26. Juni 2020 / 18:21 Uhr

Fünfkämpfer Zillekens und Liebig: 18 Tafeln Schokolade in 24 Stunden verbrannt

Fünfkämpfer Zillekens und Liebig: 18 Tafeln Schokolade in 24 Stunden verbrannt

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Radfahren, Schwimmen, Laufen und die nötige Nahrungszufuhr als Ausgleich prägten die 24 Stunden von Christian Zillekens und Fabian Liebig.
Radfahren, Schwimmen, Laufen und die nötige Nahrungszufuhr als Ausgleich prägten die 24 Stunden von Christian Zillekens und Fabian Liebig. © Privat
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Moderner Fünfkämpf: Die Potsdamer Athleten Fabian Liebig und Christian Zillekens trieben einen Tag lang Sport, um jeweils 10 000 Kalorien zu verbrauchen.

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Am Ende der 24-stündigen Tortur stellten sich Christian Zillekens und Fabian Liebig auf die Waage. Letzterer hatte innerhalb eines Tages zwei, Zillekens sogar drei Kilogramm abgenommen. „Da war sicherlich auch viel Wasser dabei“, erzählt Liebig, nachdem er mit seinem Fünfkampfkollegen an einem Tag so viel Sport gemacht hatte, dass sie jeweils 10 000 Kalorien verbraucht haben – das entspricht rund 18 Tafeln Schokolade. Nach 93 Kilometern Rad fahren, 8 Kilometern schwimmen und 63 Kilometer Laufen hatten sie ihr Ziel erreicht.

Punkt 0 Uhr liefen die beiden Potsdamer am Donnerstag am Jägertor los, für die 22 Kilometer nach Gatow benötigten sie rund eineinhalb Stunden. „Dort haben die Eltern meiner Freundin ein Gartengrundstück am Wasser, wo wir auch gut schwimmen und laufen konnten“, erzählt Zillekens. Nach einer Runde Schlaf folgte die nächste Laufeinheit, gefolgt von einer Stunde Schwimmen. Zwischendurch aßen beide regelmäßig, um den enormen Kalorienverbrauch auszugleichen.

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„Wir haben viele Nudeln gegessen, Porridge, auch viele Energiegels und ich weiß nicht wie viele Kilo Bananen“, sagt Liebig. „Wir konnten eigentlich irgendwann nicht mehr essen, weil der Magen dauerhaft voll war. Dann haben wir vor allem Flüssigkeit zu uns genommen wie Malzbier oder alkoholfreies Radler, um den Zucker wieder reinzubekommen. Am Schluss hat der Magen gekrampft und uns wurde schlecht“, ergänzt Zillekens.

Ursprünglich wollten sie nach weiteren drei Stunden Radfahren, einer Stunde Schwimmen und einer Stunde Laufen ihr Ziel von 10 000 verbrannten Kalorien erreicht haben. „Wir haben ungefähr geschätzt, was wir machen müssen. Nach unserer Rechnung wären wir gegen 20 Uhr fertig gewesen“, erzählt Liebig. Doch da stand der Kalorienzähler an seiner Sportuhr erst bei 8500, bei Zillekens bei 8000. „Da kam dann ein bisschen Hektik auf. Freunde und Familie waren extra gekommen und wir wollten eigentlich zusammen grillen. Die haben dann gegrillt und wir wie die Blöden weitergemacht“, sagt Liebig. Noch einmal legten sie 30 Kilometer auf dem Rad zurück und schoben noch einen 13-Kilometer-Lauf hinterher.

Vom irischen Fünfkampf-Kollegen inspiriert

„Acht Minuten vor Mitternacht hatte ich dann 10 000 Kalorien auf der Uhr“, erzählt Zillekens und Liebig, der am Ende 10 500 Kalorien verbraucht hatte, sagt: „Wir hatten von Anfang an gesagt, dass wir beide weitermachen, bis der jeweils andere das Ziel erreicht hat. Wir haben nicht annähernd damit gerechnet, dass es so knapp werden würde.“ Fünf T-Shirts und vier Paar Socken hatten sie sich zum Wechseln zurechtgelegt, doch weil es mehr Einheiten als geplant wurden, mussten sie am Ende wieder in die alten Klamotten von der ersten Einheit rein.

An einem normalen Trainingstag verbrauchen beide 4000 bis 4500 Kalorien, beim Wettkampf auch schon einmal bis zu 6000. „Wenn ich es vergleiche, fühlt sich ein Fünfkampf-Wettkampf ähnlich an, aber es war nochmal krasser“, sagt Liebig. Inspiriert wurden sie von ihrem irischen Fünfkampfkollegen Arthur Lanigan O’Keeffe, der die 10 000 Kalorien während Corona-Beschränkungen auf dem Laufband und dem Ergometer in seinem Haus verbrannt hatte.

„Im Nachhinein wissen wir nicht, wie er das geschafft hat. Wir mussten zusammen durchochsen und er hat das sogar alleine geschafft“, zollt Liebig dem Iren Respekt. Am Freitag fühlten sich beide „total zerstört“ und sie mussten an Ironman-Triathleten denken, die einen ähnlichen Kalorienverbrauch haben. „Wir haben das in 24 Stunden gemacht, die machen das in acht, neun Stunden. Wir haben erstmal gesagt, dass wir niemals einen Ironman machen werden“, sagt Zillekens.