24. März 2021 / 20:17 Uhr

Fünf Verletzte im Rückraum: SC DHfK Leipzig kassiert 21:31 Niederlage in Kiel

Fünf Verletzte im Rückraum: SC DHfK Leipzig kassiert 21:31 Niederlage in Kiel

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Pausieren musste auch Niclas Pieczkowski. Kam dann aber wieder zurück auf die Platte.
Pausieren musste auch Niclas Pieczkowski. Kam dann aber wieder zurück auf die Platte. © Klaus Trotter
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Neuer Spitzenreiter war einfach eine Nummer zu groß: Der SC DHfK Leipzig hat die Nachholpartie beim Rekordmeister THW Kiel 21:31 (14:17) verloren. Die Truppe von Chefcoach André  Haber trat nicht nur ohne Rückraumtrio an. Der Kader hat nunmehr mit weiteren Verletzungssorgen zu kämpfen.

Kiel/Leipzig. Auch mit ihrer ersten Sieben, einer vollen Bank und in eigener Halle wäre ein Sieg gegen den THW Kiel für die Truppe von André Haber schwer geworden. Es war also wenig überraschend, dass die DHfK-Handballer – oder das, was nach fünf verletzten Spielern im Rückraum noch von ihnen übrig war – beim Rekordmeister am Mittwochabend nicht bestehen konnten. Trotz der Verletzungen von Philipp Weber in der ersten Hälfte gingen die Sachsen an ihre Grenzen, um bei den Zebras ihr Gesicht wahren zu können. Mit 21:31 (14:17) kassierten die Grün-Weißen die vierte Niederlage in Folge, müssen sich dafür aber ausnahmsweise keine Vorwürfe machen.

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Sturz von Philipp Weber

„Es gibt einfach keine Scheiß-Mannschaften mehr“, verteidigte Sky-Experte Stefan Kretzschmar die Leipziger Truppe. Bei dem hohen Niveau der Liga, seien mehrere Niederlagen in Folge noch lange keine Krise und eine Niederlage beim Rekordmeister erst recht nicht. Den Kielern steht am kommenden Wochenende die vielleicht wichtigste Partie der Saison bevor: das Nord-Derby in Flensburg, die mögliche Vorentscheidung der Meisterschaft. Dennoch versprach Trainer Filip Jicha, dass sie ihre Gäste nicht unterschätzen würden.

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Der DHfK-Handballer schlagen sich achtbar beim Rekordmeister THW Kiel, lassen aber die zwei Punkte (21:31) im Norden. Zur Galerie
Der DHfK-Handballer schlagen sich achtbar beim Rekordmeister THW Kiel, lassen aber die zwei Punkte (21:31) im Norden. ©

Dem Versprechen kam sein Team nach und demontierte die Grün-Weißen nach allen Regeln der Kunst. In der achten Minute lagen die Sachsen bereits mit 2:7 zurück, doch das Ergebnis wurde schnell zur Nebensache. Überschattet wurde die Anfangsphase vom schweren Sturz von Philipp Weber, der, bevor es richtig losging, von der Platte humpeln musste. Mit Schmerzen im Knie nahm der Führungsspieler ganz außen auf der Bank platz. Eine enorme Belastung für die restliche Truppe und der entsprechende Dauereinsatz für Luca Witzke, denn schon vor dem Anpfiff fehlten den Sachsen mit Mamic, Larsen und Remke drei Rückraumspieler.

„Ich kann auch Rückraum-Rechts“, versprach der 21-Jährige vor dem Anpfiff und untermauerte sein Statement sofort mit drei Treffern von der unüblichen Position für den Rechtshänder – auf der er jedoch nicht lange zu sehen war. Denn wenig später hielt sich Pieczkowski den Rücken und nahm vorerst neben Weber platz. Die Konsequenz: Witzke, Julius Meyer-Siebert und A-Jugend-Talent Jakob-Jannis Leun mussten über 40 Minuten gegen den Rekordmeister bestehen. Eine unmögliche Aufgabe für ein Rückraum-Trio, das im Schnitt keine 20 Jahre alt ist. Der 14:17-Pausenstand war entsprechend alles andere als eine Schmach.

Gebrauchter Abend

Doch es kam noch schlimmer für die Leipziger. Der 18-jährige Leun knickte früh in der zweiten Hälfte um und musste sich ebenfalls auf die Bank begeben, die Pieczkowski inzwischen wieder verlassen konnte und die Lücke im Rückraum wieder auffüllte. „Wir bekommen hier in Kiel über 43 Minuten die erste Aufstellung, obwohl die am Wochenende ihr Derby haben. Das ist ein Lob für uns“, motivierte auch Coach Haber sein Team. An einen Sieg glaubte bei den Grün-Weißen aber keiner mehr.

Der 21:31-Endstand käme in jeder anderen Partie einer Katastrophe gleich, war an diesem gebrauchten Abend für alle Beteiligten aber akzeptabel. Auch Meyer-Siebert konnte der hohen Niederlage zumindest ein paar positive Dinge abgewinnen. „Durch die Verletzungen hatten wir wenige Alternativen. Dafür haben wir es nach einer schlechten Anfangsphase geschafft, uns ins Spiel zurückzukämpfen.“ Bis Samstag müssen die Sachsen nun ihre Wunden lecken und für das Spiel bei den Füchsen Berlin möglichst viele Spieler fit bekommen.


DHfK-Tore: Witzke 6, Binder 4, Meyer-Siebert 4, Gebala 3, Pieczkowski 2, Krzikalla 1/1, Leun 1