31. Juli 2020 / 15:59 Uhr

Freiwilliger Abstieg: TSV Ingeln-Oesselse will in der 1. Kreisklasse den Spaß zurückholen

Freiwilliger Abstieg: TSV Ingeln-Oesselse will in der 1. Kreisklasse den Spaß zurückholen

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der TSV Ingeln-Oesselse steigt freiwillig in die 1. Kreisklasse ab. 
Der TSV Ingeln-Oesselse steigt freiwillig in die 1. Kreisklasse ab.  © Dennis Michelmann
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Fünf Punkte nach 17 Spielen bei einem Torverhältnis von 9:61: Der TSV Ingeln-Oesselse blickt auf eine katastrophale Saison zurück, welche aufgrund des Abbruchs nicht im Abstieg endete. Für diesen hat sich das Team von Coach Ronald Keßler trotzdem entschieden - um wieder Spaß am Fußball zu haben.  

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Eigentlich hätten beim TSV Ingeln-Oesselse die Sektkorken knallen müssen, nachdem klar war, dass es in der Corona-Saison 2019/20 keine Absteiger geben würde. Der Kreisligist hatte bis dato eine absolute Katastrophensaison in der Staffel 3 gespielt, mit fünf Punkten und 9:61 Toren nach 17 Spielen war der Klassenerhalt quasi unmöglich geworden.

Durch den Saisonabbruch retteten sich die Ingelner dann unverhofft doch noch – entschieden sich aber, freiwillig den Gang in die 1. Kreisklasse anzutreten. „Ich habe mich damit schwergetan, konnte aber die Argumente der Mannschaft gut verstehen“, erzählt TSV-Coach Ronald Keßler. Immer wieder sprangen die Ingelner dem Abstieg in den letzten drei Jahren nur mit viel Glück von der Schippe, das sorgte für zunehmenden Frust im Team.

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"Der direkte Wiederaufstieg ist nicht das Ziel“

Die abgelaufene Saison war die schlimmste. „Du fährst nach Pattensen und kriegst da sieben Stück und die Woche drauf kriegst du gegen Ronnenberg wieder sieben. Da hatten die Jungs keinen Bock mehr drauf, das geht an die Motivation“, erklärt Keßler.

Die Mehrheit votierte für einen freiwilligen Rückzug aus der Kreisliga, der Antrag wurde vom NFV akzeptiert. Für Keßler, der im Winter Nils Förster auf der Trainerbank ablöste, ist das eine große Chance auf einen Neuanfang. „Wir wollen uns erst einmal sortieren, der direkte Wiederaufstieg ist nicht das Ziel“, sagt er und betont: „Es geht in erster Linie darum, dass wir über Erfolgserlebnisse den Spaß zurückholen.“

Die Vorfreude sei anhand der regen Trainingsbeteiligung spürbar, berichtet der Übungsleiter. Das sei gerade in der Hinrunde der Vorsaison nicht immer so gewesen. Keßler selbst freut sich auf die Aufgabe, seine Übergangs-Amtszeit wurde schon im April bis 2021 verlängert. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass ich mir das vorstellen kann, da kam positive Rückmeldung“, erzählt er.

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Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. Zur Galerie
Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. ©

Keßler bekommt Unterstützung

Bedingung war für ihn, dass er Unterstützung bekommt – die er in Person von Steven Buchholz (Co-Trainer), Marcus Baum (Betreuer) und Ersan Konakci (Administrative Unterstützung) mittlerweile auch hat. „Darüber bin ich sehr froh, alleine ist das einfach zu viel“, sagt Keßler, der nahezu mit dem Kader weiterarbeitet, den er schon im Winter übernommen hat. Einzig Nico Jorasch (zum BSV Gleidingen) verlässt die Laatzener. „Das ist nach Nils Wengrzik, der im Winter zu Grasdorf gegangen ist, leider schon der zweite gute Fußballer, den wir verlieren“, bedauert Keßler.

Dafür wurde mit Tobias Bosack ein Routinier reaktiviert. Weitere Zusagen von neuen Spielern wurden zurückgezogen – aus finanziellen Gründen, wie Keßler verrät: „Da kamen dann teilweise andere Vereine ins Spiel, die Geld gezahlt haben. Das widerstrebt mir aber."