23. Februar 2021 / 12:00 Uhr

Frühlingserwachen beim Otterwischer SV: Die Hoffnung auf den Re-Start

Frühlingserwachen beim Otterwischer SV: Die Hoffnung auf den Re-Start

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Die Fußballfans sehnen sich solche Szenen herbei: Der Otterwischer Alexander Herrmann (vorn) kämpft mit dem Gleisberger Vincent Böhm in einem Kreispokalspiel um den Ball.
Die Fußballfans sehnen sich solche Szenen herbei: Der Otterwischer Alexander Herrmann (vorn) kämpft mit dem Gleisberger Vincent Böhm in einem Kreispokalspiel um den Ball. © Karsten Hannover (Archiv)
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Mehr als Lauftraining ist in Otterwisch und anderen Orten, an denen Fußball auf Hobbyniveau gespielt wird, nicht drin. Austritte musste man bisher aber nicht hinnehmen.

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Otterwisch. Die ersten Schneeglöckchen recken ihre Köpfe, die Natur erwacht aus dem Winterschlaf. Erblüht bald auch der Amateurfußball zu neuem Leben und kann Frühlingsgefühle genießen? Unter den Nägeln brennende Fragen, welche man sich unter anderem beim Otterwischer SV stellt. Felix Reimann aus dem Trainerteam des OSV hat sich stellvertretend für seine Vereinskollegen auf dem Fußballportal FuPa diverse Gedanken gemacht. Die Stimmung im und um den Jahn-Sportpark herum sei unverändert von Hoffnung auf eine baldige Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs gekennzeichnet. Wobei Reimann mit Bescheidenheit und dennoch deutlichem Nachdruck betont, dass man sich auf Kreisebene und damit im absoluten Hobbybereich befinde.

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Abteilungsleitung hat Hygienekonzept erstellt

So wurden in den einzelnen Mannschaften seit dem Beginn der abermaligen sportlichen Zwangspause Dinge wie Online- und Videotraining komplett weggelassen, nachdem beim ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres noch verschiedene Challenges mit konkreten Aufgabenstellungen der verantwortlichen Übungsleiter an den Start gingen. Immerhin stehe bei den Herren momentan einmal in der Woche ein freiwilliges Lauftraining in Kleinstgruppen unter strenger Einhaltung der Abstandsregeln auf dem Programm.

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In dem Zusammenhang habe die Abteilungsleitung bereits vor etlichen Monaten ein Hygienekonzept erstellt, was ohne jegliche Vorerfahrung mit derartigen Sachen natürlich alles andere als unkompliziert war. Die Umsetzung funktionierte dann allerdings weitestgehend reibungslos, wenngleich insbesondere die Kabinenkapazitäten den Verein an gewisse Grenzen stießen ließ. Damals seien jedoch sämtliche Beteiligten froh über den Restart gewesen. Aktuell sei niemand mit einer Überarbeitung des vorliegenden Konzepts beschäftigt, weil die zeitliche Ungewissheit hinsichtlich des erneuten Wiederbeginns dominiere. Werden noch alle Otterwischer Akteure an Bord sein, wenn das runde Leder auf den grünen Rasen zurückkehrt?



Sponsoren beweisen Verbundenheit zum Verein

Immerhin haben Felix Reimann und seine Mitstreiter bislang keine Austritte verzeichnen müssen, für eine abschließende Bilanz sei es aber noch nicht der Zeitpunkt gekommen. Vor allem im Nachwuchsbereich könnte unter Umständen manch Spieler zur Erkenntnis kommen, dass der Fußball nicht wirklich gefehlt hat und auch die Konsole ganz interessant gewesen ist. Bei den Männern bestehe wohl vornehmlich bei den schon etwas älteren Kickern – bei denen Familie, Hausbau und ähnliches im Vordergrund steht – eine gewisse Gefahr. Hier dürften noch einige Überredungskünste notwendig sein, damit das Gefüge der Teams nicht ins Wanken gerät.

Keineswegs in Schräglage befände sich das Verhältnis zu den Sponsoren. Wobei in der Kreisliga sowieso kein Unterstützer sein Engagement vom sportlichen Erfolg abhängig macht, sondern aus Verbundenheit zum Verein handle. Dennoch sei es nicht völlig egal, wie mit dem angebrochenen Spieljahr verfahren wird. Reimann hält eine Beendigung der Hinrunde für sinnvoll, falls es spätestens Ostern weiter gehe. In dem Fall hätte jeder einmal gegen jeden gespielt. Wenn dies nicht möglich sei, bliebe der Abbruch der Saison ohne Auf und Absteiger und die anschließende Austragung von Pflichtfreundschaftsbegegnungen zur Abdeckung eines regelmäßigen Spielbetriebs als zweite Lösung übrig. In der Variante mit Aufsteigern und ohne Absteiger wie im Vorjahr könne er dagegen überhaupt keinen Sinn erkennen.

Weitaus produktiver soll sich aus Otterwischer Sicht eine personelle Verstärkung in ihrem Kader auswirken. Der zuletzt beim Meißner SV 08 aktive Jakob Schöne macht in Bad Lausick eine Ausbildung zum Erzieher, passt augenscheinlich perfekt zur jungen OSV-Truppe und könnte dieser mit seinen Qualitäten durchaus weiter helfen. Zwei Wünsche hat Felix Reimann zu guter Letzt noch. Zum einen sollten seiner Meinung nach die Fußball-Interessierten aus der Region in Zukunft noch häufiger mit den von Ehrenamtlichen am Laufen gehaltenen und und keinerlei Privilegien genießenden lokalen Amateurvereinen mitfiebern anstatt ständig in ein naheliegendes Bundesligastadion zu fahren. Zum anderen möge so bald wie möglich der Ball wieder rollen, in welcher Form auch immer.

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