27. Oktober 2019 / 11:55 Uhr

Frühes Gegentor leitet die Rathenower Niederlage ein

Frühes Gegentor leitet die Rathenower Niederlage ein

Detlev Nießer und Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
Youssef Sakran
Youssef Sakran wollte es vor dem 0:2 spielerisch lösen, anstatt den Ball resolut rauszuschlagen. © Christoph Laak
Anzeige

Regionalliga Nordost: Optik Rathenow unterliegt beim FSV Wacker Nordhausen mit 0:4.

Anzeige

Nach vier ordentlichen Spielen heute ein katastrophales“, äußerte Ingo Kahlisch, Trainer des FSV Optik Rathenow, schon während der Partie in Nordhausen. Später blieb er zwar bei der Aussage, relativierte das Ganze aber. Im Südharz unterlag der FSV Optik verdient mit 0:4. Eine Überraschung gab es schon vor dem Anpfiff. Zu den schon bekannten verletzungs- und arbeitsbedingten Ausfällen kam nämlich noch eine freiwillige Umstellung. „Er ist nicht weit weg, hat sich im Training angeboten und nun halt mal seine Chance bekommen. Wir haben drei sehr gute Torhüter“, sagte der Trainer zum ersten Regionalligaeinsatz von Direnc Güven. Soviel vorweg, der Keeper war bei allen Treffern ohne Chance, zeigte sich aufmerksam und rettete mehrfach bravourös.

Anzeige
Mehr zur Regionalliga Nordost

Glodi Zingu verriet schon mal den Matchplan: „Wir wollen wieder mit Fünferkette gut stehen, wie bei Viktoria und dem BAK. Wenn wir dann lange die Null halten, ist hier auch was möglich. So ein Punkt wäre ein schöner Bonus.“ In der Theorie zweifellos richtig, war das Ganze auf dem Platz nach gut zwei Minuten Makulatur. Joy Lance Mickels wurde bei einem Solo überhaupt nicht bedrängt und hatte alle Zeit der Welt, den Ball platziert ins lange Eck zu schießen. „Da haben wir noch im Bus gesessen. Danach war natürlich klar, dass es ganz schwer wird“, so Ingo Kahlisch.

Kleinere Reibereien am Speilfeldrand

Auch in der Folge hatte Rathenow sehr viel Mühe, die Gastgeber vom eigenen Tor fernzuhalten. Wie viel Druck unterm Kessel war, bewies eine Szene Mitte der ersten Hälfte. Einwurf in Höhe der Mittellinie. Auf Robert Berlins eher scherzhaften Ruf: „Hey, andersrum“ reagierte Wackercoach Heiko Scholz mit einer wüsten Schimpftirade. Schiedsrichter Christopher Gaunitz musste erstmal schlichten. Auf dem Platz schwamm sich Optik ein wenig frei.

Florian Beil, Lucas Scholl und Joy Lance Mickels hatten die weiterhin größeren Gelegenheiten für die Thüringer, aber Marc Langner und Kevin Adewumi zwangen zwischenzeitlich auch Fabian Guderitz zum Eingreifen. Ob der beim Hinterhaltsschuss von Benjamin Wilcke (30.) herangekommen wäre, war letztlich egal, bei Optiks gefährlichster Szene der ersten 45 Minuten fehlten ein paar Zentimeter. Leider machte sich der FSV die Leistungssteigerung selbst kaputt. Mehrfach hätte das Leder in der 36. Minute aus der Gefahrenzone geschlagen werden. Nein, wieder einmal wollte man im eigenen Strafraum zaubern. Nils Pichinot sagte Danke und schoss locker zum 2:0 ein.

Optik kassiert zwei weitere Tore binnen drei Minuten

Zur Pause gab es eine Umstellung. Für Süleyman Kapan, dem gar nichts gelingen wollte, kam Robin Techie-Menson zu seinem Saisondebüt. Kevin Adewumi rückte dafür in die Spitze. Da war er sehr einsam, denn das Geschehen spielte sich nur im Optik-Strafraum ab. Ausgerechnet Cihan Ucar, einst in Rathenow aktiv, leitete den dritten Treffer ein. Seinen Schuss parierte Direnc Güven. Florian Beil staubte ab. Und wenig später traf dieser auch noch zum 4:0 (58.). „Hier haben wir schon mal sechs Dinger bekommen, daran musste ich in der Phase denken“, gab Ingo Kahlisch später zu. Dass es dazu nicht kam, hatte zwei Gründe. Zum einen wirkten die Gastgeber nun nicht mehr ganz konzentriert. Aber vor allem fügten sich die drei Wechsler bei Rathenow gut ein, sorgten spielerisch und vom Kampfgeist her für Belebung.

In Bildern: Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Bilder der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20. ©

"Es kommen jetzt wichtige Spiele auf uns zu, in denen wir uns durchaus etwas ausrechnen. Mal schauen was dabei heraus kommt. Ich hoffe, dass in der kommenden Woche der ein oder andere Spieler in den Kader zurückkehrt. Außerdem bräuchten bei uns jetzt einige Spieler mal eine Pause, das ist bei unserem Spielplan aber nicht möglich. Wir müssen das beste daraus machen", erklärte Ingo Kahlisch im Anschluss an die Partie.