18. November 2019 / 10:45 Uhr

FSV 63 Luckenwalde: Der Trick mit der Steinschleuder

FSV 63 Luckenwalde: Der Trick mit der Steinschleuder

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Trainer Jan Kistenmacher (FSV 63 Luckenwalde)
Ein kräftiger Schluck aus der Wasserflasche: FSV-Trainer Jan Kistenmacher unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Landespokal-Viertelfinales gegen Energie Cottbus. © Frank Neßler
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AOK-Landespokal: Jan Kistenmacher, der Trainer des FSV 63 Luckenwalde, setzt beim 2:1-Viertelfinalerfolg über den Favoriten Energie Cottbus auf eine List und beweist Motivationsqualitäten.

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Der Jubel im Seelenbinder-Stadion war groß. Der gastgebende FSV 63 Luckenwalde machte die Überraschung perfekt. Am Sonnabend schmiss der Oberligist den Favoriten aus der Regionalliga, den Titelverteidiger Energie Cottbus, mit einem 2:1 (1:0)-Sieg in 90 Spielminuten aus dem diesjährigen Fußball-Landespokal und steht nun im Halbfinale des Wettbewerbs.

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In Bildern: Der FSV 63 Luckenwalde schmeißt Energie Cottbus aus dem Pokal.

<b>FSV 63 Luckenwalde – FC Energie Cottbus 2:1 (1:0).</b> Tore: 1:0 Nils Gottschick (13.), 2:0 Frank Rohde (50.), 2:1 Dimitar Rangelov (63.). Zuschauer: 1103. Zur Galerie
FSV 63 Luckenwalde – FC Energie Cottbus 2:1 (1:0). Tore: 1:0 Nils Gottschick (13.), 2:0 Frank Rohde (50.), 2:1 Dimitar Rangelov (63.). Zuschauer: 1103. © Julius Frick und Frank Neßler

FSV-Trainer Jan Kistenmacher trank gleich nach dem Schlusspfiff erst einmal einen kräftigen Schluck aus einer Wasserflasche. Anschließend nahm er die Glückwünsche für den Überraschungserfolg seiner Mannschaft entgegen und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. „Ich habe einen roten Luftballon in der Kabine“, erklärte der 46-Jährige, „den werden wir gleich zerstechen.“ Ein Symbol dafür, dass in Luckenwalde für Energie Cottbus der Traum vom erneuten Landespokalsieg geplatzt ist. „Der kleine David hat den übermächtigen Goliath heute tatsächlich zur Strecke gebracht“, freute sich der FSV-Coach über den Erfolg.

Intensiv und mit ganz speziellen Methoden hatte Kistenmacher sein Team auf die Pokal-Viertelfinalpartie vorbereitet. „Ich habe die Jungs kurz vor dem Spiel in den Wald geschickt“, sagte Kistenmacher, „die sollten alle eine Steinschleuder basteln. Die halten mich deshalb manchmal für ein bisschen bescheuert, aber ich habe ihnen danach die Geschichte von David und Goliath erzählt, damit sie verstehen, dass man auch ohne Schild, ohne Rüstung und ohne Speer gegen einen übermächtigen Gegner eine Chance hat. Wichtig ist, sich darauf zu besinnen, was man kann. Diese List hat funktioniert, unser Plan ist aufgegangen. Natürlich gehört ein wenig Glück dazu. Man muss mit der Steinschleuder den Riesen so treffen, dass er umfällt.“

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Den ersten Wirkungstreffer beim Favoriten erzielten die Luckenwalder am Sonnabend vor 1103 Zuschauern in der 13. Spielminute. Nach einem Ballverlust der Cottbuser in der eigenen Hälfte bediente Frank Rohde den auf der rechten Angriffsseite mitgelaufenen Nils Gottschick, der mit einem platzierten Flachschuss in die lange Ecke Energie-Schlussmann Toni Stahl keine Abwehrchance ließ. Die knappe Führung nahmen die Hausherren völlig verdient mit in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Rohde (50.) selbst, nach einer Flanke von Pascal Borowski, per Kopf auf 2:0. Es war die Vorentscheidung in einer Pokalpartie, deren Schlussphase durch den Anschlusstreffer von Energie-Kapitän Dimitar Rangelov (63.) - nach einer Freistoßflanke von Berkan Taz - noch spannend wurde. Die aufopferungsvoll kämpfenden Luckenwalder ließen jedoch kaum noch brenzlige Situationen vor ihrem Tor zu. Es blieb beim 2:1. Der Riese war erfolgreich zu Fall gebracht.