08. August 2019 / 14:05 Uhr

Frisch Auf Wurzen konnte Abstieg mit Glück und Geschick noch verhindern

Frisch Auf Wurzen konnte Abstieg mit Glück und Geschick noch verhindern

mtz
Leipziger Volkszeitung
Lucas-Maximilian Kabelitz (Wurzen) und Jeremy Dust (Bad Lausick) in einem Laufduell im letzten Saisonspiel, das Wurzen unbedingt gewinnen musste und dann auch 3:1 für sich entschied.
Lucas-Maximilian Kabelitz (Wurzen) und Jeremy Dust (Bad Lausick) in einem Laufduell im letzten Saisonspiel, das Wurzen unbedingt gewinnen musste und dann auch 3:1 für sich entschied. © Bettina Finke
Anzeige

Die Landesklasse Nord im Rückblick: Frisch Auf Wurzen geriet im Saisonverlauf in große Personalnot und rettete sich letztendlich in letzter Sekunde.

Anzeige
Anzeige

Wurzen. Die Verantwortlichen beim Fußballverein ATSV Frisch Auf Wurzen hatten sich in der Saison 2018/19 in der Nordstaffel der Landesklasse einiges anders vorgestellt. Das Ziel einstelliger Tabellenplatz wurde ausgegeben, aber weit verfehlt. Letztlich kamen die Frisch-Auf-Kicker trotz einer Durststrecke, die von der Konkurrenz genutzt wurde, fast uneinholbar davonzuziehen, mit dem Schrecken davon und verhinderten den Abstieg gerade noch in buchstäblicher letzter Sekunde.

Rolf Handau, der Verantwortliche im Männerbereich des Keksstädter Vereins, erinnert sich: „Ich bin seit 1989 im Vorstand des Vereins, aber so eine Saison wie diese habe ich noch nicht erlebt – und dass es bei einem Kader von 23 Mann zu permanenter Personalnot kommt.“ Es gab Begegnungen, bei denen elf verletzte Spieler (sieben mit langwierigen Blessuren) ersetzt werden mussten. Dies sei der Hauptgrund gewesen, warum das FA-Flaggschiff derart in Schieflage kam. Dass mit Jentzsch, Künzel und Franke vor Saisonbeginn drei Leistungsträger komplett ausfielen und in zwei Spielen keine etatmäßigen Torleute zur Verfügung standen, kam noch hinzu. Handau ergänzte noch an, dass man auf keinen Fall lamentieren wolle, aber auf diese Schwierigkeiten hinweisen müsse.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Landesklassespiel des Radefelder SV gegen Wurzen (3:1)

Radefelder SV - ATSV Frisch Auf Wurzen 3:1 Zur Galerie
Radefelder SV - ATSV Frisch Auf Wurzen 3:1 © Dirk Knofe
Anzeige

Nach seiner Aussage ist es Mitte der Rückrunde zu dieser komplizierten Situation gekommen. „Das Trainergespann Mario Mäding und Kai Altermann und Mannschaftsleiter Thomas Müller hatten immer unser Vertrauen“, stellt Handau klar. Es habe die Linie, auf junge Spieler zu setzen, weiter verfolgt, was letztlich den zugegebenermaßen unter diesen Umständen sehr glücklichen Klassenerhalt brachte. Schon vor Beendigung der Meisterschaft sei der Vorstand an Mäding herangetreten – mit der Bitte, dass er nicht aufgibt und versucht, aus der Lage das Beste zu machen. Und als man mit dem Schlimmsten, dem Abstieg, rechnen musste, wurden bereits Gespräche mit den Spielern geführt, bei denen ihnen die Strategie des sofortigen Wiederaufstiegs erläutert wurde.

