30. Januar 2020 / 15:06 Uhr

Friseur-Debatte bei RB Leipzig: Kein Zoff zwischen Nagelsmann und Rangnick

Friseur-Debatte bei RB Leipzig: Kein Zoff zwischen Nagelsmann und Rangnick

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig und der Friseur im Teamhotel: Das Thema beschäftigt Trainer und Ex-Trainer des Bundesligisten.
RB Leipzig und der Friseur im Teamhotel: Das Thema beschäftigt Trainer und Ex-Trainer des Bundesligisten. © Getty Images / Screenshot Instagram
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RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hat im Vorfeld der Bundesliga-Partie bei Borussia Mönchengladbach (Samstag/18.30) ausführlich zum Besuch eines Star-Friseurs im Spieler-Hotel vor der 0:2-Pleite in Frankfurt Stellung genommen. Dabei verteidigte er die Kritik Ralf Rangnicks an den Spielern und dessen Gespräche mit den RB-Profis.

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Leipzig. Die Frisuren sitzen, die Trainingseinstellung stimmt, Borussia Mönchengladbach kann kommen. RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hat sich zwei Tage vor dem Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga (Samstag/18.30 Uhr) gegen die Skandalisierung des umstrittenen Besuchs eines englischen Starfriseurs im Teamhotel vor der 0:2-Auswärtsniederlage bei Eintracht Frankfurt gewehrt. „Dass es nicht die glücklichste Aktion ist, ist klar. Darüber haben wir geredet“, sagte Nagelsmann. Und: „Wenn das ein Skandal ist, dann geht’s uns wirklich gut.“

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Der 32-Jährige hätte seinen Spielern empfohlen, die Aktion nicht unbedingt in den sozialen Netzwerken zu verbreiten „Das kann man auch anders lösen“, sagte Nagelsmann. Er erklärte zudem, dass der Besuch in seinen Augen nicht extrem abgelenkt habe und das auch nicht der Grund für die Pleite gewesen sei. Außerdem könne so eine Kopfmassage vorm Spiel ja durchaus etwas Wohltuendes sein.

"Ralf muss nicht bei mir am Büro klopfen"

Am vergangenen Freitag hatten Teile der Mannschaft Star-Friseur Sheldon Edwards aus London ins Teamhotel „Villa Kennedy“ einfliegen lassen. Der Brite hatte den Besuch, der ohne Wissen von Trainer Nagelsmann stattgefunden haben soll, auf Instagram dokumentiert. Ex-Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick hatte sich über die Episode „fassungslos“ gezeigt und das Verhalten als „dekadent“ bezeichnet. „Wenn du das machst, ist es bis zum Goldsteak nicht mehr weit“, machte er aus seiner Enttäuschung über seine ehemaligen Schützlinge keinen Hehl. Rangnick hatte zudem das Gespräch mit einigen der Betroffenen gesucht, darunter Angreifer Yussuf Poulsen. Die Einzelgespräche sollen laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung an Nagelsmann vorbei erfolgt sein.

Der RB-Coach machte am Donnerstag deutlich, dass er mit dem Vorgehen Rangnicks kein Problem habe. „Ich empfinde es nicht als Affront“, sagte Nagelsmann, der sich später selbst mit seinem Trainer-Vorgänger traf und Meinungen austauschte. „Ich bin weit davon weg, dass der Ralf bei mir am Büro klopfen muss und um Erlaubnis fragen, ob er mit seinem ehemaligen Spieler spricht“, stellte er speziell in Bezug auf das Gespräch zwischen Rangnick und Yussuf Poulsen klar. Solange Rangnick keine taktischen Anweisungen gebe, sei das für ihn völlig okay.


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Für Nagelsmann ist das Thema damit aus der Welt. Zu seinem eigenen Friseur-Besuch in Leipzig sagte der Fußball-Lehrer: „Ich fliege nirgendswo hin und lasse auch keinen einfliegen“.

Angefressen war der Coach dennoch. Ihm passte nach einer knappen Woche voller Theater die öffentliche Wahrnehmung Leipzigs als Krisenclub nicht. Den Fehler suchte er bei sich selbst: „Das liegt an mir, weil ich immer meine Fresse aufreiße und sage, was ich denke." Nagelsmann spielte damit auf seine öffentliche Spielerschelte unmittelbar im Anschluss an die Niederlage bei der Eintracht an. "Ich will mich für den Trainerjob nicht zwingend verstellen. Ich bin halt so.“