04. Mai 2021 / 21:25 Uhr

Behauptung "frei erfunden": DFB-Vize Koch kontert Vorwürfe von DFL-Chef Seifert

Behauptung "frei erfunden": DFB-Vize Koch kontert Vorwürfe von DFL-Chef Seifert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Rainer Koch hat die Anschuldigungen von DFL-Chef Christian Seifert gekontert.
Rainer Koch hat die Anschuldigungen von DFL-Chef Christian Seifert gekontert. © IMAGO/Revierfoto/Eibner (Montage)
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Auf der Führungsebene des DFB kehrt keine Ruhe ein. Verbands-Vizepräsident Rainer Koch hat am Dienstag auf das Schreiben von DFL-Boss Christian Seifert reagiert und diesem vehement widersprochen. In seinem Antwort-Schreiben wies er die von Seifert aufgestellten Behauptungen von sich.

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Die Führungskrise im deutschen Fußball spitzt sich mehr und mehr zu. Inmitten aller Spekulationen über einen möglichen Rücktritt des schwer beschädigten DFB-Präsidenten Fritz Keller widersprach DFB-Vize Rainer Koch am Dienstag in einem Schreiben DFL-Chef Christian Seifert und erhob seinerseits schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga.

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"Ich stehe für die Einheit von Profi- und Amateurfußball, ich respektiere Ihren Einsatz für die Rechte und Interessen des Profifußballs. Sie sollten umgekehrt das Gleiche tun statt Agitation gegen mich mit wahrheitswidrigen Unterstellungen zu machen", schrieb Koch in dem Brief, der auch an die Regional- und Landesverbände ging und der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die DFL wiederum hatte zuvor in einem Brief, der dem ZDF und dem Kicker vorliegt, um eine Erklärung von Koch gebeten, ob er sich bei der Krisensitzung am vergangenen Wochenende in Potsdam bezüglich möglicher Pläne der DFL und Zukunftsplänen von Seifert geäußert habe. Man löse die Probleme des Deutschen Fußball-Bundes "nicht durch den Aufbau imaginärer Feindbilder und abenteuerlicher Verschwörungstheorien", ließ Seifert den Vizepräsidenten wissen.

Koch antwortete in dem achtseitigen Brief unter anderem mit den Worten: "Ihre entsprechende Behauptung, mittlerweile bundesweit in allen Kanälen medial bestens gestreut, ist frei erfunden."

Doch damit nicht genug. Jurist Koch, der sich mit dem Profilager und Präsident Keller akut im Clinch befindet, legte nach: "Ich bitte Sie, diese Behauptung nicht weiter zu erheben und wäre dankbar für eine baldige Richtigstellung." Koch, der auch Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes ist, kämpfe "für die Anliegen des Amateurfußballs", der es sich wünschen würde, vom Profilager so unterstützt zu werden, wie dieser den Profifußball "seit nunmehr über 12 Monaten durchgängig unterstützt".

Dauerwirbel beim DFB

Die DFB-Konferenz von Potsdam am Wochenende wirkte wie ein Beben. Die Chefs der Landes- und Regionalverbande entzogen nicht nur Keller und Curtius das Vertrauen, sondern schwächten auch Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge, die zwar das grundsätzliche Vertrauen, aber auch zahlreiche Gegenstimmen erhielten. Das von den Bundesliga-Vertretern angeführte Profilager führt derweil dauerhaft Streitigkeiten mit Koch und vor allem Curtius.

Koch warf der DFL und Seifert nun gar vor, die 2019 beim Bundestag aufgenommenen Strukturveränderungen beim DFB nicht tatsächlich zu unterstützen. Die derzeitige Debatte bestätigten Kochs Eindrücke, dass der Ligaverband die Änderungen "nur vordergründig mitgetragen" habe und "nie umsetzen" wollte, sondern weiterhin Veränderungen wolle, die am Ende nachteilig für den Amateurfußball sein dürften“, schrieb Koch.