21. März 2020 / 10:42 Uhr

Frist abgelaufen: Harder-Abschied aus Wolfsburg so gut wie vom Tisch!

Frist abgelaufen: Harder-Abschied aus Wolfsburg so gut wie vom Tisch!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Training daheim: Pernille Harder hält sich bei ihrer Freundin Magdalena Eriksson (l.) in London fit.
Training daheim: Pernille Harder hält sich bei ihrer Freundin Magdalena Eriksson (l.) in London fit. © 2019 Getty Images
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Pernille Harder, Top-Spielerin der Frauenfußball-Bundesliga, wird auch in der kommenden Saison für den VfL Wolfsburg auflaufen. Per Ausstiegsklausel hätte die Dänin gehen können - aber die Frist dafür ist verstrichen.

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Der Spielbetrieb ruht, aber untätig sind die Fußball-Klubs nicht – das gilt auch für den Frauen-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Und auch wenn es aktuell wichtigere Themen gibt, schreitet die Kaderplanung weiter voran. Besonders bedeutend für den VfL: Dass Top-Star Pernille Harder nach dieser Saison Wolfsburg verlassen könnte, ist so gut wie vom Tisch!

Vor allem der FC Chelsea, bei dem Harders Freundin Magdalena Eriksson spielt, hatte um die Dänin gebuhlt, in England wurde immer wieder von einer möglichen Ausstiegsklausel Harders (Vertrag bis 2021) berichtet. Nach WAZ-Informationen gab es diese Ausstiegsklausel mit einer festen Ablösesumme tatsächlich – sie galt allerdings nur bis zu einem Stichtag, der mittlerweile verstrichen ist. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, bestätigt dieses Vertragsdetail nicht, sagt aber: „Wir haben das Heft des Handelns in der Hand. Und wir planen mit Pernille für die nächste Saison.“

Harder hatte zuletzt erklärt, dass sie mit ihrer Freundin gern wieder in einem Team spielen würde. Von 2013 bis 2016 waren beide für Linköpings FC in Erikssons Heimatland Schweden aktiv, seit kurzem haben sie denselben Berater. 2021 wären beide ablösefrei, könnten sich dann einen gemeinsamen Klub quasi aussuchen.

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Das letzte Treffen zwischen Kellermann und Harder hatte es am Rande des Algarve-Cups Anfang März gegeben. Was besprochen wurde, bleibt intern, für Kellermann ist aber klar: „Pernille ist Vollprofi. Wenn sie auf dem Platz steht, wird sie 100 Prozent geben.“

Dass sich Chelsea beim VfL in Sachen Harder gemeldet hat, bestreitet Kellermann nicht – aber ganz offenbar war der ambitionierte Londoner Klub nicht bereit, die in der Ausstiegsklausel festgeschriebene Ablösesumme zu zahlen. Rund 300.000 Euro soll Chelsea stattdessen geboten haben, das wäre eine Rekordsumme im deutschen Frauenfußball gewesen. Dass die Engländer dieses Angebot nun noch einmal so stark erhöhen, dass der VfL vielleicht doch ins Grübeln kommt, scheint ausgeschlossen.

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So bleibt es bei den Abgängen von Sara Gunnarsdottir, Noelle Maritz, Claudia Neto, Kristine Minde, Hedvig Lindahl und Jana Burmeister; mit der deutschen Nationalspielerin Pauline Bremer (Manchester City) hat der VfL bereits einen hochkarätigen Neuzugang präsentiert. Weitere Spielerinnen – unter anderem eine Torfrau und eine Abwehrspielerin – sollen folgen. Die entsprechenden Gespräche laufen trotz der Einschränkungen durch die Corona-Epidemie weiter. Kellermann: „Videochats und Telefonate können ein persönliches Treffen nicht immer ersetzen. Aber wie in den Jahren zuvor haben wir alle betreffenden Gespräche sehr früh begonnen und sind in einigen Fällen schon sehr, sehr weit. Das ist jetzt ein Vorteil.“

Offen bleibt derweil, wie der Spielbetrieb der Fußballerinnen weitergeht – mindestens bis zum 19. April ruht der Ball. Als einziger deutscher Klub ist der VfL noch in drei Wettbewerben dabei und hat noch bis zu 14 Pflichtspiele zu bestreiten – sechs in der Meisterschaft, bis zu drei im DFB-Pokal und bis zu fünf in der Champions League. Die Spielerinnen sind daheim – Harder beispielsweise bei ihrer Freundin in London – und haben individuelle Trainingspläne, die bis Sonntag reichen. Wie es danach weitergeht, wird gerade diskutiert. Kellermann: „Wir haben interne Kommunikationstools, die wir schon eine ganze Weile nutzen und die jetzt gute Dienste leisten.“

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