01. Mai 2019 / 17:15 Uhr

FSV 95 Ketzin/Falkenrehde: Als die Falken in der Verbandsliga jagten

FSV 95 Ketzin/Falkenrehde: Als die Falken in der Verbandsliga jagten

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Mike Swirkowski (l.) stoppt 1999 in der Verbandsliga den Bornimer Sven Schmelzer.
Mike Swirkowski (l.) stoppt 1999 in der Verbandsliga den Bornimer Sven Schmelzer. © Lothar Benesch
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Kreisliga A Havelland: Vier Jahre lang spielten die Falken in Brandenburgs höchster Spielklasse sind der Höhepunkt des FSV 95 Ketzin/Falkenrehde.

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Frank Edeling hat als Fußballer einiges erlebt. Für Motor Babelsberg absolvierte er in den 80er Jahren rund 250 Spiele, galt als einer der besten Vorstopper der DDR-Liga. Am Ende seiner Laufbahn sorgte er noch einmal für einen Höhepunkt. Als Spielertrainer führte er den FSV 95 Ketzin/Falkenrehde in die Verbandsliga, damals die fünfthöchste Spielklasse.

"Beide Vereine wären auf der Strecke geblieben"

1995 fusionierten Edelings Heimatverein SG 1962 Falkenrehde und die Fußballabteilung von Lok Ketzin zum „FSV Fal-ke 95“. Ein Schritt, der überraschte. „Das war nicht einfach, wir waren ja Konkurrenten“, erinnert sich der 58 Jahre alte Edeling. „Aber wir mussten das machen, sonst wären beide Vereine auf der Strecke geblieben. Ketzin hatte sechs, sieben gute Leute, wir hatten neun bis zehn.“ Edeling gelang es, die Kräfte zu bündeln. Der damalige Präsident Wolfgang Hertel sagte in einem MAZ-Interview: „Frank Edeling hat es verstanden, das Team mit Fingerspitzengefühl zusammenzuschweißen.“

So stieg man 1996 in die Verbandsliga auf. In dem kleinen Verein sei das ein Traum gewesen, erinnert sich Edeling. „Zum Eröffnungsspiel gegen Fortuna Babelsberg kamen 1000 Zuschauer.“ Noch heute wird Edeling öfter mal auf damals angesprochen. „Gerade die älteren sagen immer mal wieder, dass es eine schöne Zeit war.“ Bis heute hängen Fotos von damals im Vereinsheim.

Vier Jahre Verbandsliga

Vier Jahre jagten die Falken in der Verbandsliga, dann begann der Sinkflug, der bis in die 2. Kreisklasse führte. Geld für Verstärkungen war nicht da. „Und man hätte mehr für den Unterbau machen müssen“, sagt Edeling, der immer noch Vereinsmitglied ist. Heute spielt die erste Mannschaft in der Kreisliga A Havelland und scheint sich im dritten Jahr nach dem Aufstieg endgültig etabliert zu haben.

Frank Recknagel und sein Vorstandsteam haben den Verein im März 2018 übernommen. Der Fokus liegt auf der Stärkung der Nachwuchsabteilung. „Die seit der aktuellen Saison eingegangenen Spielgemeinschaften mit dem FSV Wachow/Tremmen in der E-und der D-Jugend haben sich bewährt, die Entwicklung lässt auf weitere Juniorenmannschaften in der nächsten Saison hoffen“, sagt der 58 Jahre alte Jurist. Allerdings konnte in der laufenden Spielzeit kein Ü50-Team mehr gemeldet werden.

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Die Fragen des 4. SPORTBUZZER-Kneipenquiz. ©
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Die Trainingsbedingungen sind für einen so kleinen Verein sehr gut. Neben den Rasenplätzen in Ketzin und Falkenrehde gibt es seit vergangenem Jahr einen kleinen Kunstrasenplatz in Ketzin. Dank der Flutlichtanlage kann auch im Winter vernünftig trainiert werden. „Für unsere Sportler ist diese Anlage ein großer Gewinn, besonders für den Nachwuchs“, sagt Recknagel. Er sei nun auch „voller Zuversicht, dass die aus der Zeit gefallenen Sozialräume auf dem Sportplatz Ketzin in naher Zukunft ersetzt werden können.“

Nichts zu meckern gibt es derweil an den Rasenplätzen. „Die sind in hervorragendem Zustand.“ Dafür sorgt unter anderen Detlef „Ete“ Brüning, „unser zuverlässiger Platzwart“, so Recknagel. Neben einigen weiteren wichtigen „treuen Seelen“ zählt Donald Schwarz zu den Stützen des FSV. „Er macht viel für den Zusammenhalt unseres Vereins“, sagt Recknagel. Schwarz war in der Verbandsliga noch als Spieler dabei und trainierte später die erste Mannschaft. Der neue Vorstand plant derzeit eine gemeinsame Saisonabschlussfeier aller Mannschaften. Dann wird man sich bestimmt auch wieder an die vier Jahre in der Verbandsliga erinnern.

Steckbrief des Vereins:

Gründung: 21. November 1995 als Fusion aus der SG 1962 Falkenrehde und der Fußballabteilung der BSG Lokomotive Ketzin. Beide Vorgängervereine spielten zeitweise in der einstigen Bezirksliga Potsdam.

Vorstand: Frank Recknagel (1. Vorsitzender), Sebastian Schläger (2. Vorsitzender und Finanzwart), Uwe Liebig (Spielbetrieb Männer, Senioren), Corinna Stackebrandt (Sportbetrieb Junioren), Donald Schwarz (Spielbetrieb Männer)

Anzahl Mitglieder: 157

Jüngstes Mitglied: Finn Schläger (2)

Ältestes Mitglied: Günter Koppe (79)

Abteilungen: Fußball, Satzung ist offen für weitere Sportarten.

Zuschauerschnitt: 85 zahlende in der Kreisliga A Havelland

Erfolge: Vier Jahre in der Verbandsliga 1996 bis 2000. Aufstieg der Männer von der 2. Kreisklasse (14/15) über die 1. Kreisklasse (15/16) in die Kreisliga Havelland A.

Internet: www.falke95.de

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