23. Februar 2020 / 22:44 Uhr

Fredi Bobic kontert Rummenigge: Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac "holte Double nicht ohne Matchplan"

Fredi Bobic kontert Rummenigge: Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac "holte Double nicht ohne Matchplan"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Waren Weggefährten bei Eintracht Frankfurt: Trainer Niko Kovac (links) und Sportvorstand Fredi Bobic.
Waren Weggefährten bei Eintracht Frankfurt: Trainer Niko Kovac (links) und Sportvorstand Fredi Bobic. © imago images/Jan Huebner
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Unter Hansi Flick ist der FC Bayern aktuell wieder der Titelkandidat Nummer eins. Seit der Trennung von Niko Kovac haben sich die Münchner positiv entwickelt. Eintracht-Frankfurt-Boss Fredi Bobic sieht die Euphorie um den FCB nach dem Kovac-Aus kritisch - und nimmt seinen Ex-Weggefährten in Schutz.

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Fredi Bobic hat sich kritisch zur medialen Darstellung über die Entwicklung beim FC Bayern seit der Entlassung von Niko Kovac geäußert. "Niko Kovac hat das Double auch nicht ohne Matchplan gewonnen", sagte der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt am Sonntag bei der TV-Sendung Sky90. Damit nahm er Bezug auf die Aussagen von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der im Kicker über den neuen Coach Hansi Flick sagte: "Er hat einen klaren Matchplan. Die Mannschaft ist taktisch so ausgerichtet wie bei Louis van Gaal, Jupp Heynckes oder Pep Guardiola.

Bobic: "Kann damit nichts anfangen"

Bobic meinte: "Ich bin nicht der Anwalt von Niko Kovac. Aber es ist schon spannend, wie das dargestellt wird. Für Reizpunkte der Medien habe ich Verständnis, finde es aber auch interessant." Schon direkt nach dem Kovac-Aus in München hatte Bobic seinen ehemaligen Weggefährten verteidigt. Der Frankfurt-Boss widersprach nun vehement der Aussage, dass unter dem Kroaten "kein guter Fußball" gespielt worden sei. "Einst ist klar: Ich kann damit nichts anfangen. Nur weil man mal eine schwere Phase gehabt hat, war nicht alles schlecht", betonte der 48-Jährige. "Es geht nur ums Gewinnen oder Verlieren beim FC Bayern."

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Unter Flick ist die Münchner Bilanz unbestritten positiv. In 17 Pflicht-Spielen unter dem 54 Jahre alten Heidelberger stehen 14 Siege zu Buche - und nur zwei Niederlagen. Die gab es Ende November und Anfang Dezember allerdings in Folge: jeweils 1:2 gegen Leverkusen und in Gladbach. Mit einem Schnitt von 2,53 Punkten pro Spiel ist die Bilanz positiver als die von Kovac bei dessen Amtsantritt im Sommer 2018. Der Kroate holte in seinen ersten 17 Spielen nur 2,29 Punkte im Schnitt - vor allem, weil er in seinem ersten Münchner Herbst vier Spiele (drei in der Liga, eins in der Champions League) ohne Sieg erlebte. Nach der Krise im zweiten Herbst war dann Schluss für Kovac in München, sein Assistent Flick übernahm - und führte das Team wieder an die Tabellenspitze.

Flick vor Chelsea-Duell unter Druck

Vor dem Champions-League-Hit im Achtelfinale beim FC Chelsea am Dienstag (21 Uhr, Sky) ist der Druck auf den Übungsleiter an der Säbener Straße allerdings erhöht. Nur ein Erfolg in der Wiederauflage des "Finale dahoam" 2012, das der FCB im Elfmeterschießen gegen die Londoner verlor, und der damit verbundene Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse wird Flick das uneingeschränkte Vertrauen im Klub bescheren.

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Niko Kovac war seit Sommer 2018 Trainer des FC Bayern München. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick zurück auf die Karriere des Kroaten, der in Berlin geboren wurde und in seiner aktiven Laufbahn schon für die Münchner spielte. ©

Die Bayern-Bosse haben sich bislang dennoch nicht über eine Zukunft ihres aktuellen Trainers über den Sommer hinaus geäußert. Es gab im Umfeld schon kritische Stimmen, zum Beispiel von den ehemaligen FCB-Trainern Jupp Heynckes und Ottmar Hitzfeld, die eine Entscheidung im Frühjahr befürworten. Vereinspräsident Herbert Hainer bestätigte jüngst allerdings, dass in den Planung weiterhin vorgesehen ist, Gespräche mit Flick erst nach dem Frühjahr zu führen. "Wir werden jetzt die Saison abwarten, uns dann mit Hansi Flick zusammensetzen und dann werden wir auch eine Entscheidung treffen", erklärte der Nachfolger von Uli Hoeneß vor einigen Wochen bei Sport1.