14. November 2019 / 06:00 Uhr

Exklusiv: Frankfurt-Boss Fredi Bobic über den Videobeweis, die EM 2020 und die WM in Katar

Exklusiv: Frankfurt-Boss Fredi Bobic über den Videobeweis, die EM 2020 und die WM in Katar

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fredi Bobic ist seit Juni 2016 Sport-Vorstand bei Eintracht Frankfurt.
Fredi Bobic ist seit Juni 2016 Sport-Vorstand bei Eintracht Frankfurt. © Verwendung weltweit
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Fredi Bobic ist maßgeblich für den sportlichen Erfolg von Eintracht Frankfurt verantwortlich und hat sich vor allem durch geschickte Transfers einen Namen gemacht. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER übt der Frankfurt-Sportvorstand harte Kritik am Videobeweis, der EM im kommenden Jahr und der Weltmeisterschaft 2022 in Katar.

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Seit 2016 arbeitet Fredi Bobic als Sportvorstand bei Bundesligist Eintracht Frankfurt. Der einstige Nationalstürmer lotste unter anderem Topspieler wie Luca Jovic, Ante Rebic und Sébastien Haller an den Main und schaffte es, mit Adi Hütter auch Erfolgstrainer Niko Kovac zu ersetzen, als dieser nach München ging. In die Bobic-Ära fallen der Pokalsieg gegen den FC Bayern 2018 und der Halbfinaleinzug in der Europa League ein Jahr darauf. Viele Entwicklungen im Fußball beurteilt er indes sehr kritisch. Bobic über ...

... den Videobeweis:

"Anfangs großer Befürworter, inzwischen immer skeptischer. Wir haben nicht weniger, sondern mehr Diskussionen als vorher. Die Schiedsrichter können am wenigsten dafür, weil sie selbst nicht mehr wissen, was die aktuelle Regel oder Auslegung ist. Ständig wird irgendwas verändert, beispielsweise die Handspielregel, die keiner mehr kapiert. Zudem wurden uns durch den Videobeweis viele Emotionen genommen, was ebenfalls bedauerlich ist. Ich glaube und hoffe aber, dass sich das dauerhaft einspielen und die Technik noch besser wird. Zum Beispiel, dass die Schiedsrichter mal via Headset allen mitteilen können, um was es überhaupt geht – wie beim Rugby oder Football. Grundsätzlich sage ich den Schiris immer: Ihr erzieht die Spieler. Wenn ich drei harte Kopfballduelle weiterlaufen lasse, bleibt der Spieler beim vierten Mal danach nicht mehr liegen – glauben Sie mir."

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... die EM 2020 in zwölf Ländern:

"Das ist für mich keine Europameisterschaft mehr. So ein Turnier muss in einem oder maximal zwei Ländern stattfinden, sonst kann dieses Miteinander, diese Stimmung gar nicht aufkommen."

... die WM 2022 in Katar:

"Dass sich die Fifa da ein Ei ins Nest gelegt hat, steht außer Frage – vor allem vom Rahmenterminkalender her, über den man sich im Vorfeld offenbar keinerlei Gedanken gemacht hat. Da müssen wir uns bald zusammensetzen. Spielen wir im Sommer durch? Wann geht die neue Saison los, wann die Vorbereitung? Da sind viele Fragen offen. Wie die WM nach Katar kam, dazu möchte ich mich erst gar nicht äußern."

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... die Klub-WM:

"Die meisten Vereine müssen sich um dieses Thema nicht kümmern, weil sie dort ohnehin nie spielen werden. Aber die Elite pumpt sich noch mehr voll. Trotzdem wird der nationale Fußball immer wichtiger bleiben. Frankfurt gegen Mainz wird immer mehr interessieren als zum achten Mal Bayern gegen Real. Das haben mir Vertreter aus England oder Spanien bestätigt. Unsere Liga ist und bleibt das Kerngeschäft. Wir wollen alle mehr Geld reinholen, aber deshalb darf man nicht alles mitmachen und muss auch mal Stopp sagen: Zum Beispiel, wenn wir Pflichtspiele im Ausland austragen sollen. Wir sind alle gesund in der Bundesliga, haben einen tollen Wettbewerb. Steffen Baumgart hat gesagt, dass es dem Fan in Dresden oder Rostock egal ist, ob Bayern die Champions League gewinnt – da hat er vollkommen recht."

... Fritz Keller als DFB-Präsident:

"Eine super Entscheidung. Ich kenne ihn sehr gut. Er ist ein Arbeiter, kein Verkäufer. Er ist akzeptiert von der Liga und den Verbänden – was nicht einfach ist. Er hat viele Themen, die er beackern muss, aber das wird er erst mal intern tun, statt als großer Philosoph in die Öffentlichkeit zu gehen und jede Woche ein Interview zu geben. Ich glaube, dass er dem DFB in den nächsten Jahren noch sehr, sehr guttun wird."

... die Nations League:

"Eine weitere Geschichte, die wirklich niemand braucht. Eine sportpolitische Entscheidung, um die kleinen Länder abzuholen – okay. Aber dieser Wettbewerb interessiert mich auch nicht. Ich kann ihnen nicht mal sagen, wer gewonnen hat. Am Ende bleiben es Freundschaftsspiele auf hohem Niveau, aber die gab es früher auch schon. Und ich glaube auch nicht, dass auch nur ein einziger Zuschauer mehr ins Stadion kommt, weil es jetzt um die Nations League geht. Und die größte Scheinheiligkeit ist doch, dass sich alle über diesen Wettbewerb aufgeregt haben – bis Deutschland abgestiegen ist. Dann war es plötzlich superwichtig. Sorry, aber das ist doch ein Witz."

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