12. April 2020 / 20:16 Uhr

FSV Neusalza, VfL Pirna-Copitz, Stahl Riesa: Die Sachsenliga in der Coronakrise

FSV Neusalza, VfL Pirna-Copitz, Stahl Riesa: Die Sachsenliga in der Coronakrise

Jürgen Schwarz
Dresdner Neueste Nachrichten
In diesem Sachsenligaspiel will Pirnas Martin Schmidt (vorn) seinen Gegenspieler Pavel Patka von Budissa Bautzen düpieren. Im Hintergrund beobachtet Torwart Martin Zoul die Szene sehr interessiert.
In diesem Sachsenligaspiel will Pirnas Martin Schmidt (vorn) seinen Gegenspieler Pavel Patka von Budissa Bautzen düpieren. Im Hintergrund beobachtet Torwart Martin Zoul die Szene sehr interessiert. © Torsten Zettl 31.08.2019
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Die Sachsenliga ist weiterhin unterbrochen, sowohl die Aufstiegs- als auch Abstiegsfrage offen. Stahl Riesa verkauft Geister-Spiel-Karten, der VfL Copitz führt Vertragsverhandlungen, der FSV Neusalza will weiter spielen. Unterdessen gehen die meisten Landesliga-Trainer von einem Saisonabbruch aus.

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Dresden. Die Fußball-Saison ist weiter unterbrochen, die der Landesliga steht kurz vor dem Abbruch – davon geht zumindest die Mehrzahl der 16 Trainer aus. „Spätestens Mitte Mai müssten wir beginnen, aber daran glaube ich nicht“, sagt Thomas Hentschel, Trainer von Budissa Bautzen. Hermann Winkler, Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV), kennt auch keinen exakten Termin: „Und es ist auch schwierig, eine persönliche Prognose abzugeben, wann der Spielbetrieb weitergehen kann. Leider sind wir momentan alle in der Hand der Virologen. Auf jeden Fall wird die Fortsetzung des Spielbetriebs mindestens 14 Tage vorher angekündigt.“

Völlig offen ist auch weiterhin, wie die Auf- und Abstiegsfrage im Fall eines Saisonabbruchs beantwortet wird. Als einziger Verein hat der souveräne Spitzenreiter Einheit Kamenz für die NOFV-Oberliga 2020/21 gemeldet. „Es wäre aus meiner Sicht ungerecht, wenn sie nicht aufsteigen dürften. Sie haben die Sachsenliga bisher dominiert“, sagt Benno Töppel, langjähriger Spieler und jetzt Kapitän beim Liga-Kontrahenten Radebeuler BC.

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Der FC Blau-Weiß Leipzig trennte sich von der FSV Budissa Bautzen 1:1-Unentschieden. Zur Galerie
Der FC Blau-Weiß Leipzig trennte sich von der FSV Budissa Bautzen 1:1-Unentschieden. ©

Bei der BSG Stahl Riesa, abgeschlagen Tabellenletzter der Sachsenliga, wäre die Aufstockung der Liga sicher von Interesse. Viele Trainer sprechen sich dafür aus, bei einem vorzeitigen Ende des Spieljahres keine Mannschaft absteigen zu lassen, stattdessen 2020/2021 mit 18 oder 19 Mannschaften zu spielen.

Derweil haben die Stahl-Fans mit ihrer Geister-Spiel-Aktion einen Volltreffer gelandet. Zunächst wurden 3000 fiktive Tickets für die heimische Feralpi-Arena verkauft. „Damit war die Kapazität unserer Spielstätte restlos ausgeschöpft“, sagt Vorstandsmitglied Dominic Neitzsch. „Deshalb haben wir uns danach entschlossen, ins altehrwürdige Riesaer Ernst-Grube-Stadion umzuziehen. Dort haben wir noch gehörig Luft nach oben, die größte Zuschauerzahl waren einmal knapp 18 000 Besucher.“

Stahl Riesa geistert im Ernst-Grube-Stadion

Das klassische Stehplatzticket kostet einen Euro, für die 2000 zur Verfügung stehenden Sitzplätze kostet eine Karte 2,50 Euro. Zudem gab es ein spezielles VIP-Angebot für 25 Euro. „Die Karten waren mit 20 Stück streng limitiert und sind längst ausverkauft“, so Neitzsch. Der Käufer bekam sein Ticket als A4-Hochglanzfoto persönlich zugesendet. Insgesamt wurden bisher mehr als 4500 Tickets an den Mann gebracht.

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Auseinander gehen die Meinungen, was aktuell die Vertragsgespräche und Verhandlungen betrifft. „Aus meiner Sicht macht das aktuell wenig Sinn“, sagt der Wilsdruffer Trainer Paul Rabe. „Mich interessiert eher, ob das Transferfenster zeitlich verändert wird.“ Ex-Dynamo Frank Paulus, Coach des VfL Pirna-Copitz, sieht das etwas anders: „Die Zeit bleibt trotz Krise nicht stehen und auch wir brauchen Planungssicherheit für die neue Saison. Deshalb führen wir Vertragsgespräche. Aktuell ist das zwar nur übers Telefon möglich, aber es muss auch mal so gehen.“

„Ein Saison-Abbruch wäre sehr schade“

Einen Schritt weiter ist man schon beim FSV Neusalza-Spremberg. Dort hat Trainer André Kohlschütter jetzt seinen Vertrag über die Saison hinaus verlängert. Der 39-Jährige sitzt bereits seit 1. Juli 2012 beim Landesligisten auf der Bank. Kohlschütter hatte seine Mannschaft 2018 zum Aufstieg in die Sachsenliga geführt und auf Anhieb Rang fünf belegt.

In der laufenden Serie rangiert Neusalza-Spremberg auf Platz fünf, hat aber zwei Spiele wenige bestritten, als der Tabellenzweite FC 1910 Lößnitz, der nur einen Zähler mehr auf dem Konto hat. „Ich bezweifle aber, dass wir die Saison zu Ende spielen. Ein Abbruch wäre allerdings sehr schade, da wir bisher sehr erfolgreich gespielt haben“, sagt Kohlschütter.