10. November 2020 / 15:43 Uhr

FSV Bentwisch trotz Dominanz demütig: „Wir haben noch gar nichts gewonnen"

FSV Bentwisch trotz Dominanz demütig: „Wir haben noch gar nichts gewonnen"

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
FSV-Coach Tommy Bastian feuert sein Team an.
Mit viel Akribie an der Seitenlinie dabei: Trainer Tommy Bastian. © Johannes Weber
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Der Klub vor den Toren Rostocks führt unangefochten das Tableau der Landesliga Nord an. Trainer Tommy Bastian lobt sein Team und betont, dass es sich nicht zurücklehnen werde.

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Der FSV Bentwisch ist auf Landesebene das einzige Team, das bislang alle seine elf Pflichtspiele in die Saison gewonnen hat. Acht Siege in der Liga und drei Erfolge im Pokal sorgen dafür, dass der Vorstadt-Klub unangefochten die Fußball-Landesliga Nord anführt und im Landespokal-Achtelfinale steht. „Viel mehr geht ja nicht als die volle Punktzahl, die meisten erzielten Tore und die wenigsten Gegentreffer", sagte FSV-Trainer Tommy Bastian vor allem angesprochen auf die blitzsaubere Ligabilanz in einem Interview auf der vereinseigenen Internetseite.

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Nachdem die Corona-Pause den Amateur-Spielbetrieb für den November zum Erliegen gebracht hat, zog Bastian ein Zwischenfazit. Die Bentwischer sind ihrer Favoritenrolle in der Landesliga Nord bislang gerecht geworden. Sie wollen auch nicht nachlassen, wenn der Ball wieder rollen sollte. „Die Motivation sollte sein: Wir sind Spitzenreiter und wollen das bis zum Ende bleiben", verdeutlicht der 37-Jährige.

Das sind die besten Torjäger in MV auf Landesebene (Stand: 7. November 2020)

Hier bietet sich Maik Peters (l.) doch noch zum Ende eine Chance, Warins Marcel Manns unterläuft den Ball. Zur Galerie
Hier bietet sich Maik Peters (l.) doch noch zum Ende eine Chance, Warins Marcel Manns unterläuft den Ball. ©

Er hatte das Bentwischer Team im Oktober 2016 übernommen und sich zum Ziel gesetzt, den Verein in die Verbandsliga zurückzuführen. Dafür entwickelte Bastian einen Stufenplan, der bis 2022 vollendet sein soll. Der Coach setzt in seinem Vorhaben vor allem auf Werte wie Identifikation, Teamgeist, Einsatz und Spielfreude. So wie es aussieht, könnte die Mission schon im kommenden Jahr erreicht werden.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zunächst muss der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, damit die Bentwischer und alle anderen Amateurklubs wieder kicken können. Wann das sein wird, ist noch nicht so richtig klar. Der Landesfußballverband (LFV) hatte vergangene Woche das erste Dezember-Woche für einen möglichen Re-Start ausgerufen. Alles hängt jedoch vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab und wann die Regierungen im Land das Fußballspielen wieder erlauben.

Die FSV-Kicker halten sich in der fußballfreien Zeit derweil mit individuellen Dingen fit. Trotz komfortablen acht Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger Grimmener SV (2. Platz/16 Punkte), der noch ein Spiel weniger bestritten hat, werden sich die Bentwischer nach Aussagen von Bastian auf keinen Fall zurücklehnen. „Eines ist mal klar: Wir haben noch gar nichts gewonnen, sollten weiter fleißig trainieren. Grimmen spielt eine gute Saison, tritt sehr, sehr kämpferisch und geschlossen auf", meint Bastian, der auch die weiteren Konkurrenten TSV Graal-Müritz und Doberaner FC für spielerisch stark hält.

Als große Stärken in dieser Saison sieht der Übungsleiter den Teamgeist und die Qualität im Kader. Mit den Neuzugängen wie Tom Freiherr von Schade, Stephan Rambow (beide Grimmener SV) und Paul Puskeiler (TSV Bützow) hätte sich die gute Qualität im Team noch einmal erhöht. „Außerdem haben die jungen Spieler ein Jahr mehr Erfahrung. Die hilft ihnen und macht sie besser. Der Teamgeist ist insgesamt super. Sonst hätten wir die Spiele in Grimmen und Richtenberg nicht gewonnen. Da waren Kampfgeist, Moral und gute Wechselspieler gefragt", betont Bastian.

Ein negatives Ereignis, dass die Bentwischer zudem noch mehr zusammengeschweißt hat, war der Tod von Spieler Florian Kirsch im Juni. Die Bestürzung über den Verlust war groß. Die FSV-Elf schwor sich, die Saison auch für „Katze" (Spitzname von Karsch, d. Red.) zu spielen und das so erfolgreich wie möglich.

Die Chancen, dass es einmalige Spielzeit werden könnte, stehen richtig gut. Neben der Dominanz in der Liga kann der FSV auch noch im Pokal für viel Furore sorgen. Im Achtelfinale wartet auswärts mit dem Brüsewitzer SV der letzte Landesklasse-Vertreter im Wettbewerb und somit eine machbare Aufgabe. Laut LFV soll die Runde der letzten 16 Mannschaft noch am Wochenende (19./20. Dezember) vor Weihnachten ausgetragen werden.