27. September 2019 / 12:28 Uhr

Grindel-Nachfolge geklärt: Fritz Keller einstimmig zum neuen DFB-Präsidenten gewählt

Grindel-Nachfolge geklärt: Fritz Keller einstimmig zum neuen DFB-Präsidenten gewählt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fritz Keller ist wie erwartet zum neuen DFB-Präsidenten gewählt worden
Fritz Keller ist wie erwartet zum neuen DFB-Präsidenten gewählt worden © imago images/Jan Huebner
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Fritz Keller ist beim DFB-Bundestag am Freitag wie erwartet zum 13. Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes gewählt worden. Der 62 Jahre alte Spitzenwinzer und Klubchef von Bundesligist SC Freiburg ist Nachfolger des im April gestürzten Reinhard Grindel.

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Nun ist es amtlich. Fritz Keller ist neuer Präsident des Deutschen Fußball Bundes. Der 62-jährige Winzer und Klubchef vom Bundesligisten SC Freiburg wurde beim DFB-Bundestag am Freitag wie erwartet zum Nachfolger von Reinhard Grindel gewählt. Es gab keine Gegenstimmen oder Enthaltungen. In seiner Bewerbungsrede hatte Keller die integrative Kraft des Fußballs beschworen: "Wir sind das letzte Lagerfeuer, wir sind der Kitt der Gesellschaft." Er habe großen Respekt davor, einen Verband mit sieben Millionen Mitgliedern und fast 25.000 Vereinen zu führen. "Wenn ich diese Zahlen höre, wird mir immer noch schwindelig." Und Keller versprach: "Wenn sie mich wählen, wählen Sie eine externe Generalinventur, Transparenz, Sparsamkeit und auch eine Verschlankung für den Fußball."

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Das ist Fritz Keller

Schalke-Geschäftsführer Peters wird Kellers Vize

Kellers neuer Stellvertreter ist Schalke-04-Geschäftsführer Peter Peters. Er übernimmt das Amt als 1. Vizepräsident von Dr. Reinhard Rauball, der nach zwölf Jahren aus dem Amt ausscheidet. Im Amt bestätigt wurden Rainer Koch als 1. Vizepräsident für den Amateurbereich und Friedrich Curtius als Generalsekretär. Ebenso sitzen Schatzmeister Stephan Osnabrügge und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert weiter als Mitglieder im 20-köpfigen Präsidium.

Keller verweist auf #GABFAF-Bericht

Keller nahm in der Bewerbungsrede offenbar direkten Bezug auf die #GABFAF-Berichterstattung vor der Wahl und verwies auf einen Verein (ohne einen Namen zu nennen, in unserem Artikel war es der SV Liebertwolkwitz) , der 200 Euro Strafe für Nichtantritt zahlen muss, weil er nicht genügend Spieler für seine zweite Mannschaft zusammenbekommt. "Da muss man wirklich mal überlegen, ob das sein muss", sagte Keller.

#GABFAF: Das fordert der Amateurfußball von Fritz Keller

Stimmberechtigt bei der Wahl des DFB-Präsidenten waren neben den 44 Mitgliedern des Verbandsvorstandes und Ehrenpräsident Egidius Braun die Vertreter der 21 Landes- und fünf Regionalverbände des DFB. Die Verteilung der laut DFB-Homepage 140 Stimmen erfolgt nach der Größe der lokalen Einheiten. Die Vertreter der 36 Profiklubs haben insgesamt 74 Stimmen. Da es keinen Gegenkandidaten gibt, war die Wahl Kellers Formsache.

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Keller soll beim DFB eine Strukturreform auf den Weg bringen

„Ich habe großen Respekt vor dem Amt, der Aufgabe und dem, was vor mir steht. Ich kann nicht mehr machen, als alles zu geben. Wenn so viele Leute meinen, dass ich da was bewegen kann, dann mache ich das gerne“, hatte Keller vor der Wahl gesagt. Er soll beim von Krisen und Skandalen erschütterten Verband, darunter neben dem WM-Vorrunden-Aus 2018 auch die Affäre rund um die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland, in den kommenden Monaten und Jahren für Ruhe sorgen und eine Strukturreform auf den Weg bringen.

Das sind die Vorgänger von DFB-Präsident Fritz Keller

Fritz Keller (links) ist der 13. Präsident in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes – Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach
 (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. Zur Galerie
Fritz Keller (links) ist der 13. Präsident in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes – Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. ©

Seinem Vorgänger Reinhard Grindel war letztlich eine geschenkte Luxus-Uhr zum Verhängnis geworden. Auch Grindels Vorgänger Gerhard Mayer-Vorfelder, Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sind aus unterschiedlichen Gründen nicht regulär aus dem Amt geschieden. "Es ist bekannt, dass der DFB auf dieser Position in eigentlich zu kurzer Zeit eine Vakanz hat", monierte Christian Seifert, Boss der Deutschen Fußball-Liga (DFL), als starker Mann der Profi-Fraktion. Auch Bundestrainer Joachim Löw stellte fest, dass der DFB „die letzten Monate in einem unruhigen Fahrwasser“ war.