25. Januar 2019 / 18:17 Uhr

Fröhlichkeit, Kampfgeist, Engagement: Leiterin des Sportmuseums beendet Arbeit.

Fröhlichkeit, Kampfgeist, Engagement: Leiterin des Sportmuseums beendet Arbeit.

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Ausstellung  IN BEWEGUNG Meilensteine der Leipziger Sportgeschichte   im Stadtgeschichtliches Museum in Leipzig. Gerlinde Rohr mit den Rennrädern von Jens Lehmann und Uwe Ampler in der Ausstellung.
Ausstellung " IN BEWEGUNG Meilensteine der Leipziger Sportgeschichte " im Stadtgeschichtliches Museum in Leipzig. Gerlinde Rohr mit den Rennrädern von Jens Lehmann und Uwe Ampler in der Ausstellung. © Kempner
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Große Worte vom Bürgermeister für Gerlinde Rohr. Die 63-jährige verabschiedet sich als Leiterin des Sportmuseums.

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Der Rathaus-Chef baute mit lebendigen Worten ein Denkmal: „Ihr Wirken hat Spuren hinterlassen. Danke für Ausdauer, Fröhlichkeit, Kampfgeist und Engagement“, lobte Burkhard Jung in höchsten Tönen die langjährige Sportmuseums-Leiterin Gerlinde Rohr, 63, die sich am Freitag persönlich von Wegbegleitern in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedete. Das Bootshaus des SC DHfK am Klingerweg war dazu die perfekte Adresse. 1904 vom Verein Sturmvogel erbaut, verbindet sich hier Historie mit Zeitgeist und olympischer Geschichte.

Ein Stück Stadtgeschichte

„Ihr“ Haus hat die ehemalige Leichtathletin die meiste Zeit im Keller erlebt, eine Schatzkammer ohne Perspektive. 95 000 Exponate fern der Öffentlichkeit. Dennoch war für Gerlinde Rohr aufgeben nie eine Option. „Es waren schwierige Jahre, aber es hat nie einen Moment gegeben, in dem ich das Handtuch werfen wollte. Viele, viele Menschen haben etwas fürs Sportmuseum getan. Das hat mir Kraft gegeben“, sagte sie in ihrer emotionalen Tschüss-Rede, der auch Radsport-Legende und Fördervereins-Miglied „Täve“ Schur, 87, applaudierte. Nun heißt es Abstand gewinnen, für Mann, Tochter und Enkelin da sein. Aber sie hat schon wieder Pläne musealer Art im Blick – der unruhige Ruhestand lässt grüßen.

Der Oberbürgermeister erinnerte an seine ersten Gespräche mit RB-Leipzig-Mäzen Dietrich Mateschitz, auch zum Thema Sportmuseum. „Erst mal aufsteigen, dann sehen wir weiter“, hatte der Red-Bull-Chef dem OBM auf den Weg gegeben. Laut Jung sei das neue Sportmuseum nun „greifbar nahe“. Für den Neubau hatte die sächsische Staatsregierung bereits vor einem knappen halben Jahr 2,07 Millionen Euro bewilligt. „Diese liegen in Dresden bereit und werden freigegeben, wenn die Stadt Leipzig ein tragfähiges Konzept vorlegt“, sagte Wolf Dietrich Rost, Sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag. Nach LVZ-Informationen hat RB Leipzig das Sportmuseum in seinen Umbauplänen des Stadionvorplatzes tatsächlich fest verankert.