12. Mai 2021 / 17:25 Uhr

FSV Zwickau gibt 2:0-Führung aus der Hand: Chemnitzer FC steht im Sachsenpokalfinale

FSV Zwickau gibt 2:0-Führung aus der Hand: Chemnitzer FC steht im Sachsenpokalfinale

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Der Chemnitzer FC dreht das Sachsenpokal-Halbfinale gegen den FSV Zwickau und steht nach dem 3:2 im Finale.
Der Chemnitzer FC dreht das Sachsenpokal-Halbfinale gegen den FSV Zwickau und steht nach dem 3:2 im Finale. © PICTURE POINT
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Der Chemnitzer FC dreht in der zweiten Halbzeit so richtig auf und macht den Drittligisten nass: Am Ende gewinnen die Himmelblauen 3:2.

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Chemnitz. Der Chemnitzer FC ist als erstes Team in das Endspiel um den sächsischen Fußball-Landespokal eingezogen, das am 29. Mai ausgetragen wird. Der Regionalligist gewann am Mittwochnachmittag zu Hause sein Halbfinale gegen Drittligist FSV Zwickau mit 3:2, obwohl es bei Halbzeit 0:2 gestanden hatte.

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Der CFC dreht die Partie

Die Gäste dominierten in der ersten Halbzeit und kamen bereits in der dritten Spielminute zur ersten Großchance, doch Yannik Möker verzog den Ball aus Nahdistanz. Vier Minuten darauf hatten die Chemnitzer eine Möglichkeit, als sich eine Flanke eher unbeabsichtigt auf die Querlatte des FSV-Tores senkte. Doch insgesamt blieben die Zwickauer spielbestimmend, sie waren im ersten Durchgang spielerisch und körperlich präsenter. Das schlug sich in Torgelegenheiten von Morris Schröter (26., Lattenkopfball nach Flanke von Felix Drinkuth), Schröter und Drinkuth (beide 29. Minute) und einer von Drinkuth verpassten Flanke nieder. Das erste FSV-Tor erzielte wieder einmal der unverwüstliche Ronny König im Nachsetzen (35.). Drinkuth hatte die Szene „eingefädelt“. Wenig später legte Schröter per Foulelfmeter nach (39.), nachdem die CFC-Abwehr den Ball einfach nicht aus der Gefahrenzone bekommen hatte und Schiedsrichter Richard Hempel völlig zurecht auf den ominösen Punkt zeigte. Mit der hochverdienten 2:0-Führung für den Favoriten ging es in die Pause.

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Gleich nach Wiederanpfiff machten die Platzherren die Partie aber wieder spannend, indem Tim Kapulka einen Angriff über links im Zentrum überlegt zum Anschlusstor abschloss (47.). Beinahe hätte der Chemnitzer Lukas Aigner dennoch für die Vorentscheidung zu Gunsten des FSV gesorgt, als aus seiner Rückgabe fast das 1:3 geworden wäre (67.). Bis dahin deutete wenig darauf hin, dass die Gastgeber die Partie drehen könnten. Das änderte sich mit dem Ausgleich von Tobias Müller, der nach einer Freistoßeingabe von Riccardo Grym per Kopf traf. (79.). Nun hatte plötzlich der Außenseiter Oberwasser. Als der ebenso wie Grym eingewechselte Theo Ogbidi aus der Drehung traf, war das Match komplett gedreht. Dabei waren weder Ballannahme noch sein Schuss optimal, doch das war den Himmelblauen herzlich egal (83.). Sascha Roscher, ebenfalls eingewechselt, hatte in der Nachspielzeit sogar das 4:2 auf dem Fuß, setzte den Ball aber knapp neben den Kasten. Unmittelbar danach war die Pokalüberraschung dennoch perfekt.

„Das 1:2 war der Knackpunkt des Spiels“

Tobias Müller, der Torschütze des 2:2, sagte glücklich: „Es war ein unfassbares Spiel, wir waren ja fast schon totgesagt. Doch nach dem 1:2 sind wir in einen Flow gekommen.“ Sein Trainer Daniel Berlinski bekannte: „Die erste Halbzeit ist nicht nach unseren Vorstellungen gelaufen, dafür war die zweite umso besser. Es hat nach der Pause Spaß gemacht, zuzuschauen. Da hatten wir die bessere Spielanlage, auch vorher war die schon nicht schlecht gewesen.“

Enttäuscht wirkte hingegen FSV-Coach Joe Enochs: „Das 1:2 war der Knackpunkt des Spiels. Da haben wir wie beim 2:2 nicht gut verteidigt, obwohl wir bis dahin nichts zugelassen hatten. Uns hat am Schluss die Frische gefehlt. Alle wissen, was wir für eine Riesenchance aufs Finale vergeben haben. Ich werfe der Mannschaft aber nichts vor, man muss die gesamte Saison betrachten.“