26. Mai 2019 / 20:10 Uhr

Frust beim VfL Wolfsburg II: "Wir haben eine ganze Saison verkackt"

Frust beim VfL Wolfsburg II: "Wir haben eine ganze Saison verkackt"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Juliam Klamt scheiterte zum dritten Mal mit dem VfL II in der Relegation
Juliam Klamt scheiterte zum dritten Mal mit dem VfL II in der Relegation © Boris Baschin
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Niedergeschlagen und mit hängenden Köpfen trotteten die Spieler des VfL Wolfsburg II nach dem verpassten Drittliga-Aufstieg durch die Katakomben des Stadions an der Grünwalder Straße. Extrem schmerzhaft hatten die Regionalliga-Fußballer das Relegations-Rückspiel beim FC Bayern München II mit 1:4 verloren. Besonders tragisch war es für Kapitän Julian Klamt.

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Bereits 2014 gegen die SG Sonnenhof Großaspach und 2016 gegen Jahn Regensburg hatte der Innenverteidiger mit dem VfL II den Sprung in die Drittklassigkeit verpasst. Und auch im dritten Anlauf wurde nichts aus dem langersehnten Aufstieg. „Es klingt vielleicht banal“, sagte Klamt anschließend, „aber ich kenne es ja nicht anders.“ Dann ließ er doch noch einen Blick in seine Gefühlswelt zu: „Es ist extrem bitter und ich fühle mich einfach leer. Du spielst eine super Saison und stehst am Ende mit leeren Händen da. Wenn ich noch einmal Relegation spielen muss, laufe ich weg.“ Noch deutlicher formulierte es Wolfsburgs Trainer Rüdiger Ziehl: „Du bist in der Regionalliga Erster, alles ist super. Du spielst das Relegations-Hinspiel richtig gut, hast dann im Rückspiel aber zu wenig Ballbesitz und verlierst. Wir haben eine ganze Saison verkackt.“

Bayern II gegen VfL II - Die Bilder des Rückspiels

Strafraumszene:  Nicolas Feldhahn (Bayern München, FCB, 5) gegen Blaz Kramer (VfL Wolfsburg) Zur Galerie
Strafraumszene:  Nicolas Feldhahn (Bayern München, FCB, 5) gegen Blaz Kramer (VfL Wolfsburg) ©

Dabei war die Ausgangslage nach dem 3:1-Erfolg so gut. Und auch in München fanden die Wolfsburger durch das schnelle 1:0 von Daniel Hanslik optimal in die Partie. Bis zur 33. Minute, als der Ausgleich fiel, lief alles nach Plan. „Dann war eine Verkrampfung zu spüren. Vielleicht auch Angst vor der eigenen Courage“, sagte Ziehl. Pablo Thiam, sportlicher Leiter des VfL-Nachwuchses, pflichtete ihm bei: „Nach der Führung musst du eigentlich nur noch zupacken, aber das war gerade das Problem. Wir haben es nicht geschafft, dagegenzuhalten.“ Ähnlich sah es auch Klamt: „Mit Ball war das Problem, wir waren viel zu passiv.“

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Erst nach dem 4:1 fanden die VfLer wieder zu ihrem Spiel und warfen alles nach vorn. „Ab dem Zeitpunkt, wo wir ein Tor machen müssen, war es eine gute Partie von uns“, sagte Klamt. Und: „Ich sehe den Fluch auf mir“, so der Innenverteidiger enttäuscht. Das einzig Positive: In der kommenden Saison steigt der Meister der Regionalliga Nord direkt auf...