21. April 2022 / 17:38 Uhr

FSV Admira 2016 und Dahlewitz kämpfen um  den Aufstieg

FSV Admira 2016 und Dahlewitz kämpfen um  den Aufstieg

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Admira-Kapitän Marvin Preuß (r.) im Zweikampf mit Nikolas Haug vom SV Blau-Weiß Dahlewitz. Einer von beiden wird sich am Ende der Saison über den ersten Platz in der Kreisoberliga Dahme/Fläming freuen, der auch den Aufstieg in die Landesklasse Ost bringen wird. 
Admira-Kapitän Marvin Preuß (r.) im Zweikampf mit Nikolas Haug vom SV Blau-Weiß Dahlewitz. Einer von beiden wird sich am Ende der Saison über den ersten Platz in der Kreisoberliga Dahme/Fläming freuen, der auch den Aufstieg in die Landesklasse Ost bringen wird. © Oliver Schwandt/Archiv
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Kreisoberliga Dahme/Fläming: Mit neuem Modus, der nicht nur Fürsprecher hat, werden Meister und Absteiger ausgespielt.

In den vergangenen Wochen wurden in der Fußball-Kreisoberliga Dahme/Fläming die vier ausgefallenen Spieltage aus der Hinrunde durchgeführt – am Sonntag beginnt die Rückrunde. Aber nicht wie gewöhnlich mit einer kompletten Staffelstärke, sondern mit einer zweigeteilten Liga, die in eine Auf- und in eine Abstiegsrunde eingeteilt wurde. So spielen der FSV Admira 2016 (44 Punkte), Dahlewitz (43), Miersdorf/Zeuthen II (35), Ludwigsfelder FC II (34), Rangsdorf (30), Großbeeren (27), HSV Fortuna (25), Ruhlsdorfer BC (25) und der BSC Preußen II (19) in jeweils acht Begegnungen – ein Team hat immer spielfrei – den Staffelsieger aus. In der Abstiegsrunde kämpfen der SV Siethen (18), Teupitz/Groß Köris (17), Schönefeld (17), Waßmannsdorf (16), Zossen II 16), Schenkendorf (13), Schulzendorf (10) und der Zellendorfer SV (3) um den Klassenerhalt.

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Staffelleiter Lutz Lehmann begründet den ausgearbeiteten Modus, der nur im Fußballkreis Dahme/Fläming in der Kreisoberliga praktiziert wird. In allen anderen Staffeln des Bundeslandes Brandenburg wird meist schon seit Ende Februar der Ligabetrieb nach dem ursprünglichen Spielplan ordnungsgemäß fortgeführt. „Mit der Zweiteilung der Liga wollten wir einfach sicher gehen, dass wir die Spiele bis zum Juni durchführen können. Wir wollten den Teams auch nicht zumuten, teilweise am Mittwoch oder auch über Ostern anzutreten. Das Spielpaket wäre auch einfach zu füllig geworden. Hinzu kam, dass Akteure aus den jeweiligen Teams teilweise mit Corona ausgefallen sind, sodass kein fairer Wettbewerb mehr möglich gewesen wäre“, argumentiert Lehmann.

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„Hinzu kam ja noch, dass im Februar nur unter Einhaltung der 2G-Regel gespielt werden konnte. Wir hatten eine Umfrage bei den Vereinen dazu gemacht, der größte Teil entschied sich dagegen, unter 2G Partien auszutragen. Damals war ja nicht absehbar, wann diese Vorgabe aufgehoben wird. Aus diesem Grund wäre es mit dem Spielplan sehr eng geworden.“

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Die Meinung über die Staffelteilung fällt bei den Kreisoberliga-Trainern unterschiedlich aus, denn es gibt nicht nur Befürworter für diese Entscheidung. Kein Freund dieser Verfahrensweise ist Michael Weiß vom SV Rangsdorf: „Ich finde das überhaupt nicht gut. Aus meiner Sicht hätten die Punkte auf Null gesetzt werden müssen oder nur die Zähler hätten gewertet werden müssen, die man aus Spielen gegen die obere Tabellenhälfte holte. Jetzt spielen wir um die Goldene Ananas. Admira und Dahlewitz machen es unter sich aus und ich habe nicht mehr die sogenannten leichten Gegner, um auch andere schwächere Spieler zu entwickeln oder um auch A-Jugend-Spieler auflaufen zu lassen. Havelland hat es ja zum Beispiel vorgemacht und es funktioniert dort sichtlich gut“, lässt der SVR-Trainer etwas Dampf ab.

