05. Juni 2020 / 15:59 Uhr

DFL reagiert auf Friseur-Affäre: Geldstrafe gegen BVB-Stars Akanji und Sancho - Verstoß gegen Konzept

DFL reagiert auf Friseur-Affäre: Geldstrafe gegen BVB-Stars Akanji und Sancho - Verstoß gegen Konzept

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Manuel Akanji und Jadon Sancho werden wegen ihrer häuslichen Friseurtermine von der DFL bestraft.
Manuel Akanji und Jadon Sancho werden wegen ihrer häuslichen Friseurtermine von der DFL bestraft. © imago images / Eibner
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Die DFL hat auf den Friseur-Besuch einiger BVB-Spieler reagiert und gegen Jadon Sancho sowie Manuel Akanji Geldstrafen verhängt. Die Liga wertete die Aktion der Dortmunder als Verstoß gegen das medizinisch-organisatorische Konzept.

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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat auf den Friseur-Besuch einiger Spieler von Borussia Dortmund reagiert und gegen die BVB-Profis Jadon Sancho sowie Manuel Akanji Geldstrafen verhängt. Der Dachverband der Bundesliga wertete die Aktion der Spieler, die in ihren Wohnungen von Star-Friseur Winnie Nana Karkari aufgesucht worden waren, als Verstoß gegen das medizinisch-organisatorische Konzept der DFL-Taskforce "Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" zur Fortsetzung des Spielbetriebs nach der Coronavirus-Pause. Zur Höhe der Geldstrafe wurden keine Angaben gemacht.

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Die Liga begründete die Sanktion mit den Fotos, die in Medien sowie in sozialen Netzwerken veröffentlicht worden waren. Darauf war zu sehen gewesen, wie sich die Profis unter Verletzung der Abstandsregelungen und ohne Schutzmasken mit dem Friseur zusammengestellt hatten. Die DFL erläuterte in ihrer Stellungnahme: "Es steht außer Frage, dass auch Profi-Fußballer ihre Haare schneiden lassen müssen. Dies muss derzeit jedoch im Einklang mit dem medizinisch-organisatorischen Konzept erfolgen. Der Klub hatte seinen Spielern im konkreten Fall auch eine entsprechende Möglichkeit bereitgestellt."

DFL: Strafe richtet sich nicht gegen den BVB

Das von der DFL-Taskforce erarbeitete Konzept bildet die Grundlage für den aktuellen Notbetrieb der Bundesliga und der 2. Bundesliga. Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Saison seit Mitte Mai nach rund zweimonatiger Unterbrechung ausschließlich mit Geisterspielen - also ohne Zuschauer - fortgesetzt. Sancho und Akanji haben laut der DFL-Mitteilung die Möglichkeit, gegen die Strafe innerhalb von fünf Tagen Beschwerde einzulegen. Die Sanktion richte sich jedoch ausdrücklich nicht gegen den BVB, bei dem kein "Organisationsverschulden" erkennbar sei.

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BVB-Sportdirektor Michael Zorc hatte die betroffenen Spieler und insbesondere Fehlen von Masken sowie das Veröffentlichen von Fotos am Donnerstag bei der virtuellen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC für die Friseur-Aktion kritisiert, insbesondere Sancho aber zugleich in Schutz genommen. "Wir dürfen nicht vergessen, dass Sancho immer noch sehr jung ist", hatte Zorc unter anderem gesagt. Es gab auch Lob für Sancho: Der Engländer hatte zuletzt bei der Partie beim SC Paderborn (6:1) dreifach getroffen und außerdem gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA rund um den Todesfall George Floyd protestiert. Laut Medienberichten sollen auch weitere BVB-Profis wie Thorgan Hazard und Raphael Guerreiro die Dienste des Friseurs in Anspruch genommen haben, dies ist jedoch nicht durch Fotos belegt.