05. März 2021 / 14:22 Uhr

Fünf Spiele, vier Niederlagen: RB Leipzig und seine Schwierigkeiten beim SC Freiburg

Fünf Spiele, vier Niederlagen: RB Leipzig und seine Schwierigkeiten beim SC Freiburg

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Das Schwarzwald-Stadion ist regelmäßig kein gutes Pflaster für RB Leipzig.
Das Schwarzwald-Stadion ist regelmäßig kein gutes Pflaster für RB Leipzig. © Getty Images
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Die Bilanz könnte wirklich besser sein. Aber beim SC Freiburg tat sich RB Leipzig in den vergangenen Jahren zuverlässig schwer. Lediglich einmal gelang ein Sieg beim Streich-Team. Wir blicken zurück auf die Duelle zwischen Schneetreiben und mangelnder Chancenverwertung.

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Leipzig. Fünfmal war RB Leipzig bisher zu Gast beim SC Freiburg. Gelohnt hat sich der Ausflug in den Breisgau für die Sachsen dabei selten. Lediglich einmal fuhren sie mit einem Dreier im Gepäck nach Hause. Viermal setzte es eine Niederlage. Ist der SFC so etwas wie ein Angstgegner für RB? Coach Julian Nagelsmann will von solchen Kategorien natürlich nichts wissen, warnt aber in deutlichen Worten vor den Hausherren. "Freiburg hat die beste Verwertung von Großchancen nach dem FC Bayern, der Trainer ist ausgefuchst und die Mannschaft hat eine sehr gefestigte Struktur, sie spielen mit sehr fließenden Übergängen", sagte er am Freitag.

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Bevor das sechste Aufeinandertreffen beider Teams am Samstag (15.30 Uhr, Sky) angepfiffen wird, schauen wir zurück auf die bisherigen Begegnungen an gleicher Stelle.

7. März 2016: Dämpfer im Schneetreiben

"Auf diesem Platz war es wichtig, in Führung zu gehen. Heute war das Glück auch auf unserer Seite", resümiert Christian Streich nach dem Abpfiff. "Beide Mannschaften haben das Beste aus den Verhältnissen gemacht", kommentiert RB-Kapitän Dominik Kaiser. Gespielt werden muss an diesem März-Tag mit einem rot-orangenen Ball. Ein Weißer wäre im dichten Schneetreiben nur schwer zu erkennen gewesen. Die Zweitliga-Partie ist schnell zusammengefasst: Kaiser egalisiert die 1:0-Führung durch SCF-Techniker Vincenzo Grifo (10.) in der 56. Minute. Florian Niederlechner sorgt für den 2:1-Sieg (68.). Marcel Sabitzer hat kurz vorm Schlusspfiff das 2:2 für den Tabellenführer auf dem Huf, schrammt aber am verdienten Punkt vorbei. Streich ist dennoch überzeugt: Leipzig wird aufsteigen. Das tun sie am Saisonende dann auch ebenso wie die Breisgauer.



Viel Schnee und wenig Fußball gab es beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams.
Viel Schnee und wenig Fußball gab es beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams. © GEPA pictures

25. November 2016: Der einzige Sieg

"Sie spielen mit brutalem Selbstbewusstsein. Es ist schwer, wenn man so früh in Rückstand gerät. Da ist der Matchplan gleich über den Haufen geworfen", kommentiert Christian Streich. Tatsächlich liegt sein Team bereits nach zwei Minuten hinten, weil Naby Keita für Leipzig trifft. Das 1:1 von Florian Niederlechner ist nur eine Momentaufnahme. RB legt noch drei Treffer nach, zwei davon durch Timo Werner. Sportdirektor Ralf Rangnick bescheinigt dem Sieger und Bundesliga-Tabellenführer eine "reife, abgeklärte Leistung".

Zweimal Timo Werner: Im zweiten Anlauf klappt's für RB im Breisgau.
Zweimal Timo Werner: Im zweiten Anlauf klappt's für RB im Breisgau. © GEPA pictures

20. Januar 2018: Werner-Tor, Löw-Besuch, aber wieder kein Dreier

Der Bundestrainer ist da. Joachim Löw sieht auf der Freiburger Tribüne einen 2:1-Sieg der Hausherren. Auch weil die Elf von Ralph Hasenhüttl sich bei Standards von einer unerfreulich schwachen Seite zeigt. Zwar bringt Timo Werner die Seinen in Führung. Aber Janik Haberer und Robin Koch drehen innerhalb von fünf Minuten die Partie. Ohnehin muss der Coach in diesen Tagen mit Negativ-Nachrichten umgehen. Denn Marcel Halstenberg hat sich das Kreuzband gerissen. Dennoch hält der Österreicher die Laune hoch und blickt nach vorn: "Die Stimmung ist besser, als ihr vielleicht vermutet. Es gibt immer wieder Probleme und Situationen, mit denen man umgehen muss. Das ist unser Job. Es ist eher etwas, das in uns den Kampfgeist weckt-"

Das hatte sich Ralph Hasenhüttl anders vorgestellt.
Das hatte sich Ralph Hasenhüttl anders vorgestellt. © GEPA pictures

8. Dezember 2018: Eine Niederlage, die weh tut

Erst zweimal hat RB Leipzig in dieser Saison verloren. Entsprechend optimistisch reisen die Sachsen in den Breisgau und kehren mit leeren Händen und einer saftigen 0:3-Pleite im Gepäck zurück. Nils Petersen, Luca Waldschmidt und Mike Frantz treffen. Gegen den im Normalfall qualitativ unterlegenen Kontrahenten kassiert das Team von Trainer Ralf Rangnick so viele Gegentore, wie in den vorherigen zehn Bundesligaspielen zusammen. Einstellung? Aufstellung? Ein schwarzer Tag? Von einer Spitzenmannschaft ist der Auftritt so weit entfernt wie Weihnachten vom Hochsommer. „Wir haben viele gute Fußballer in unseren Reihen, aber hatten heute nichts mit Fußball am Hut. Das ist schon sehr enttäuschend“, kommentiert Marcel Sabitzer knallhart.

0:3 - dabei war RB mit reichlich Optimismus nach Freiburg gereist.
0:3 - dabei war RB mit reichlich Optimismus nach Freiburg gereist. © GEPA pictures

26. Oktober 2019: Schwieriger Saisonstart

So hatten sich das die Messestädter nicht vorgestellt. Nach drei Bundesliga-Spielen sind sie noch ohne Sieg. An dieser mageren Bilanz ändert sich auch nach dem Gastspiel in Freiburg wenig, denn das geht mit 1:2 (0:1) verloren. Die Gastgeber treten diszipliniert und effizient auf. Nicolas Höfler bringt den Sportclub kurz vor dem Pausenpfiff in Führung. Nils Petersen macht kurz vor Schluss den Deckel drauf. Lukas Klostermanns Anschlusstreffer nach einer Nkunku-Ecke kommt zu spät für die erhoffte Aufholjagd. Zu viele RB-Chancen bleiben ungesnutzt.

Die Chancenverwertung passt im Oktober 2019 gar nicht bei RB.
Die Chancenverwertung passt im Oktober 2019 gar nicht bei RB. © GEPA pictures

Am Samstag steht nun also der sechste Auftritt der Messestädter im Breisgau an. Trainer Julian Nagelsmann hat einige Ausfälle zu beklagen, setzt aber auf Sieg und glaubt an „keinen Mega-Fluch“ für Leipziger Gastspiele in Freiburg