13. September 2021 / 16:44 Uhr

Frödes Traumdebüt bei Hansa Rostock: Es gibt nichts Schöneres

Frödes Traumdebüt bei Hansa Rostock: Es gibt nichts Schöneres

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Niklas Fröde (r.) feierte am Sonntag einen Traumeinstand beim FC Hansa. Ridge Munsy, Thomas Meißner und Nik Omladic (v.r.) waren nach dem Siegtreffer die ersten Gratulanten.
Lukas Fröde (r.) feierte am Sonntag einen Traumeinstand beim FC Hansa. Ridge Munsy, Thomas Meißner und Nik Omladic (v.r.) waren nach dem Siegtreffer die ersten Gratulanten. © Andy Bünning
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Im ersten Spiel hinten gut verteidigt und vorn getroffen – besser hätte der Start für den neuen Hansa-Verteidiger Lukas Fröde nicht laufen können. Sportlich hat der 26-Jährige bei seinem Debüt für den FC Hansa Rostock überzeugt. Privat sucht er noch eine Wohnung in Rostock: für sich, seine Freundin und den gemeinsamen Hund.

Es dauerte eine ganze Weile länger als gewöhnlich, ehe Lukas Fröde am Sonntag alle Interview-Wünsche erfüllt hatte. Das Interesse am Neuzugang des FC Hansa Rostock war enorm, nachdem er im Heimspiel gegen Darmstadt kurz vor Spielende den erlösenden 2:1-Siegtreffer für seine neue Mannschaft erzielt hatte.

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Fast eine Stunde nach dem Schlusspfiff schien es immer noch so, als wolle das strahlende Blendax-Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht des 26-Jährigen weichen. „Wer ein Drehbuch für den Fußball schreibt, der wird es so oder so ähnlich machen. Das ist phänomenal. Es gibt wenig Schöneres. Solche Dinge erlebt man nicht so oft im Leben. Und deshalb muss man sie auch genießen“, erzählte der 26 Jahre alte Defensivspezialist am Tag seines ersten Einsatzes für den FC Hansa, was ihm durch den Kopf ging.

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Fröde war der Mann des Spiel, weil er mit seinem Treffer den ersten Heimsieg für den Zweitliga-Aufsteiger klargemacht hatte. Davor hatte die Härtel-Elf zuletzt am 20. März gewonnen. Das 1:0 gegen den Halleschen FC in der 3. Liga war ein Puzzleteilchen für den Aufstieg im Mai.

Auch Fröde hatte lange schmoren müssen: Der gebürtige Hesse war beim Karlsruher SC über Monate hinweg kaum zum Zuge gekommen. Seit Anfang des Jahres hatte Fröde für die Badener in der 2. Liga kaum noch gespielt. Bei Teilzeitbeschäftigung in sechs Partien kamen gerade mal knapp 160 Einsatzminuten zusammen.

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Markus Kolke: Er blieb Sieger in beiden Eins-gegen-Eins-Situationen gegen Pfeiffer (4.) und Goller (49.). Insgesamt machte der Torwart einen souveränen Eindruck. Note: 1,5 Zur Galerie
Markus Kolke: Er blieb Sieger in beiden Eins-gegen-Eins-Situationen gegen Pfeiffer (4.) und Goller (49.). Insgesamt machte der Torwart einen souveränen Eindruck. Note: 1,5 ©

Der Einstand bei Hansa – für Fröde schon vor Anpfiff etwas Besonderes. „Ich spiele ja schon ein bisschen Fußball. Insofern war ich nicht allzu nervös. Aber dennoch war ich gespannt darauf, was mich hier erwarten wird“, erzählte er über sein Debüt vor 15 500 Fans im Ostseestadion. Und war sich sicher: „Diesen Tag werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“

Dass sein Plan, den neuen Mann schon bei der ersten Gelegenheit einzusetzen, voll aufging, freute auch Jens Härtel: „Dass er dann auch noch das Tor macht und seine gute Leistung krönt, ist für uns alle natürlich überragend“, lobte der Hansa-Trainer den 1,92-Meter-Mann, der vorne traf und in der Verteidigung nicht fremdelte. Schon kurz nach Spielbeginn hatte Fröde die Gastgeber mit einer Kopfball-Abwehr auf der Linie vor dem Rückstand bewahrt. Eine Aktion, die ihm für den weiteren Spielverlauf geholfen habe, berichtete der Profi.


Hansas Sportvorstand Martin Pieckenhagen hatte den bei Werder Bremen ausgebildeten Fröde am 31. August, dem letzten Tag der Transferperiode, für ein Jahr vom Ligarivalen Karlsruhe losgeeist. Der einstige Bundesliga-Torwart lobte Frödes „fußballerische Qualitäten wie seine Lauf- und Kopfballstärke, eine gute Passquote und sein Zweikampfverhalten“ – allesamt Dinge, die der Spieler bei seinem Debüt unter Beweis stellte.

Sportlich ist Fröde augenscheinlich schon voll an der Küste angekommen, privat hingegen noch nicht ganz. „Ich suche noch nach einer Wohnung für meine Freundin, unseren Hund und mich. Das ist hier oben nicht ganz einfach“, berichtet der Verteidiger und schickte grinsend hinterher: „Vielleicht sind meine Chancen gestiegen, wenn der ein oder andere Vermieter im Stadion war und das Spiel gesehen hat.“

Von Christian Lüsch