinen Aussagen über den Frauenfußball bei ARD und ZDF für Irritationen gesorgt. © IMAGO/Matthias Koch (Montage)
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Fredi Bobic rät ARD und ZDF, mehr in den Frauenfußball zu investieren und sieht die Sender wegen den Rundfunkgebühren als "teilweise Zwangs-Pay-TV". Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender reagieren irritiert.

Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic hat ARD und ZDF zu stärkeren Investitionen in den Frauenfußball geraten. Zur Verwendung der Rundfunkbeiträge sagte der ehemalige Nationalspieler der Sport Bild: "Es wäre beispielsweise ein Ansatz, Bundesliga-Spiele der Frauen bei ARD und ZDF zu zeigen, um Frauenfußball erlebbar und einer breiten Masse zugänglich zu machen und so nach vorne zu bringen."

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Auf diese Weise würden die Quoten für den Frauenfußball steigen und mehr Werbepartner angelockt werden. "Wäre die Frauen-EM bei DAZN statt bei ARD und ZDF gelaufen, wäre es schwer geworden, diese Euphorie in der Bevölkerung zu entfachen", sagte der 50-Jährige.

Hertha-Boss Bobic: ARD und ZDF sind "teilweise Zwangs-Pay-TV"

Zudem sprach sich Bobic für mehr Live-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen aus, bezeichnete die mit dem Rundfunkbeitrag finanzierten Öffentlich-Rechtlichen dabei aber als "teilweise Zwangs-Pay-TV". Er "habe ein Problem damit, wenn von Free-TV die Rede" sei, sagte Bobic über ARD und ZDF, die auch Partner der Männer-Bundesliga sind. Die ARD zahlt der Deutschen Fußball Liga geschätzt 110 Millionen Euro jährlich für ihre Medienrechte, das ZDF investiert zwischen 25 und 30 Millionen.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky verwies darauf, dass in der "Sportschau" regelmäßig über die Frauen-Bundesliga und den Pokal berichtet werde und der Sender zuletzt rund 15 Spiele live gezeigt habe. Ähnliches sei für die neue Saison geplant. Er lud Bobic ein, am 24. September die Frauen-Partie TSG Hoffenheim gegen VfL Wolfsburg live im Ersten zu verfolgen. "Da die Fußball-Bundesliga an dem Wochenende nicht spielt, müsste er dafür eigentlich Zeit haben", sagte Balkausky.

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ZDF will sich wegen Bobic-Aussagen über "Zwangsgebühren" nicht äußern

Ein ZDF-Sprecher sagte zu den Äußerungen des Hertha-Funktionärs: "Wenn Fredi Bobic in Zusammenhang mit dem Rundfunkbeitrag von 'Zwangsgebühren' spricht, so müssen wir das nicht kommentieren."

Es freue den Sender aber, dass Bobic "ausdrücklich die Leistungen von ARD und ZDF bei den Übertragungen der Frauen-EM in England würdigt, die die derzeitige Euphorie für den Frauen-Fußball erst richtig befeuert hat. Zu dem Thema Frauen-Bundesliga lässt sich nur sagen, dass wir uns zu laufenden Verhandlungen nicht äußern." Derzeit läuft die Ausschreibung des Deutschen Fußball-Bunds für die Medienrechte der Frauen-Bundesliga.

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