21. September 2020 / 16:55 Uhr

Führungswechsel, Platzverweise und eine Horror-Verletzung in der Kreisoberliga (mit Galerie)

Führungswechsel, Platzverweise und eine Horror-Verletzung in der Kreisoberliga (mit Galerie)

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
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Das Duell zwischen dem TSV Wustrau (in rot) und Blumenthal/Grabow war ein rassiges. © Dirk Becker
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Kreisoberliga Prignitz/Ruppin: Blumenthal/Grabow verlor in Wustrau nicht nur zwei Punkte, sondern auch einen wichtigen Spieler, der notoperiert werden musste.

Am vierten Spieltag der Fußball-Kreisoberliga gab es einen Wechsel an der Tabellenspitze. Stahl Wittstock thront nun ganz oben, weil Garz-Hoppenrade in Meyenburg erstmals Punkte ließ.

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TSV Wustrau – Blumenthal/Grabow 2:2 (0:1). Tore: 0:1 Jan Büssow (7.), 1:1 Christopher Bittner (55.), 2:1 Erik Block (57.), 2:2 Kai Rösler (63.). Gelb-Rote Karte: Christopher Bittner (90., Foulspiel, Wustrau), Marvin Krause (75., Foulspiel, Grabow). Rote Karte: Sinan Filipcic (75., Tätlichkeit, Wustrau). Zuschauer: 80. Dieses ruppige Duell – Referee Tom Kempf verteilte sechs gelbe Karten und verwies sogar drei Spieler (zwei Ampelkarten und eine Rote Karte) des Feldes – fand keinen Sieger, weil die Grabower den Sack nicht zumachen konnten. „Wir haben hier zwei Punkte liegen gelassen, hatten im ersten Durchgang schon fünf Hochkaräter“, erklärte Grabow-Coach Ralf Lengert. Auch TSV-Trainer Andy Kretschmann bestätigte: „Ich sehe das wie Ralf, wir haben einen glücklichen Punkt geholt. In der Halbzeit habe ich meine Jungs wachgerüttelt, die dann nach der Pause ein anderes Gesicht gezeigt haben.“ Binnen zwei Minuten stellten die Wustrauer, die mit mehr Esprit aus der Kabine kamen, das Spielgeschehen auf den Kopf. Umgehend antworteten aber die Gäste, die in der Endphase immer wieder am glänzend aufgelegten TSV-Keeper Stephan Stäbler scheiterten. Das Sportliche geriet aber schnell in den Hintergrund. Die Partie wurde von der schweren Verletzung von Grabow-Youngster Jan Büssow überschattet. Bei einem Kopfballduell wurde er unterlaufen und fiel böse auf den Boden. Am Abend musste Büssow für eine Not-Operation nach Berlin ins Krankenhaus gebracht werden. Die niederschmetternde Diagnose: Milzriss, Nierenprellung und innere Blutungen. „Das stimmt uns sehr traurig und wir wünschen Jan alles Gute“, sagte Ralf Lengert. Dem schloss sich der TSV Wustrau geschlossen an.

In Bildern: Schwere Verletzung überschattet 2:2-Remis zwischen Wustrau und Grabow.

Beim Kreisoberliga-Duell, welches vor 80 Zuschauern 2:2 endete, rückte das Sportliche schnell in den Hintergrund. Grabow-Youngster Jan Büssow musste am Abend noch ins Krankenhaus, wo ein Milzriss und eine Nierenprellung diagnostiziert wurden. Zur Galerie
Beim Kreisoberliga-Duell, welches vor 80 Zuschauern 2:2 endete, rückte das Sportliche schnell in den Hintergrund. Grabow-Youngster Jan Büssow musste am Abend noch ins Krankenhaus, wo ein Milzriss und eine Nierenprellung diagnostiziert wurden. © Dirk Becker

Blau-Weiß Wusterhausen – Rot-Weiß Kyritz 2:0 (1:0). Tore: 1:0 Elias Pries (13.), 2:0 Ronny Miermeister (70.). Zuschauer: 177. Beide Mannschaften hatten mit Personalproblemen zu kämpfen, demnach war das gut besuchte Derby auf überschaubarem Niveau. „Wir haben uns den Sieg aber verdient, weil wir uns ein paar mehr Chancen erarbeitet haben und in der Defensive stabil standen“, freute sich Blau-Weiß-Coach Andreas Nucklies, dessen Team mit sieben Punkten aus drei Spielen einen tollen Start hingelegt hat: „Wir sind jetzt oben dran und können entspannt in den weiteren Saisonverlauf blicken.“

