13. April 2021 / 20:23 Uhr

Freigabe: SV45 Krainhagen-Röhrkasten hofft auf Mittelweg, SV Obernkirchen ist nicht gesprächsbereit

Freigabe: SV45 Krainhagen-Röhrkasten hofft auf Mittelweg, SV Obernkirchen ist nicht gesprächsbereit

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Am Krainhäger Sportplatz ist es momentan noch leer. Welche Spieler werden beim Saisonstart dabei sein? © Daniel Kultau
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Der SV45 Krainhagen-Röhrkasten will sich durch die Rolle rückwärts des NFV nicht von seinem Weg abbringen lassen. Er hofft jedoch auf einen Mittelweg und Verständnis der anderen Vereine.

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Die Rolle rückwärts des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) hat die Pläne des SV 45 Krainhagen/Röhrkasten etwas durcheinandergewirbelt. „Wir halten weiterhin an unserem Projekt fest und hätten sowieso nicht damit gerechnet, dass wir jeden Spieler umsonst bekommen“, stellt Trainer Uwe Wolff klar.

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Frei ab Mitte November

Doch um was geht es überhaupt? Die Krainhäger werden zur nächsten Saison eine neue Mannschaft anmelden und in der 4. Kreisklasse neustarten. Die Spieler hatte der neue Coach Uwe Wolff zusammengetrommelt. Darunter unter anderem elf Spieler des SV Obernkirchen II. Der SVO-Vorsitzende Andreas Jaschke hätte eine Ablöse in Höhe von 2800 Euro gefordert, doch der NFV entschied, dass die Spieler bereits ab Mitte Mai frei und somit ohne Ablöse zu haben gewesen wären. Schließlich hatten sie ihr letztes Spiel Mitte Oktober gemacht, wodurch die Sechs-Monats-Regel schon vor der Saison greifen würde. Gut für den SV45. Der Vorstand des Fußballkreis Schaumburg machte den NFV jedoch darauf aufmerksam und der vollführte die schon angesprochene Rolle rückwärts. Nun gilt: Entweder gibt es eine Einigung mit den Vereinen, oder die neuen Spieler sind bis Mitte November 2021 gesperrt.

Hoffnung auf Mittelweg

„Ich kann jeden verstehen, der eine Ablöse haben möchte“, erklärt der neue Krainhäger Trainer, der jedoch gleichzeitig auch für ein Entgegenkommen der anderen Vereine wirbt. „Es sollte das Ziel sein, diese Spieler nach der langen Pause so schnell wie möglich wieder auf den Platz bekommen. Es wäre auch für den Fußball in Schaumburg schön schön, wenn wir einen Mittelweg finden würden.“ Gerade vom SV Obernkirchen, wo Wolff acht Jahre lang als Reservetrainer aktiv war und während dieser Zeit laut eigener Aussage kein Geld für Neuzugänge bekam und dafür dann in die eigene Tasche greifen musste, hofft er auf Verständnis. Immerhin geht es um acht Spieler, die bis Mitte November gesperrt sein könnten. „Es steht dem SVO natürlich zu. Aber als die Jungs gelesen haben, dass es dem Verein nicht um sie, sondern nur um die 2800 Euro geht, waren sie schon enttäuscht.“



SVO nicht gesprächsbereit

„Das stimmt, dass wir kein Geld für Spieler für die zweite Mannschaft ausgeben“, erklärt SVO-Sprecher Christopher Rinne. Die Reserve sei für den Verein ein „Unterbau der ersten Mannschaft und kein Verein im Verein“, so Rinne weiter. „Aber in dieser Frage sind wir absolut nicht gesprächsbereit und bestehen auf die Ablöse und unser Recht, ansonsten bleiben die Spieler halt gesperrt.“ Dass Wolff den SVO im Voraus nicht darüber informiert hätte, dass er in Krainhagen eine neue Mannschaft, mit Spieler aus der Obernkirchener Reserve, aufbauen wollen würde, hätte für Ärger gesorgt, begründet Rinne die klare Entscheidung des Vereins. Einige der acht, aller Voraussicht nach, gesperrten Spieler, seien außerdem beim SVO ausgebildet worden. Dafür möchte man nun entschädigt werden.

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Auch wenn diese Kicker zum Saisonstart fehlen sollten und erst im November eingreifen könnten, wird der SV45 auf jeden Fall keine Spiele abbrechen müssen. „Die Jungs werden spielberechtigt sein“, verspricht Wolff sogar. Mit einigen Teams habe man sogar schon einen Konsens gefunden. Zum Beispiel mit dem VfB Gorspen-Vahlsen. Von diesem Verein kehrt der Krainhäger André Steinmeyer nach Hause zurück. „Aber wir können als kleiner Verein nicht mehrere tausend Euro zahlen“, macht der 46-Jährige deutlich.

Weitere Neuzugänge

Die Krainhäger können währenddessen drei weitere Neuzugänge vermelden. Neben dem 19-Jährigen Cedrik Böttcher vom SV Nienstädt kommt mit Sandro Kampf ein erfahrener Spieler. "Er will noch mal angreifen", kündigt Uwe Wolff seinen 40-jährigen Stürmer an. Kampf hatte in der Kreisliga vor einigen Jahren verlässlich, unter anderem für den SV Obernkirchen geknipst. "Er ist fit und ich verspreche mir von ihm Dampf nach vorne." Dazu kommt auch noch Nils Mühlenharz, der seinem Trainer vom SC Auetal nach Krainhagen folgt.