13. März 2020 / 19:56 Uhr

"Freundschaftsdienst": Ingo Nachtigall übernimmt bei Union Neuruppin

"Freundschaftsdienst": Ingo Nachtigall übernimmt bei Union Neuruppin

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Insgesamt sechs Jahre war Nachtigall in Luckenwalde. Er krönte seine letzte Amtszeit mit dem Aufstieg von der Oberliga in die Regionalliga.
Soll die Unioner zum Klassenerhalt führen: Ingo Nachtigall. © Frank Nessler
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Landesklasse West: Der 58-jährige Ex-Trainer des FSV 63 Luckenwalde coacht die abstiegsbedrohten Gildenhaller vorerst bis zum Saisonende.

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Der SV Union Neuruppin hat nach der Freistellung von Trainer Stephan Ellfeldt am Dienstagabend (SPORTBUZZER berichtete) bereits eine Lösung gefunden und eben jene der Mannschaft am Freitagabend beim Training präsentiert. Ingo Nachtigall, der sich den Gildenhallern schon im Juli 2018 als Sportlicher Leiter anschloss, wird das abstiegsbedrohte Landesklassen-Team bis Saisonende coachen.

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Damit schließt sich für den 58-jährigen A-Lizenz-Inhaber, der in Wustrau aufgewachsen ist und dort seit zwei Jahren wieder lebt, ein Kreis. „Union war vor vielen, vielen Jahren meine erste Trainerstation. Es ist ein Freundschaftsdienst, dem Verein und dem Team in dieser aktuell kritischen Lage zu helfen“, erklärt Nachtigall, der bis vor zwei Jahren noch den FSV 63 Luckenwalde in der Regionalliga Nordost trainierte. Danach zog es ihn aber zurück zu seinen Wurzeln, wo er mehr Zeit für seinen Vater haben will: „Mein Papa lebt in einem Neuruppiner Altersheim. Ich war viele Jahre als Trainer tätig und nur selten da, das sollte sich aber ändern.“

In Bildern: Trainerwechsel in der Saison 2019/20 in Brandenburg.

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Dank seines langjährigen Kumpels Markus Fetter, Ex-Vorsitzender bei den Unionern und noch immer im Vorstand aktiv, fand er auch Arbeit. „Tja, und so ist es dann eben, dass ich jetzt wieder an der Seitenlinie stehen werde, obwohl das überhaupt nicht geplant war“, schmunzelt Ingo Nachtigall, der am Freitag nicht auf dem Sportplatz weilte, ab Dienstag dann aber das Training übernehmen will: „Sofern aufgrund der Corona-Krise überhaupt trainiert wird. Das ist dann auf freiwilliger Basis.“

Für den 15-fachen Junioren-Nationalspieler der DDR gibt es in den kommenden Monaten nur ein Ziel: der Klassenerhalt. „Die Mannschaft ist besser, als es die Tabelle aussagt. Wir müssen gemeinsam die Kurve kriegen, wenn die Jungs mitziehen, dann werden wir da unten auch rauskommen“, ist sich Nachtigall sicher, „genug Qualität ist da“. Seinem Vorgänger attestiert er – „sofern ich das einigermaßen beurteilen kann“ – einen tollen Job gemacht zu haben: „Ich kenne das ja selbst aus meinen vielen Trainerjahren. Wenn die Ergebnisse ausbleiben, dann muss eben reagiert werden. Auch in Luckenwalde trat ich die Nachfolge von Jörg Heinrich als Feuerwehrmann an.“ Die gegenwärtige Tabellensituation vergleicht der Neu-Coach mit Werder Bremen in der Bundesliga: „Dort herrschte auch lange Friede, Freude, Eierkuchen und jetzt ist Liga zwei nicht weit.“

In Bildern: Die SG Michendorf gewinnt 2:0 gegen Union Neuruppin.

Die SG Michendorf (rote Trikots) siegt dank des Doppelschlags von Kevin Wüstenhagen (71.) und Chris Siebert (73.) mit 2:0 gegen Union Neuruppin. Zur Galerie
Die SG Michendorf (rote Trikots) siegt dank des Doppelschlags von Kevin Wüstenhagen (71.) und Chris Siebert (73.) mit 2:0 gegen Union Neuruppin. © Benjamin Feller

Beim SV Union ist man derweil froh, dass man die „qualifizierteste Lösung“, wie Malte Neumann, Vorstand Sport, betont, gefunden hat: „Ingo hat viele Möglichkeiten gehabt, sich nun aber doch für Union entschieden. Das ist eine Top-Lösung für uns und wir sind fest davon überzeugt, dass Mannschaft und Trainer das Ziel Klassenerhalt gemeinsam schaffen.“