02. Juli 2021 / 16:23 Uhr

Freud und Leid für die Laufszene: Wilsche schafft Weltumrundung, aber die Cup-Serie 2021 ist Geschichte

Freud und Leid für die Laufszene: Wilsche schafft Weltumrundung, aber die Cup-Serie 2021 ist Geschichte

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Neues aus der Laufszene: Wilsches Spartenleiter Stefan Hölter  freut sich mit Enkel Jorin über die Weltumrundung, die sein VfR geschafft hat (l. Bild). Frust dagegen bei der Laufcup-Gemeinde, die Cup-Serie 2021 wird abgesagt.
Neues aus der Laufszene: Wilsches Spartenleiter Stefan Hölter  freut sich mit Enkel Jorin über die Weltumrundung, die sein VfR geschafft hat (l. Bild). Frust dagegen bei der Laufcup-Gemeinde, die Cup-Serie 2021 wird abgesagt. © dpa/Privat/Photowerk
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Einmal zu Fuß rund um die Welt - die Laufsparte des VfR Wilsche/Neubokel hat das nun gemeinsam geschafft! Trotzdem gibt's auch schlechte Nachrichten für die heimische Laufszene. Die Cup-Serie 2021 ist endgültig abgesagt, nachdem in Corona-Zeiten von elf Rennen bereits neun definitiv gestrichen sind.

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Bevor der erste Schritt gemacht wurde ist der Laufcup Wolfsburg-Gifhorn 2021 bereits wieder Geschichte. Sechs der elf Veranstalter von 10.000-Meter-Läufen der Serie hatten in Zeiten von Corona bereits abgesagt, jetzt folgten noch Fallersleben und Neuhaus, auch Wilsche wird seinen Fun-Run nicht im Rahmen des Laufcups austragen. Nur die Läufe in Jembke und Meine sind bisher noch nicht gestrichen. "Für ein oder zwei Volksläufe muss man keine Serie machen", sagt Laufcup-Organisator Marco Laeseke.

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Ja, die Verantwortlichen hatten Hoffnung, als die Inzidenzen sanken, aber die Hürde Corona bleibt zu hoch. Auflagen, Hygeniekonzepte - all das mache es für den einzelnen Ausrichter schwierig und bedeutet letztendlich das zweite Aus des Laufcups in Folge.

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Doch die Veranstalter geben nicht auf, schauen in die Zukunft - und die heißt Laufcup Wolfsburg-Gifhorn 2022. "Alle Veranstalter sind gewillt, weiterzumachen", sagt Laesecke. Also stehen Vorsfelde, Knesebeck, Neudorf-Platendorf, Allerbüttel, Meinersen, Hoitlingen, Fallersleben, Meine, Wilsche, Jembke und Neuhaus erneut in den Startlöchern. Laeseke geht davon aus, dass man sich im November zusammensetzt, um die nächste Serie zu planen. "Wobei man natürlich abwarten muss, wie sich die Corona-Lage im Sommer und Herbst entwickelt", sagt der Laufcup-Chef. Ausschließen könne er nicht, "dass wir wieder ausgebremst werden."

Was ihm zusätzliche Bauschmerzen bereitet, wäre auch ein Laufcup mit einem zu geringen Teilnehmer-Limit. "Wenn wir beispielsweise über 300 Voranmeldungen haben, aber nur 150 Läuferinnen und Läufer starten dürfen, dann haben wir ein Dilemma." Bei einer einzigen Veranstaltung könne man ja über eine Warteliste gehen, bei einer Serie ist dieses Vorgehen aber nicht praktikabel. Laeseke verspricht: "Wir werden versuchen, das beste aus der Situation zu machen!"

Das macht beispielsweise auch der VfR Wilsche/Neubokel. In Pandemie-Zeiten treffen sich die Mitglieder der Laufsparte schon seit 67 Wochen ohne Unterbrechung zum virtuellen Lauftreff am Dienstag. Der Freundeskreis und die Familien werden motiviert, sich zu beteiligen - und das erfolgreich. Beim letzten Lauftreff wurde die 40.000-Kilometer-Marke überschritten. Damit hat die Laufsparte einmal die Erde umrundet!

Langweilig wird es dabei nie, Spartenleiter Stefan Hölter überrascht immer wieder mit besonderen Aktionen. Kurz vor der Erdumrundung hatten sich 37 Aktive an einer Fünf-Kilometer-Tempo-Challenge beteiligt. Woche um Woche wurde sich gesteigert. Marlene Düngelhoef hatte zuvor noch nie auf Tempo trainiert: „Mich hat die Aktion zur Höchstleistung animiert und ich war überrascht, was in mir steckt!“ Hölter verrät:„ Sogar mein vierjähriger Engel Jorin hat mitgemacht. Er durfte aber nur maximal zwei Kilometer laufen,“ freut sich der stolze Großvater.

Jeden Dienstagabend warten die Teilnehmer schon gespannt auf die Collage mit der Tagesleistung, die Gesamtbilanz und die Fotos der Mitstreiter. 21 Uhr ist Meldeschluss, dann muss der Spartenleiter die 50 bis 70 Whatsapp-Nachrichten auswerten und bearbeiten. Hölter muntert alle zum Mitmachen auf: „Dienstags treffen wir uns jetzt wieder in Wilsche um 18.30 Uhr am Sportplatz zum Lauf-ABC und gemeinsamen Lauf. Wir freuen uns auch über neue Läufer, damit alle fit durch die Pandemie kommen.“

Da der Lauf-Cup leider ausfallen muss, findet auch der Fun-Run nicht in gewohnter Weise stand. Es gibt aber ein alternatives Angebot. Ab dem 19. September kann man eine Woche lang auf der markierten sowie zeitweise betreuten Fun-Run-Strecke in Wilsche und Neubokel die zehn Kilometer absolvieren und damit wieder an einem Wettkampf teilnehmen. Hölter: "Die Planungen laufen auf Hochtouren und werden in Kürze veröffentlicht."