11. Januar 2019 / 11:20 Uhr

FSV Garz greift nach Eklat hart durch

FSV Garz greift nach Eklat hart durch

Niklas Kunkel
Jubel beim FSV Garz nach dem Treffer zum 2:0.
Der FSV Garz hat den GAU abgewendet. Acht Spieler wollten sich zurückziehen, hätte es keine drastischen Konsequenzen gegeben. © Johannes Weber
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Fußballer schließen drei Mitglieder aus, die beim Rügenpokal für viel Ärger gesorgt hatten. FSV kann verhindern, dass sich zahlreiche Spieler abmelden wollten.

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Garz. Die Ausschreitungen beim 9. Rügenpokal hatten unter den Fußballern auf der Insel für viel Wirbel gesorgt. Im Zentrum der Diskussion stand dabei der FSV Garz. Die Anhänger der Südrüganer provozierten am Finaltag beim Turnier aller Fußballteams der Insel von der Tribüne Spieler und Fans, stürmten zwischenzeitlich sogar auf das Feld und mussten von den eigenen Akteuren zurückgehalten werden. Nach dem Neunmeterschießen im Finale eskalierte die Situation: Ein Spieler schlug sogar zu und muss neben einer vereinsinternen Buße auch mit strafrechtlichen Folgen rechnen. Die Tumulte vom Sonntag sind auch auf Videos zu sehen, die in sozialen Netzwerken kursieren.

Unter ausgeschlossenen Mitgliedern auch zwei aktive Spieler

Jetzt zog der Verein die Konsequenzen daraus: Drei Mitglieder wurden aus dem FSV Garz ausgeschlossen, darunter auch zwei aktive Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft. Ein bereits zuvor ausgeschlossenes Vereinsmitglied darf in Zukunft keine Veranstaltungen des Vereins mehr besuchen, die beiden anderen können sich als Zuschauer bewähren, bei einer erneuten Verfehlung greift aber auch bei ihnen der Komplettausschluss. „Uns war klar,dass wir drastisch durchgreifen müssen. Wir hatten gleich am Montag eine Sitzung angesetzt und die Konsequenzen gezogen“, berichtet Ansgar Abraham, Übungsleiter der ersten Herren in der Landesklasse. Den betreffenden Mitgliedern wurde ihr Ausschluss aus dem Verein am Mittwoch mitgeteilt.

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Schon zuvor hatte Abraham sich bei Rügenpokal-Organisator Oliver Begerow von der SG Empor Sassnitz entschuldigt und den Kontakt zu Lothar Pense vom Kreisfußballverband gesucht. „Wir haben gemeinsam schon vor der Sitzung einen Fahrplan beschlossen, der den Geschehnissen gerecht wird“, sagt Abraham. Pense hatte sich bereits kurz nach dem Turnier bei Facebook geäußert und vom Verein endlich eine deutliche Reaktion gefordert. „Wenn ihr es ehrlich und aufrichtig mit der Aufarbeitung angehen wollt, gehört mehr dazu als ein ,Gespräch’“, forderte der Spielausschussobmann des Kreisfußballverbandes.

Acht Spieler wollten sich abmelden

Pense fand drastische Worte,weil die Geschehnisse beim Rügenpokal nicht die ersten Verfehlungen im Umfeld des FSV Garz waren. Fünf Disziplinarstrafen erhielt die erste Mannschaft in den vergangenen 18 Monate – vier in der vergangenen Saison, eine in der laufenden Spielzeit. In den vergangenen beiden Jahren belegte das Team den letzten Platz in der Fairness-Tabelle des Landesfußballverbands MV,darauf wies auch Pense in seinem Kommentar hin. „Vielleicht hat es den Knall gebraucht, denn da wurden Sachen schleifen gelassen oder weggelächelt“, erzählt Abraham, der froh ist, dass die Beschlüsse jetzt so schnell gefasst wurden: „Damit wollen wir auch zeigen, dass wir es ernst meinen.“ Im Laufe des Tages soll auch eine schriftliche Entschuldigung für die Vorfälle folgen.

Neben dem Ansehen des Vereins ging es bei der Entscheidung sogar um das sportliche Überleben seiner Landesklasse-Mannschaft. Acht Spieler hatten mit dem Austritt gedroht,wenn es nicht zu den Maßnahmen gegen die Störenfriede gekommen wäre. „Mir ist erst nach der Versammlung am Montag klargeworden, wie knapp das gewesen ist“, resümiert Abraham. Die meisten Aktiven hatten sich schon beim Turnier an den eigenen Fanblock gewandt und mit dem Turnierabbruch gedroht, sollten sie sich nicht zurückhalten.

Vorstand will sich nicht aus Verantwortung ziehen

Neben den Spielern bleibt auch der Vorstand im Amt, da man sich nicht aus der Verantwortung ziehen wolle, wie es aus Vereinskreisen heißt. Mit ihm sollen auch die Abläufe nach dem Neunmeterschießen genauer aufgeklärt werden, denn auch Beteiligte anderer Vereine ließen sich zu Provokationen in Richtung der Garzer hinreißen und gossen damit Öl ins Feuer.

„Die Aktionen von unserer Seite waren der Auslöser und auch schlimmer. Trotzdem muss darüber geredet werden“, erklärt Abraham, ohne sich dabei aus der Verantwortung ziehen zu wollen.

Das Kapitel ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Doch die ergriffenen Schritte könnten zunächst dafür sorgen, dass in Zukunft wieder vermehrt von den sportlichen Erfolgen des FSV gesprochen wird und nicht von unrühmlichen Verfehlungen auf und abseits des Spielfelds.

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