Stahl Wittstock – Pankower SV 4:2 (1:1). Tore: 1:0 Oliver Goldberg (11.), 1:1 Juri Zelenko (14.), 2:1 Tobias Dachselt (49.), 2:2 Brian Hammermeister (53.), 3:2 Goldberg (56.), 4:2 Philip Gerstmann (79.). Zuschauer: 170. Trotz der Abwesenheit vom im Urlaub weilenden Trainer Dietmar Andree bleiben die Stählernen erfolgreich. „Es war ein relativ ausgeglichenes Spiel, beide Mannschaften hatten den nötigen Respekt voreinander“, erklärte Wittstocks Torjäger Oliver Goldberg, „wir waren vor dem gegnerischen Kasten aber abgebrühter. Der Sieg ging letztlich auch in dieser Höhe in Ordnung.“ Die Dossestädter zogen durch den Erfolg an Garz-Hoppenrade vorbei und sind nun Spitzenreiter. „Eine schöne Momentaufnahme, es sind aber erst vier Partien gespielt, ein langer Weg ist noch zu bestreiten“, sagte Goldberg, der einen Doppelpack beisteuerte.

Die Mannschaften des Tages der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin im Überblick.
Die Mannschaften des Tages der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin im Überblick. © SPORTBUZZER

SG Sieversdorf – Hertha Karstädt 2:0 (0:0). Tore: 1:0 Sandro Behrendt (82.), 2:0 Janik Raue (90.). Zuschauer: 57. Viel Mittelfeldgeplänkel und keinen schönen Fußball sahen die Fans auf dem Sieversdorfer Sportplatz – so sagte es zumindest SGS-Coach Sandro Behrendt. „Das war von beiden Seiten kein gutes Spiel, sowohl wir als auch Karstädt hatten aber arge Personalprobleme“, verriet der Coach, der einmal mehr selbst die Töppen schnürte und seine Farben nach 82 Minuten per Kopf sogar in Führung brachte. „Dann haben wir angefangen, Fußball zu spielen und hätten sogar noch mehr Tore machen können“, so Behrendt.

BSV Zaatzke – Union Neuruppin II 1:2 (1:0). Tore: 1:0 Andreas Spiess (19.), 1:1 Thaer Damir (63.), 1:2 Ampofu Nana (83.). Zuschauer: 100. Per direktem Freistoß ging der BSV in Front, nach dem Seitenwechsel glückte den immer stärker werdenden Unionern aber der nicht unverdiente Ausgleich. „Danach war es ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten“, befand Union-Coach Steven Rogge, dessen Team dank des Angriffsduos Damir/Nana drei Punkte entführte.


Meyenburger SV – Garz-Hoppenrade 7:3 (3:1). Tore: 1:0 Marcus Krüger (11.), 1:1 Christian Szczech (13.), 2:1 Oliver Machner (31.), 3:1 Krüger (45.), 4:1 Christoph Raasch (63., Strafstoß), 5:1 Kevin Berlin (68.), 5:2 Szczech (70.), 6:2, 7:2 Berlin (76., 79.), 7:3 Szczech (80.). Zuschauer: 126. Zehn Treffer und ein kurzweiliges Prignitz-Derby: der Eintritt dürfte sich mehr als gelohnt haben. Das klang schon nach einer Herkulesaufgabe, die Wacker Meyenburg vor der Brust hatte, als die Mannschaft von Michael Kenzler den SV Garz-Hoppenrade empfing. „Für uns war es wichtig, dass wir den Dreier einfahren. Und das haben wir sehr eindrucksvoll gemacht.“ Die Garzer spielten in der ersten Hälfte offensiv, „wie wir eigentlich spielen wollten. Aber bei uns war jeder Schuss ein Treffer.“ In der zweiten Hälfte boten sich den Hausherren viele Räume, wohl auch, weil Garz konditionell abbaute. Stolz war Kenzler auf seinen Keeper Christian Dramburg. Der Oldie (40) hatte auf Anfrage eine Stunde Bedenkzeit erbeten, dann stand er zwischen den Pfosten und machte seinen Job gut. „Auf die Alten ist Verlass“, schmunzelte sein Trainer.