„Diese Regelung ist ziemlicher Quatsch“, findet Sven Hannemann vom Zellendorfer SV. „Wenn ich mir nur mal die letzten Wochen anschaue, stelle ich mir schon die Frage, warum man keine normale Rückrunde gespielt hat. Da haben wir ein Nachholspiel, dann zwei Wochen Pause, dann wieder ein Match und wieder zwei Wochen Pause. Diese Gedankengänge vom Fußballkreis kann ich nicht nachvollziehen. Aber für uns ist es im Endeffekt auch fast egal, da wir ja schon fast sicher abgestiegen sind. Aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und bis zum Schluss alles geben. Wenn es am Ende nicht reicht, dann möchten wir wenigstens erhobenen Hauptes aus der Liga gehen.“

"Einfach zufrieden, dass die Saison zu Ende gespielt wird"

Lehmann glaubt jedenfalls felsenfest daran, dass in den verbleibenden sieben Spielen in der Abstiegsrunde auch das mit drei Punkten abgeschlagene Ligaschlusslicht Zellendorfer SV sogar noch den Klassenerhalt schaffen kann. „Es werden noch 21 Punkte vergeben – also ist theoretisch noch alles möglich.“

Nicolas Höft, vom Tabellenzweiten SV Blau-Weiß Dahlewitz, hat nicht wirklich eine Meinung zur Staffelteilung: „Um ehrlich zu sein, sind wir einfach zufrieden, dass die Saison zu Ende gespielt wird und der Ball wieder rollt. Der Modus ist hier für mich eher zweitrangig. Zwei Jahre in Folge wurde die Saison vorzeitig beendet, was für viele Spieler und Vereine absolut frustrierend war. Besonders für die Teams, die sich Chancen auf einen möglichen Aufstieg ausgerechnet hatten. Wir können definitiv sagen, dass wir uns sehr auf die bevorstehenden Wettkämpfe freuen und unser Ziel fest vor Augen haben.“

Thomas Jacob: "Für mich ist die Regel absolut in Ordnung"

Ein sehr großer Befürworter dieser Entscheidung des Fußballkreises ist Christian Voigt vom Heideseer SV Fortuna. „Ich persönlich finde es eine Top-Lösung. Sie wird der Tatsache gerecht, das einige Vereine nach Corona doch Probleme haben Spieler, wieder zum Kicken zu bewegen. Das braucht seine Zeit. Für mich ist damit etwas Druck aus der Thematik genommen. Schade ist einfach, dass in dieser Regelung es nicht zu wirklichen Playoffs kommt. Ich hätte es gut gefunden, wenn dann alle Punkte genullt werden. So wäre noch einmal richtig Spannung in die Liga gekommen“, so der HSV-Coach.

Auch Thomas Jacob vom SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen II, der erst am Ostermontag nach einem 4:1-Sieg bei der SG Phönix Wildau II ins Kreispokal-Endspiel eingezogen ist, kann mit der Entscheidung ganz gut leben. „Für mich ist die Regel absolut in Ordnung. Es wäre möglich gewesen, alle Spiele auszuspielen, aber zum Zeitpunkt der Entscheidung waren die kommenden Regularien auf Landes- und Regierungsebene unklar. Von daher ist der Verband auf Nummer sicher gegangen, was verständlich ist und aus meiner Sicht auch eine richtige Lösung war“,resümiert der Eintracht-Trainer.


Großbeerens Ronald Schäfer wäre für Playoff-Spiele

Ebenfalls volles Verständnis zeigt Großbeeren-Coach Ronald Schäfer. „Ich kann die Vorsichtsmaßnahme des Fußballkreises Dahme/Fläming total verstehen. Ich finde diese neue Regelung ganz interessant, obwohl bei dieser deutlich weniger Begegnungen herausspringen. Spannend würde ich eine Regelung ähnlich wie im Basketball oder Volleyball finden, wenn die Schlussphase der Saison im Playoff-Modus gespielt wird. Das wäre mal eine richtige Abwechslung zum normalen Ligabetrieb, bei dem immer eine Hin- und Rückrunde gespielt wird“, sagte er. Aktuell ist Schäfer aufgrund von Corona an eine häusliche Quarantäne gebunden. „Ich hoffe, dass ich mich am Sonnabend frei testen kann, um einen Tag später beim brisanten Derby gegen den Ludwigsfelder FC an der Linie stehen zu können.“

Für Christian Schneemann von der SG Schulzendorf ist die Zweiteilung großer Humbug. „Was wurde denn dadurch erreicht, nämlich Nichts. Andere Fußballkreise spielen fleißig ihre Saison zu Ende, nur bei uns macht man eine Ausnahme. Vorne machen zwei Teams den Titel unter sich aus, dahinter geht es nur noch um Spaß. Ich hätte mir schon gewünscht, die Saison im normalen Modus zu beenden, zumal wir ja deutlich weniger Begegnungen haben als die Teams aus dem FK Havelland.“