21. Mai 2022 / 10:14 Uhr

Freiburg-Rekordspieler Zeyer über das Pokal-Finale, Gegner RB Leipzig und Trainer Streich

Freiburg-Rekordspieler Zeyer über das Pokal-Finale, Gegner RB Leipzig und Trainer Streich

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Freiburg-Rekordspieler Andreas Zeyer (im Kreis) blickt auf das Pokalfinale seines Ex-Klubs gegen RB Leipzig und SC-Trainer Christian Streich (rechts).
Freiburg-Rekordspieler Andreas Zeyer (im Kreis) blickt auf das Pokalfinale seines Ex-Klubs gegen RB Leipzig und SC-Trainer Christian Streich (rechts). © IMAGO/motivio/Pressefoto Baumann/Getty (Montage)
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Kein anderer Ex-Profi kennt den SC Freiburg als Spieler so gut wie Andreas Zeyer. Der frühere Mittelfeld-Akteur stand 441 Mal für den Sport-Club auf dem Platz und verfolgt bis heute seinen Ex-Verein. Vor dem DFB-Pokal-Finale gegen RB Leipzig spricht der inzwischen 53-jährige Rekordspieler über die Rollenverteilung im Endspiel, Unterschiede zwischen Volker Finke und Christian Streich und die Zukunft der Freiburger. 

Der SC Freiburg steht zum ersten Mal überhaupt im Finale des DFB-Pokals. Mit einem Sieg gegen RB Leipzig am Samstag (20 Uhr/ARD und Sky/Sky Ticket [Anzeige]) könnte der Sport-Club die Enttäuschung über das knappe Verpassen der Champions League wettmachen. Allerdings zeigte die Defensive zuletzt einige Schwächen. Beim unglücklichen 1:2 in Leverkusen am letzten Bundesliga-Spieltag präsentierte sich Freiburg, das in die Europa League einzog, aber wieder in guter Form. Freiburgs Rekordspieler Andreas Zeyer sieht im Finale keinen großen Favoriten. Über das Endspiel, die Entwicklung der Freiburger und Trainer Christian Streich spricht der 53-Jährige im Interview mit dem SPORTBUZZER, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) angehört.

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SPORTBUZZER: Herr Zeyer, Sie haben 441 Spiele für den SC Freiburg absolviert. Wie groß ist ihre Verbundenheit aktuell zu ihrem langjährigen Klub?

Ich lebe schon lange nicht mehr in Freiburg und habe relativ wenig Kontakt zum Sport-Club. Es ist auch schon eine Weile her, dass ich mal dort gewesen bin. Aber natürlich verfolge ich den Verein aus der Ferne.

Und wie gefällt Ihnen das, was Sie da sehen?

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Sehr gut. In dieser Saison spielt Freiburg sehr konstant und leistet sich kaum Hänger. Sie treten als Team auf und haben sich die Erfolge hart erarbeitet – der Einzug in die Europa League und die Final-Teilnahme im Pokal sind absolut verdient.

Wie groß ist der Anteil von Trainer Christian Streich an dieser Entwicklung?

Es ist immer ein Team, das dir diese Erfolge beschert. Der Trainer nimmt dabei eine extrem wichtige Rolle ein. Christian Streich trifft fast immer die richtigen Entscheidungen.

Sie sind nur drei Jahre jünger als Streich. Hatten Sie damals zu Ihrer aktiven Zeit viel Kontakt zu ihm?

Ich kenne ihn noch von früher. Wir haben auch privat mal zusammen etwas unternommen. Er war schon als Spieler auf dem Platz immer sehr emotional. Christian bringt viele Dinge aus seiner aktiven Zeit mit in seine Trainer-Karriere.

Sind Finke und Streich zu vergleichen?

Sie haben unter Volker Finke beim Sport-Club 377 Spiele absolviert. Kann man Finke und Streich gut miteinander vergleichen?

Das sind schon zwei sehr unterschiedliche Typen. Beide setzen andere Schwerpunkte in ihrer Arbeit. Die Herangehensweise von Christian kann ich nicht beurteilen, da ich ihn nur als Spieler gut kenne. Aber beide genießen ein hohes Ansehen in Freiburg. Volker Finke hat alles aufgebaut. Ohne ihn würde es den SC Freiburg so heute nicht geben.

Sie waren mit Freiburg dreimal im Viertelfinale des DFB-Pokals. Jetzt steht ihr Ex-Klub im Finale und trifft auf RB Leipzig. Wie sehen Sie die Rollenverteilung?

Ich würde nicht sagen, dass Leipzig als Favorit in das Spiel geht. Freiburg steht sehr stabil, Leipzig besitzt viel Qualität. Da treffen zwei richtig gute Mannschaften in Berlin aufeinander. Es ist ganz schwer, einen Tipp für dieses Finale abzugeben.

Sie sagen, Freiburg steht sehr stabil. Welche entscheidenden Faktoren sehen Sie sonst noch beim SC?


Als Außenstehender ist das natürlich schwer zu bewerten. Aber sie spielen sehr diszipliniert. Die guten Standard-Situationen sorgen immer wieder für Gefahr. Zudem gefällt mir die Bewegung mit und ohne Ball.

Würden Sie einen Spieler wie Kapitän Christian Günter hervorheben?

Es ist immer wichtig, dass man Spieler wie Christian Günter in der Mannschaft hat. Er liefert auf einem hohen Niveau permanent konstante Leistungen ab. Er ist sehr verlässlich – da weiß man als Trainer, was man bekommt. Er hat wie einige andere Freiburger nur wenige Schwächen gezeigt.

Ziel Klassenerhalt hat Tradition

Freiburg ist in der kommenden Saison sicher in der Europa League mit dabei. Sie haben mit dem Verein in den Jahren 1995 und 2001 international gespielt. Wie fühlt sich das mit dem SC an?

Das ist für alle Freiburger ein großes Erlebnis und ein großer Erfolg für den ganzen Verein. Es ist für die Menschen in der Umgebung auch mal schön, wenn ein paar andere Mannschaften in die Stadt kommen. Die Spiele mit Freiburg im damaligen UEFA-Cup waren immer eine besondere Erfahrung.

Bei all diesen aktuellen Erfolgen muss der Klub doch auch mal ein anderes Saisonziel als nur den Klassenerhalt ausrufen…

Nein, damit macht der Sport-Club alles richtig. Und so in die Saison zu starten hat Tradition. Die Möglichkeiten in Freiburg wurden in dieser Saison optimal ausgenutzt. Es gibt nur eine kleine Anzahl an Leuten, die Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen. Dadurch entsteht nie eine große Unruhe, es entwickelt sich eine Konstanz auf der Trainer-Position und es wird immer wieder probiert, verschiedene Dinge noch besser zu machen.

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