07. Oktober 2019 / 14:29 Uhr

FSV Garz schießt sich vorerst aus der Krise

FSV Garz schießt sich vorerst aus der Krise

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
Kabiro Babou (links) hatte viele Offensivaktionen. Der Flügelstürmer verpasste aber immer wieder den Moment zum Abspiel. Der Garzer Robert Baumann verteidigt in dieser Situation.
Kabiro Babou (links) hatte viele Offensivaktionen. Der Flügelstürmer verpasste aber immer wieder den Moment zum Abspiel. Der Garzer Robert Baumann verteidigt in dieser Situation. © Niklas Kunkel
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Insel-Elf holt mit 3:0 gegen den SV Prohner Wiek den ersten Saisonsieg. Hingegen bleiben die Gäste als einziges Team ohne Punkt.

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Garz. Die Erleichterung war den Fußballern des FSV Garz nach dem Spiel deutlich anzusehen. Nach sieben sieglosen Partien gewann die Mannschaft nicht nur ihr erstes Spiel in der Landesklasse-Saison, sondern blieb als „Schießbude“ der Liga auch erstmals ohne Gegentreffer. Das 3:0 gegen den weiterhin punktlosen SV Prohner Wiek war dabei der verdiente Lohn für eine kämpferische Leistung. „Das Erfolgserlebnis brauchten wir. Jetzt müssen wir gucken, dass wir die Mannschaft zusammenhalten und weiter Punkte aufholen“, sagte FSV-Trainer Danilo Goers.

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Auf dem Feld hatte die Partie des Vorletzten gegen den Letzten das erwartete Niveau. Kaum Spielaufbau, hart geführte Zweikämpfe und lange Bälle in die Spitze waren die Markenzeichen des Kellerduells. Mit dem besseren Start für den Gastgeber. Almohammad Ramadan brachte den FSV bereits in der 10. Minute in Führung. Danach wurden die Gäste besser und überspielten die Hintermannschaft des Gegners. Beim Torabschluss fehlen dem SVP in der laufenden Saison aber das Glück und die Ruhe. Der schnelle Kabiro Babou war auf den Außenbahnen kaum zu halten, verpasste dann aber meist den Pass in die Mitte, Hans-Henning Kopmann verzog ein ums andere Mal.

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Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. Zur Galerie
Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. ©

Die beste Chance hatte Patrick Schmalofski. Der Verteidiger verlängerte eine Flanke mit dem Hinterkopf über FSV-Keeper Sebastian Peter, der den Ball aber an den Pfosten lenken konnte und so die knappe Pausenführung rettete. „Vielleicht sieht das Spiel anders aus, wenn wir in der ersten Halbzeit treffen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber viel zu wenig gemacht, um hier etwas mitnehmen zu können“, resümierte Birger Mühlbrandt vom SVP.

Nach dem Seitenwechsel hatte sich die neuformierte Hintermannschaft der Garzer endgültig gefunden und ließ keine Chancen mehr zu. „Wir haben von Dreier- auf Viererkette umgestellt. Da muss man das Vertrauen haben, dass auch die Abseitsfalle klappt. Mit den erfahrenen René Möller und Frank Baumann hat das aber super geklappt“, freute sich Goers über die Umsetzung der taktischen Veränderung. Im Spiel nach vorn gelang den Garzern über weite Strecken nicht viel, trotzdem konnten sie die Führung ausbauen. Zunächst drückte Ronny Thiel den Ball zum 2:0 über die Linie (71.), nur zehn Minuten später erhöhte Tom Schale per Traumtor in die kurze Ecke. Beiden Situationen war ein langer Ball vorausgegangen, den die Prohner nicht verteidigt bekamen. „Ich ärgere mich schon, aber es war verdient, muss man leider sagen“, so Mühlbrandt.

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Für Goers stand neben dem ersten Saisonsieg eine weitere Sache im Vordergrund: „Wir sind ruhig geblieben. Weder auf dem Platz, noch von außen wurde gegen den Schiedsrichter oder andere Spieler gesprochen. Das ist ganz wichtig, weil wir so auch wieder Fußball spielen können.“

Zwar bleibt der FSV auf dem vorletzten Rang, aber mit dem Sieg sind die Rüganer jetzt punktgleich mit den vor ihnen liegenden SV Kandelin und Zarnekow. Für den SV Prohner Wiek wird die Landesklasse-Saison hingegen immer düsterer. Nach acht Spieltagen steht weiter kein einziger Punkt auf der Habenseite. In einer Saison, in der sechs der 16 Teams den Gang auf Kreisebene antreten müssen, ist das rettende Ufer bereits jetzt neun Punkte entfernt.