30. März 2021 / 18:42 Uhr

Frust beim Teltower FV, gedämpfte Freude bei Babelsberg 03 II

Frust beim Teltower FV, gedämpfte Freude bei Babelsberg 03 II

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Holger Wünsche (Trainer Teltow), SG Bornim - Teltower FV, Landesklasse West, 2. Spieltag, Saison 20/21, Potsdam, 29.08.2020, Foto: Benjamin Feller
Holger Wünsche und seine Schützlinge vom Teltower FV nahmen die Entscheidung des Saisonabbruchs enttäuscht zur Kenntnis. © Benjamin Feller
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Während der Traum vom Aufstieg in die Landesliga für die TFV-Mannschaft von Trainer Holger Wünsche geplatzt ist, hält die zweite Mannschaft des SV Babelsberg 03 die Klasse.

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Die Enttäuschung ist groß, der Frust sitzt tief: „Natürlich sind wir alle stark konsterniert“, sagt Holger Wünsche am Tag nach dem beschlossenen Saisonabbruch der Fußball-Saison 2020/21. „Man reißt sich monatelang den Arsch auf und steht jetzt mit leeren Händen da“, sagt der Trainer des Teltower FV. Das Vereinsurgestein stand mit seinen Schützlingen zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung mit 28 Punkten aus zehn Spielen an der Tabellenspitze der Landesklasse West und träumte nach 14 Jahren von der Rückkehr in die Landesliga. Dieser Traum ist jetzt geplatzt.

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„Bei uns hat viel zusammengepasst: Die Neuzugänge im Sommer, starke Leistungen und auch das nötige Quäntchen Glück.“ Alles Dinge, die man für einen Aufstieg braucht. Dass die Saison 2020/21 anders als im Vorjahr ohne Wertung abgebrochen wird, stößt im Lager des TFV auf Unverständnis. „Eine mutlose Entscheidung des Landesverbandes“, sagt der 46 Jahre alte Trainer der Teltower, der früher selbst viele Jahre die Töppen für den Verein schnürte. Man habe nur abgewartet und sich auf der im Winter mit den Vereinen durchgeführten Umfrage zu einer möglichen Saisonfortsetzung ausgeruht. Ob Wünsche Alternativen zum jetzt Beschlossenen sieht? „Man hätte die Saison zum Beispiel auf zwei Jahren ausdehnen, also eine Spielzeit 2020/21/22 austragen können. So hätte man am Ende einen sportlichen Wert gehabt und Druck von den Vereinen genommen. Oder man hätte Spiele ohne Zuschauer bestritten“, sagt Wünsche, der große Zweifel daran hat, dass die kommende Saison, die am 14./15. August starten soll, regulär über die Bühne geht.

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„Es gibt so viele Unwägbarkeiten, dass ich mir das nicht vorstellen kann.“ Eine Wertung durch die Quotientenregelung sei sicherlich nicht der Königsweg, aus Sicht des TFV-Coaches aber besser als die Annullierung gewesen. „Die Probleme der aufgeblähten Staffeln werden so nur aufgeschoben.“ Mit einem wohl zum Großteil zusammenbleibenden Kader werde man im kommenden Spieljahr versuchen, ein Wörtchen um den Aufstieg mitzureden. „Der Wille ist da. Aber wir haben dieses Jahr erst wieder gesehen, dass das von vielen Komponenten abhängig ist, die man nicht immer beeinflussen kann. Zumal die anderen Teams wie Nauen oder Michendorf nicht schlafen und sicherlich angreifen wollen.“

Vier Neue bei Babelsberg 03 II

Anders als der Teltower FV profitiert die zweite Mannschaft des SV Babelsberg 03 vom Aussetzen der Abstiegsregelung. Mit null Punkten aus den bisher sieben absolvierten Partien stand die Mannschaft von Trainer Thomas Schulz auf dem letzten Tabellenplatz in der Landesliga Nord und bangte um den Klassenerhalt. Freudensprünge machen die Kiezkicker nicht. „Wir nehmen die Nachricht so auf und sind froh, dass wir nicht absteigen. Aber wir hätten es lieber sportlich geschafft und haben dafür in den vergangenen Wochen und Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt“, berichtet Schulz etwa von durchgeführtem Individualtraining und vier neuen Spielern in seinen Reihen.

So hätte er im weiteren Saisonverlauf auf die Rückkehrer Tobias Paul (Borussia Belzig) und Jonas Tzitschke setzen können. Auch Defensivroutinier Steffen Krause (ehemals Fortuna Babelsberg und ESV Lok Potsdam) und Tobias Wegener (zuletzt vereinslos) wären neu zum Babelsberger Team gestoßen. „Wir wären definitiv nicht schlechter geworden und hätten gerade gegen die Gegner aus der unteren Tabellenhälfte sicherlich noch Chancen auf die nötigen Punkte gehabt“, ist sich Thomas Schulz sicher und war über die Entscheidung am Montagabend wenig überrascht. „Für mich stand das ehrlich gesagt schon zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung Anfang November mehr oder weniger fest. Alles andere wäre wünschenswert, aber auch überraschend gewesen.“