26. Februar 2021 / 18:14 Uhr

Maulbeerwalde-Präsident Frank Fittkau: "Es lohnt sich, hierfür seine Freizeit zu opfern"

Maulbeerwalde-Präsident Frank Fittkau: "Es lohnt sich, hierfür seine Freizeit zu opfern"

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Der SVP freut sich über das neue Flutlicht auf der heimischen Sportanlage. Als der Rasen von Schnee bedeckt war, verdeutlichten einige Mitglieder, dass der Verein bereits seit 1949 am Leben erhalten wird - auch dank Urgestein Frank Fittkau.
Der SVP freut sich über das neue Flutlicht auf der heimischen Sportanlage. Als der Rasen von Schnee bedeckt war, verdeutlichten einige Mitglieder, dass der Verein bereits seit 1949 am Leben erhalten wird - auch dank Urgestein Frank Fittkau. © Verein, Böttcher
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Treue Seele: Frank Fittkau hat mit dem SV Prignitz Maulbeerwalde schon einiges erlebt. Der 51-Jährige spricht unter anderem über den Doppelaufstieg 2005 und 2006, seinen Mitstreiter Detlef Lemke und die finanzielle Situation des Vereins.

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"Es gibt Dinge, die wirst du niemals vergessen", erzählt Frank Fittkau. Der Vorsitzende des Fußball-Kreisligsten SV Prignitz Maulbeerwalde erklärt: "Als Kind brachte uns das Ehepaar Zuwe immer Tee und Stollen zu den Spielen." Eine Erinnerung, die den 51-Jährigen, der seit dem siebten Lebensjahr im Verein ist, geprägt hat: "Noch heute kommen die beiden zu jedem Spiel und sie freuen sich, dass den Job einer weitermacht", erklärt der Bauarbeiter für Fassaden über das Ehepaar, welches die Geschicke schon in der DDR und bis in die späten 90er-Jahre leitete.

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Fittkau hat im Verein so einiges erlebt. Nach seiner Amtsübernahme im Januar 2004 folgte der Abstieg in die 3. Kreisklasse. Der Verein war fast tot, "nur neun Spieler versicherten ihren Verbleib für die nächste Saison", erklärt der gebürtige Maulbeerwalder, "aber dann kamen sechs Mann aus der alten A-Jugend und retteten uns." Und nicht nur das. Mit Fittkau als Trainer stieg Maulbeerwalde binnen zwei Jahren in die 1. Kreisklasse auf: "Das war schon das Highlight meiner Amtszeit, da wir bei den letztjährigen Aufstiegen (Anm. d. Red.: 2014 und 2019) nicht direkt feiern konnten, da wir am grünen Tisch aufgestiegen sind. Damals haben wir direkt gefeiert", erinnert er sich gern zurück.

In Bildern: Das sind die Torfabriken des Fußballkreises Prignitz/Ruppin 2020/21.

Das sind die Torfabriken des Fußballkreises Prignitz/Ruppin 2020/21. Zur Galerie
Das sind die Torfabriken des Fußballkreises Prignitz/Ruppin 2020/21. ©

Nach zwei Jahren beendete Fittkau jedoch die Trainertätigkeit, zu viel wäre es in der Doppelfunktion geworden, erklärte er. Unterstützung bekam er seit 2004 besonders von Detlef Lemke, der als Kassenwart im Verein tätig ist. Die Aufteilung bei den beiden Machern des Vereins ist klar: "Ich kümmere mich ums Sportliche und Detlef um die Finanzen und alles was mit Bau zu tun hat", erklärt Fittkau und verweist auf den in seiner Amtszeit entstandenen Anbau und die in diesem Frühjahr fertiggestellte Flutlichtanlage. "Ohne uns beide wäre es im Verein schon sehr schwierig geworden", ist sich Fittkau sicher, hebt aber vor allem das Engagement von Lemke in den Vordergrund: "Er hat nie selber Fußball gespielt und ist hier seit 20 Jahren Kassenwart. Das ist schon bemerkenswert."

Nicht weniger bemerkenswert ist die familiäre Atmosphäre im Verein. Neben dem Ehepaar Zuwe kommen auch viele ehemalige Spieler und Verantwortliche des Vereins noch immer zu den Spielen. "Die Älteren kümmern sich um alles drumherum, man liest den Spielern schon fast zu viele Wünsche von den Lippen ab. Aber es lohnt sich, hierfür seine Freizeit zu opfern, auch wenn die Frau schon manchmal guckt", sagt Fittkau lachend. Doch auch die Frauen der beiden Verantwortlichen packen am Wochenende mit an und kümmern sich um die Speisen und Getränke an den Spieltagen.

Fittkau hofft auf Beendigung der Halbserie

Dennoch gehen die schwierigen Zeiten in der Corona-Pandemie auch am Sportverein, der sich derzeit in der Kreisliga West auf dem neunten Tabellenplatz befindet und zehn Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat, nicht spurlos vorbei. "Wir sind nicht pleite, aber wir decken die laufenden Kosten derzeit von unseren Rücklagen, die wir gern für weitere Baumaßnahmen verwendet hätten. Es sollte aber nicht mehr so lange gehen, finanziell wird es für die kleinen Vereine irgendwann eng und die leben besonders von den Heimspielen. Da nimmst du auch mal drei Euro ein und kannst mit Sponsoren reden, das fehlt derzeit natürlich", gibt Fittkau zu verstehen.

Seinen Optimismus lässt er sich aber nicht nehmen: "Der Zusammenhalt im Verein ist groß. Wir hoffen, dass wir zumindest die Halbserie noch zu Ende spielen können." Wann es mit dem Spielbetrieb wieder weitergeht, weiß noch keiner. In Maulbeerwalde wäre die Freude jedenfalls riesengroß, wenn der Ball wieder ins Rollen kommt. Und die Urgesteine sich um die Geschicke abseits des Platzes kümmern.