27. September 2020 / 23:25 Uhr

Fünf Wolfsburg-Spiele ohne Niederlage, aber bald kommen fünf wichtige Tage

Fünf Wolfsburg-Spiele ohne Niederlage, aber bald kommen fünf wichtige Tage

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Brekalo trifft, Weghorst kam als Joker, der VfL blieb auch in Freiburg ohne Niederlage.
Brekalo trifft, Weghorst kam als Joker, der VfL blieb auch in Freiburg ohne Niederlage.
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In der Fußball-Bundesliga kommt der VfL Wolsburg zu einem glückliches 1:1 beim SC Freiburg. Trainer Glasner lobt die Leidenschaft - aber im VfL-Spiel hakt noch viel.

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Wer am Ende der vergangenen Saison gemutmaßt hat, der siebte Platz könnte für den VfL mehr Fluch als Segen sein, bekam gestern ein paar Argumente dazu. Weil er in die Qualifikation zur Europa League muss, hat Wolfsburgs Bundesligist gleich zum Saisonstart knackige englische Wochen, Müdigkeit und Rotationsbedarf inklusive. Beides kann dazu führen, dass die fußballerische Leistung eher mau bleibt – so wie gestern beim 1:1 (1:1) im Spiel beim SC Freiburg, in dem der VfL nur mit Glück den zweiten Zähler der Saison einsammelte. Nils Petersen hatte die Gastgeber in Führung gebracht, Josip Brekalo erzielte mit einem abgefälschten Freistoß den Ausgleich.

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Zweimal Bundesliga, zweimal EL-Quali, einmal im DFB-Pokal – in allen fünf Pflichtspielen dieser Saison blieb Wolfsburg jetzt ohne Niederlage. Ähnlich lief es auch in der vergangenen Saison, und auch vor gut einem Jahr sah es besser aus als es in der fußballerischen Substanz war. Der Trainer rechnet allerdings anders: „Wir haben nach den ersten beiden Spielen zwei Punkte mehr als in der letzten Saison“, so Oliver Glasner, „weil in Freiburg haben wir letztes Mal 0:1 verloren und gegen Leverkusen 0:2 verloren.“ Und überhaupt denke er „nicht an damals zurück, weil ich gar keine Zeit habe, mich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Was letztes Jahr war, ist vorbei.“

Und bei allen Mängeln freue er sich „dass wir gut gestartet sind. Mein Eindruck ist, dass wir als Mannschaft sehr eng zusammengewachsen sind. So werden wir weiter agieren und hoffen, dass wir noch lange ungeschlagen bleiben.“ Doch im VfL-Spiel hakt noch viel zu viel, um allein die Niederlagenlosigkeit zum Maßstab zu machen. Glasner betonte darum auch nach dem Remis in Freiburg vor allem „die Leidenschaft, mit der die Mannschaft für den Punkt gefightet hat.“

<b>Pavao Pervan</b>: Musste kurzfristig für Koen Casteels einspringen, der sich beim Aufwärmen Knieprobleme zuzog. Beim 0:1 war er machtlos, danach parierte er einen Freistoß stark. Fehlende Spielpraxis war ihm zwar hier und da anzumerken, in der Schlussphase aber wichtige Paraden. - Note: 3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Musste kurzfristig für Koen Casteels einspringen, der sich beim Aufwärmen Knieprobleme zuzog. Beim 0:1 war er machtlos, danach parierte er einen Freistoß stark. Fehlende Spielpraxis war ihm zwar hier und da anzumerken, in der Schlussphase aber wichtige Paraden. - Note: 3 ©

Um aber vor allem offensiv zu glänzen, fehlt es an Stabilität und Frische, was die Frage aufwirft, ob der Kader in der Breite tatsächlich gut genug ist. „Wir sollten auf jeden Fall noch jemanden dazu holen“, hatte Glasner bereits vor dem Spiel gesagt. „Wir haben in der Quantität viele Spieler verloren und weniger dazubekommen“. Mit Marin Pongracic, William und Kevin Mbabu fallen zudem wichtige Spieler aus. „Deshalb haben wir Handlungsbedarf und werden sicherlich noch etwas machen.“ Bislang hat der VfL in dieser Transferperiode fünf Spieler abgegeben und dafür Stürmer Bartosz Bialek sowie Verteidiger Maxence Lacroix geholt, die beide gestern auf der Bank blieben.

Von dort sahen sie ein intensives Spiel. „Wir sind gut in die Partie gestartet, aber gleich mit der ersten Aktion von Freiburg in Rückstand geraten“, analysierte Glasner. „Dann hatten wir etwas Probleme. Es gab viele Fouls, Zweikämpfe und Standardsituationen, durch die wir aber auch wieder zurückgekommen sind.“ Herausgespielte Torchancen gab es allerdings nicht.

Und so lag es vor allem an der Abschlussschwäche der Freiburger, dass der VfL einen Punkt eroberte. Glasner: „In der zweiten Halbzeit hatten wir 20 bis 25 Minuten große Probleme, als Freiburg viel Druck gemacht hat. Bei zwei, drei Aktionen hatten wir mit Pavao Pervan einen starken Rückhalt, außerdem hat uns der Pfosten geholfen. In den letzten 15 Minuten haben wir es wieder geschafft, das Spiel in die Freiburger Hälfte zu verlagern. Ich bin sehr zufrieden, mit welcher starken Mentalität die Mannschaft um den Punkt gekämpft hat.“

Am Donnerstag steht das entscheidende EL-Quali-Spiel bei AEK Athen an, einem nur schwer einzuschätzenden Gegner. Und am Sonntag stellt sich mit dem FC Augsburg der Überraschungs-Tabellenzweite vor. Einen Tag später schließt das Transferfenster. Fünf wichtige Tage für den VfL.