15. August 2019 / 10:28 Uhr

FSV Oschatz' Trainer Steffen Wiesner: „100 Tore musst du erst mal schießen“

FSV Oschatz' Trainer Steffen Wiesner: „100 Tore musst du erst mal schießen“

Dominik Ferl
Leipziger Volkszeitung
Demba Mbye (Mitte) war mit 25 Treffern bester Oschatzer Schütze und wurde Zweiter der Kreisliga-Torjägerliste.
Demba Mbye (Mitte) war mit 25 Treffern bester Oschatzer Schütze und wurde Zweiter der Kreisliga-Torjägerliste. © Ronny Belitz
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Die Fußball-Kreisliga im Rückblick: Der FSV Oschatz stürmt auf Rang drei, muss aber konstanter und defensivstärker werden.

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Oschatz. Am Ende reichte es für die erste Männermannschaft des FSV Oschatz zum dritten Platz und damit dem besten Ergebnis der letzten Jahre in der Fußball-Kreisliga. Mit 105 Toren, denen 46 Gegentore gegenüberstanden und 55 Punkten aus 26 Spielen konnte das Saisonziel erreicht werden. Das Trainerteam Steffen Wiesner und Rainer Schwurack hatte sich vor dem ersten Anpfiff nicht festlegen wollen und relativ vage gegenüber der OAZ erklärt: „Unter die Top 5 zu kommen wäre ein Erfolg, wenn es am Ende Platz sieben oder acht wird, ist das aber auch in Ordnung.“

Nach einem relativ durchwachsenen Start und einem mageren Zähler aus den ersten drei Spielen durch ein spektakuläres 4:4-Unentschieden auf eigenem Platz gegen Roland Belgern legten die Oschatzer eine Aufholjagd in Form einer Serie von acht Siegen am Stück hin, die Steffen Wiesner schlichtweg als „famos“ bezeichnen konnte. „Acht Spiele in Folge musst du, egal in welcher Liga, erst mal gewinnen. Das spricht auch für die gewachsene Reife der Mannschaft. Uns hat ausgezeichnet, dass wir nach diversen Rückschlägen immer wieder zurückgekommen sind.“

Am Ende der Spielzeit durften die Oschatzer sogar kurz Aufstiegsluft schnuppern. Denn auch in der Rückrunde gab es mit diesmal sieben Erfolgen hintereinander wieder eine große Serie. Zuvor war der Auftakt nach der Winterpause etwas besser ausgefallen als zuvor im Herbst. Der Dommitzscher SV wurde deutlich mit 5:1 bezwungen, während es beim späteren Kreisliga-Meister Belgern eine knappe 3:4-Niederlage setzte.

Lob für seine Truppe

Am drittletzten Spieltag mussten sich die Oschatzer allerdings von ihren Träumen verabschieden, noch weiter nach oben zu klettern – in Löbnitz gab es ein bitteres 2:6, und am Ende konnten Belgern und Doberschütz/Mockrehna über den Sprung in die Nordsachsenliga jubeln. So war Steffen Wiesner nicht vollends zufrieden: „Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, dass wir Dritter werden, hätte ich das vermutlich relativ schnell unterschrieben. Wenn wir jetzt aber alles mal Revue passieren lassen, bin ich schon auch etwas enttäuscht, weil diesmal mehr drin war und wir unsere Konstanz noch nicht über die gesamte Saison hinweg hatten.“

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Wiesner verhehlte die Schwachstellen seines Teams nicht und nannte vor allem einen Aspekt. „Wir haben zu viele Gegentore gefressen und das war am Ende unser Genickbruch.“ Dabei relativiert der 38-jährige aber auch: „Wir hatten ein Durchschnittsalter von ungefähr 21 Jahren, die jungen Spieler machen da einfach noch Fehler und das wirft ihnen auch überhaupt niemand vor.“ Wiesner ist klar: „Was wir aber machen müssen, ist der nächste Schritt. Wir müssen stabiler werden, und zwar über die gesamte Spielzeit. Gerade die jungen Leute lernen aus den Fehlern, das sprechen wir an und dafür sind wir da.“

Doch natürlich sah der Oschatzer Coach vor allem das Positive und fand lobende Worte für seine Mannschaft. „100 Tore musst du auch in der Kreisliga erst mal schießen, die Spieler haben in dieser Saison vor Selbstbewusstsein und Frische quasi gestrotzt. Diese Marke und die vielen torreichen Spiele, das hat außer Doberschütz/Mockrehna, die ich qualitativ allerdings deutlich höher bewerte, niemand außer uns geschafft“, sagte Wiesner, der damit bei seinem Kollegen Rainer Schwurack auf Zustimmung stieß.

Auftakt bei Beilrode

Als Grund für die Spritzigkeit der Oschatzer nannte Wiesner schlichtweg die Kondition und führte aus: „Unser Grundkonzept ist einfach die Kondition, denn wenn du frisch im Kopf bist und auch in den letzten Minuten genug Kraft hast, ist das eine absolute Qualität.“ Deshalb legte das Trainer-Team auch in der zurückliegenden Sommer-Vorbereitung darauf den Schwerpunkt: „Es war sehr intensiv. Das A und O war und ist die Kondition und da mussten meine Jungs auch wieder durch. Da dürfen die Spieler ihren Trainer auch mal für die Einheiten hassen“, meinte Wiesner mit einem Lachen im Gesicht.

Für die neue Saison wollen die Oschatzer noch keine finale Zielstellung ausgeben. Rainer Schwurack betonte, „das Ergebnis zu bestätigen“ wäre ein erneuter Erfolg und auch Steffen Wiesner beteuerte: „Wir wollen uns weiterentwickeln. Die Stabilität und Steigerung unserer Leistungen ist mir wichtig, das habe ich schon gesagt, als ich nach Oschatz gekommen bin. Außerdem habe ich sowieso keine festen Platzierungen im Blick.“

In den Testspielen gastierte der FSV durchweg bei höherklassigen Kontrahenten. Es gab Niederlagen bei Landesligist Stahl Riesa (1:18), Nordsachsenligist Hartenfels Torgau (1:5) und Kreisoberligist Roßweiner SV (3:4), aber auch Siege bei den Kreisoberligisten SG Canitz (5:2) und Lommatzscher SV (9:6). Der Pflichtspiel-Auftakt im Kreispokal wurde mit einem 4:1-Erfolg beim VfB Kobershain (Kreisklasse) gemeistert, am Sonnabend geht es zum Liga-Start zum FSV Beilrode.

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