12. März 2021 / 19:05 Uhr

FSV 63 Luckenwalde mit Remis im ersten „Geheimtest“

FSV 63 Luckenwalde mit Remis im ersten „Geheimtest“

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
FSV-Abwehrspieler Tobias Francisco (l.) bleibt Zweikampfsieger im Duell mit dem Babelsberger Bogdan Rangelov.
FSV-Abwehrspieler Tobias Francisco (l.) bleibt Zweikampfsieger im Duell mit dem Babelsberger Bogdan Rangelov. © Frank Neßler
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Regionalliga Nordost: Guter Auftritt der Luckenwalder Fußballer beim 1:1 gegen den Staffelkontrahenten SV Babelsberg 03.

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"Ich habe jetzt den Durchblick“, sagte Jan Kistenmacher im Anschluss an den ersten offiziellen „Geheimtest“ des Fußball-Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde nach der Lockdown-Zwangspause. Ohne Zuschauer trennten sich die Luckenwalder am Donnerstagabend vom Staffelkontrahenten SV Babelsberg 03 mit 1:1 (1:0). Kistenmacher, der Chefcoach der Gastgeber bezog sich in seiner Spielanalyse zunächst darauf, dass er eine schicke Brille trägt. „Die habe ich verschrieben bekommen. Jetzt kann ich die Namen auf den Trikots wieder lesen und so zuordnen, wer in meiner Mannschaft Leistung bringt, oder eben nicht“, scherzte Kistenmacher.

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Mit dem, was er dank Brille gestochen scharf auf dem Kunstrasen des Seelenbinder-Stadions zu sehen bekam, war der Luckenwalder Chefcoach mehr als zufrieden. „Die Befürchtungen haben sich nicht bestätigt“, stellte Kistenmacher fest. Er hatte vor dem Anpfiff des ersten Duells seiner Mannschaft unter realen Wettkampfbedingungen seit mehr als vier Monaten einige Bedenken. Der Grund dafür: Die Trainingsplanung der Babelsberger ist eine ganz andere als die der Luckenwalder. Während sich die Filmstädter seit Januar voll auf einen möglichen Re-Start der Meisterschaft vorbereiten, warteten die Luckenwalder im Lockdown zunächst einmal ab. „Die Spieler haben sehr viel mit Hausaufgaben gearbeitet“, erklärte Kistenmacher. Erst in der vorigen Woche fuhr die Mannschaft das Trainingspensum hoch.

In Bildern: Zwei Tore, zahlreiche Erkenntnisse, aber keine Zuschauer beim "Geheimtest" zwischen dem FSV 63 Luckenwalde und dem SV Babelsberg 03.

Zwei Tore, zahlreiche Erkenntnisse, aber keine Zuschauer beim Geheimtest zwischen dem FSV 63 Luckenwalde und dem SV Babelsberg 03. Zur Galerie
Zwei Tore, zahlreiche Erkenntnisse, aber keine Zuschauer beim "Geheimtest" zwischen dem FSV 63 Luckenwalde und dem SV Babelsberg 03. © Frank Neßler

Von Nachteil ist die Luckenwalder Herangehensweise offenbar nicht, wie sich am Donnerstag zeigte. Vor allem im ersten Abschnitt des „Geheimtests“ gegen Babelsberg hielt der FSV gut mit. Das Team bestimmte über weite Strecken das Geschehen und erarbeitete sich gleich mehrere gute Einschussmöglichkeiten. Nachdem er zweimal zuvor in aussichtsreichen Situationen gescheitert war, erzielte Till Plumpe schließlich das 1:0 nach 35 Minuten. Von Tim Göth auf der linken Außenbahn in Szene gesetzt, netzte der FSV-Angreifer mit einem überlegten Schuss von der Strafraumraumgrenze aus zur Pausenführung der Gastgeber ein. „Till erledigt seinen Job. Er weiß langsam, wo das Tor steht. Der Kompass ist ein bisschen geeicht, nun müssen wir die Nachjustierung noch in den Griff kriegen. Ich bin aber sehr zuversichtlich“, kommentierte Kistenmacher den Treffer seines Stürmers.

Auch für die anderen Mannschaftsteile fand der FSV-Trainer lobende Worte. „Die Abwehr stand sicher und wir haben tolle Mittelfeldmotoren“, so die Einschätzung von Kistenmacher. Nach der Pause kamen in beiden Mannschaften neun (Luckenwalde) beziehungsweise sieben (Babelsberg) weitere Akteure zum Einsatz. Im Großen und Ganzen zeigte sich, dass beim FSV 63 auch der zweite Anzug passt. Allerdings ließen sich die Luckenwalder oft weit in die eigene Hälfte drängen. Die Angreifer hingen meist in der Luft. Pässe in die Spitze kamen nicht an, Entlastung gab es kaum. Nach einem Handspiel, Jakob Gesien war aus kurzer Entfernung angeschossen worden, entschied Schiedsrichter Hannes Wilke auf Elfmeter. Den Strafstoß verwandelte Daniel Frahn sicher zum 1:1 (63.). Dabei blieb es trotz noch einiger Chancen auf beiden Seiten bis zum Abpfiff.

„Als Regionalligafußballer sind wir froh, dass wir dank eines semiprofessionellen Status trainieren dürfen und uns im Wettkampf messen, zeigen und ausprobieren können“, sagte Kistenmacher. „Es ist ein Privileg, das wir wertschätzen müssen.“ Der nächste „Geheimtest“ ohne Zuschauer der Luckenwalder Regionalligafußballer ist geplant. Die Luckenwalder sind am 13. März bei Optik Rathenow zu Gast.