11. Juli 2020 / 19:13 Uhr

Fünf Fußball-Ligen auf einen Streich – Rügener Till Plumpe macht Riesenschritt

Fünf Fußball-Ligen auf einen Streich – Rügener Till Plumpe macht Riesenschritt

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Aus der neunten in die vierte Liga: Stürmer Till Plumpe (l.) geht künftig in der Regionalliga mit dem Team aus Luckenwalde auf Torejagd.
Aus der neunten in die vierte Liga: Stürmer Till Plumpe (l.) geht künftig in der Regionalliga mit dem Team aus Luckenwalde auf Torejagd. © FOTO: Fiete Ehrhardt
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Der 19-jährige Torjäger, der zuletzt in der Kreisoberliga auf der Insel Rügen kickte, wechselt zum FSV Luckenwalde in die Regionalliga. Beim Aufsteiger ist Jan Kistenmacher Trainer. 

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Wenn die Fußball-Ligen in einem Hochhaus untergebracht wären; Till Plumpe wäre aus dem Keller fast bis ins Obergeschoss gefahren. Der 19-Jährige, der vergangene Saison in der Kreisoberliga Vorpommern-Rügen kickte, ist für deutlich höhere Aufgaben berufen. Der Stürmer lässt fünf Ligen auf einmal hinter sich und spielt bei Regionalliga-Aufsteiger FSV Luckenwalde. „Das ist natürlich ein Riesenschritt für mich. Ich bin sehr gespannt, wie das wird – ganz sicher ein Abenteuer“, sagt der Insulaner.

Seit Jahren tauchte der Name Till Plumpe regelmäßig in den Torjägerstatistiken Vorpommerns auf – meistens weit oben. Bei der SG Binz/Sassnitz kam er in der zurückliegenden Saison in neun Spielen zum Einsatz und schoss 15 Tore. Als A-Jugendlicher war er im Jahr davor mit der SG Rügen in der Landesliga aktiv. Mit einer beeindruckenden Bilanz. „Ich schoss in der Saison 2018/19 in 18 Spielen insgesamt 71 Tore.“ Der Junge mit dem Torriecher durfte damals schon bei den Männern ran: fünf Spiele, fünf Tore. Für Trainer Jan Kistenmacher, der mit den Luckenwaldern in seine dritte Saison als Chefcoach geht, ist der Wechsel über so viele Spielklassen hinweg keine besondere Sache. „Ich glaube daran, dass man auch im Sport über den zweiten Bildungsweg sehr viel erreichen kann“, verdeutlicht der 46-Jährige, der in der Nähe von Rostock zu Hause ist und viele Jahre die Mannschaft des Rostocker FC in der Verbandsliga betreute.

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Für Till Plumpe bedeutet der Vereinswechsel zugleich den Wechsel seines Wohnorts. Er hat vor ein paar Wochen in Bergen sein Abi gemacht. Durchschnitt 3,2. Danach ist er nach Berlin umgezogen und bei seiner Oma in Neukölln untergekommen. „Mein neuer Verein hat mir eine Bahncard gegeben. Ich fahre fünfmal pro Woche zum Training und bin immer eine Stunde unterwegs“, erzählt er. An den Trubel der Großstadt muss sich der Kicker, der die Ostseeinsel liebt, noch gewöhnen. Nicht nur sein Privatleben wird anders sein. „Sportlich ist das in Luckenwalde eine andere Nummer. Alles geht viel schneller. Daran muss ich mich gewöhnen und mich anpassen. Ich sehe das aber als eine große Chance und nicht als Last.“ Es war eher Zufall, dass der Torjäger beim Team in Brandenburg landete. Ein ehemaliger Arbeitskollege von Coach Kistenmacher war auf den Jungen aufmerksam geworden und berichtete über ihn. Kistenmacher nahm Kontakt zu Till Plumpe auf, lud ihn zu einem Probetraining ein. „Am 20. Januar bin ich nach Luckenwalde gefahren und habe mich dort vorgestellt“, erinnert sich der Mittelstürmer noch ganz genau. In einem Testspiel wechselte ihn Kistenmacher in der zweiten Halbzeit ein. „Wir lagen 0:1 hinten. Ich habe ein Tor vorbereitet und eins geschossen. Am Ende haben wir mit 4:1 gewonnen.“

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Plumpes Freude war groß, als er – nach dem Probetraining längst zurück auf der Insel Rügen – eine Nachricht vom Trainer auf seinem Handy sah: „Trikot mit der Nummer 13 liegt bereit.“ Sein Vertrag bei den Brandenburgern gilt für die kommenden beiden Spielzeiten. „Es gibt viele Dinge, die ich verbessern kann, vor allem im taktischen Bereich. Ich will gut trainieren und möglichst oft in den Kader für die Regionalliga kommen“, hat sich der Senkrechtstarter aus der neunten Liga vorgenommen.