Ausgerechnet die roten Sterne retten Wurzen

Am 22. Spieltag zog Wurzen in Zwenkau den Kürzeren – 1:3. Vereinsvize Uwe Bielig sprach da noch nicht von einer prekären, allerdings von einer ernstzunehmenden Situation, als das rettende Ufer fünf Punkte (zu diesem Zeitpunkt gab es vier Landesklasse-Absteiger) entfernt war. Er meinte: „Nun kommen die Spiele gegen vermeintlich schwächere Mannschaften von denen einige mit um den Klassenerhalt bangen.“ Mit anderen Worten: Spiele, die gewonnen werden müssen. Mit dem 2:0 gegen Rotation Leipzig ging der Plan auf. Aber dann setzte es drei nicht eingeplante Niederlagen. Da aber die Konkurrenz auch nur vereinzelt punktete, erlosch der Hoffnungsschimmer noch nicht. Nach dem 5:0 in Döbeln leuchtete er etwas heller. Es folgte ein 2:0 gegen Radefeld. Aber die anderen Mannschaften siegten plötzlich auch.

Am 29. Spieltag rettete sich der FC Bad Lausick, am letzten Spieltag zu Gast in Wurzen, mit dem 1:0 gegen Roter Stern. Der SV Naunhof hatte kurz vor Schluss beim 1:1 gegen die Gäste vom SV Eintracht Sermuth den Siegtreffer vor den Füßen. Der fiel zum Glück für Wurzen nicht, wie sich noch zeigen sollte. Der SV Liebertwolkwitz blieb mit dem 1:0 gegen Krostitz zwei Zähler vor Wurzen.

Weitere Meldungen aus der Landesklasse Nord

Fazit vorm letzten Spieltag: Aus eigener Kraft kann Frisch Auf den Klassenverbleib nicht schaffen, erledigte aber die Hausaufgabe mit dem 3:1 gegen Bad Lausick. Sieg und Klassenerhalt hingen in der Nachspielzeit, als ein Kopfball der Kurstädter beim Stand von 2:1 nur Zentimeter den FA-Kasten verfehlte, am seidenen Faden. Beim Abpfiff stand fest, dass Liebertwolkwitz bei Blau-Weiß Leipzig 2:0 gewonnen hatte und so vor den Keksstädtern blieb. Unklar war aber noch, wie Roter Stern Leipzig gegen den SV Naunhof gespielt hatte. Einige Wurzener Spieler saßen nach dem letzten Saisonspiel auf dem grünen Rasen, andere guckten gespannt zum Sprecherturm und warteten auf die Bekanntgabe des „Schicksalsresultats“ aus Leipzig. Die Erlösung kam nach etwa fünf Minuten: Roter Stern Leipzig hat gewonnen, Naunhof steigt ab, die Mäding-Elf bleibt Landesklassist, kämpft auch in der bald beginnenden Saison wieder um Punkte in dieser Klasse.

„Wir wollten nicht dumm aus der Wäsche gucken“

Rolf Handau wurde auch gefragt, wie man mit der Möglichkeit Wurzener Abstieg und Bennewitzer Landesklasseaufstieg umgegangen sei. „Wenn uns der Klassenerhalt nicht gelungen wäre, hätten wir natürlich dumm aus der Wäsche geguckt.“ Nun freut man sich bei den Wurzenern schon jetzt auf das Derby gegen die Bennewitzer (1. Spieltag, 18. August, 15 Uhr).

Im abschließenden Statement mit Blick voraus meinte Handau noch: „Natürlich haben wir uns Gedanken zu Neuverpflichtungen gemacht. Aber mit Max Langer, Erik Walter, Jonas Luge und Lukas Kabelitz klopfen Talente an der Tür zum Mannschaftsgefüge der Ersten, die ihre Leistungen im einen oder anderen Spiel schon zeigen konnten. Auch Paul Pautze hat sein Potenzial schon unter Beweis gestellt, obwohl er noch jüngerer A-Junioren-Jahrgang ist. Wir denken, das ist der Weg für ein gut funktionierendes Team und die Mannschaftsleitung. Wenn es wider Erwarten zu irgendwelchen Ausfällen kommt, werden wir in der Winterpause reagieren.“

Mitmachen: #GABFAF-Adventskalender

Bundesliga-Tickets, Fußballschuhe, signierte Trikots und vieles mehr: Trage Dich hier ein und gewinne einen der 24 Preise. (mehr Infos)




Klicke hier Weiter und dann auf der nächsten Seite Absenden - und Du hast die Chance auf jeden der 24 Preise.

ANZEIGE: 50% auf alle JAKO Artikel! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN