21. August 2021 / 13:01 Uhr

Friedrich-Wechsel von Naunhof nach Radefeld: Verstimmung zum Saisonstart

Friedrich-Wechsel von Naunhof nach Radefeld: Verstimmung zum Saisonstart

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Der kurzfristige Wechsel von Torwart Dennis Friedrich passt den Naunhofern so gar nicht.
Der kurzfristige Wechsel von Torwart Dennis Friedrich passt den Naunhofern so gar nicht. © hanni
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Kaum hat die Saison begonnen, muss der SV Naunhof mit einem Rückschlag kämpfen: Dennis Friedrich wechselt nach Radefeld. Das behagt Trainer Benjamin Fraunholz und Co. so gar nicht.

Naunhof. Alles andere als amüsiert waren vor wenigen Tagen die Verantwortlichen des Fußball-Kreisoberligisten SV Naunhof nach dem Wechsel ihres Torhüters Dennis Friedrich (der 24-jährige kam vor vier Jahren vom FC Grimma in die „Clade“) zum in der Landesklasse Nord angesiedelten Radefelder SV. Der heftige Wind – welcher Trainer Benjamin Fraunholz während seines Urlaubs zeitweise um die Ohren blies – hatte somit ein wenig Symbolcharakter.

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Er möchte allerdings eines voranstellen. „Dennis ist ein toller Junge, sowohl sportlich als auch menschlich. Ich gönne ihm wirklich das Allerbeste und ich würde sowieso niemals einem talentierten Spieler Steine in den Weg legen, wenn er höherklassig spielen kann. Und ihm traue ich definitiv die Landesliga, vielleicht sogar die Oberliga zu.“ Das Aber folgt jedoch praktisch im selben Atemzug. „Wie das Ganze allerdings abgelaufen ist, das kann ich absolut nicht akzeptieren. Ohne das Gespräch mit uns gesucht zu haben, bekommt der Spieler einen Vertrag unter die Nase gehalten und fertig. Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden, stehen nach dieser Nacht- und Nebelaktion plötzlich ohne unseren Keeper da und können überhaupt nicht mehr darauf reagieren. Auf dieser Position lässt sich schließlich nicht auf die Schnelle ein Ersatz besorgen. Dabei hatte groteskerweise vor ein paar Wochen ein Torhüter Interesse bekundet, bei uns anzufangen. Ich habe ihm geraten, erst einmal bei seinem Verein weiterzumachen. Schließlich gab es bei uns kein akutes Problem und jetzt das.“

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Einen kleinen Seitenhieb kann sich Fraunholz nicht verkneifen. „Es mag sicherlich sein, dass Radefeld andere finanzielle Möglichkeiten hat als wir. Ob dieser Club für jeden Spieler die richtige Adresse ist, sei mal dahingestellt. Und sie sollten niemals vergessen, wo sie her kommen. Ich kenne RSV-Trainer Kai-Uwe Ziegler schon lange und schätze ihn sehr. Doch ich habe ihm in einem Telefonat deutlich zu verstehen gegeben, was ich von der Sache halte.“ Der SVN-Coach bewahrt sich seine Gelassenheit. „Wir sind ein eher kleiner Amateurverein, der mit seinen Geldern haushalten muss und nicht die Transferkeule herausholen kann. Dafür herrscht bei uns ein super Klima in der Mannschaft, die Jungs halten zusammen und zeigen vollstes Engagement. Ich bin sehr zuversichtlich, was die kommende Serie betrifft.“

Weiter aus dem Fenster lehnen möchte sich der 35-jährige SVN-Coach, welcher als Spieler in der Region bei etlichen Vereinen wie zum Beispiel dem 1. FC Lok Leipzig höherklassig Staub gewischt, zuletzt in Naunhof gekickt hat, 2019 nach einer Station als B-Junioren-Trainer beim FC Eilenburg in den Cladewald zurückkehrte und dort den Übungsleiterposten übernahm, aus nachvollziehbaren Gründen allerdings nicht.