06. Februar 2021 / 19:21 Uhr

Fünfter Zu-null-Sieg in Folge: Aber von Wolfsburg-Trainer Glasner gibt's "nur" eine 1-

Fünfter Zu-null-Sieg in Folge: Aber von Wolfsburg-Trainer Glasner gibt's "nur" eine 1-

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Starke Wolfsburger: Der VfL feierte in Augsburg seinen fünften Zu-null-Sieg in Folge.
Starke Wolfsburger: Der VfL feierte in Augsburg seinen fünften Zu-null-Sieg in Folge. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Der VfL Wolfsburg befindet sich weiterhin auf einer Erfolgswelle: Mit einem 2:0-Sieg beim FC Augsburg schloss der Fußball-Bundesligist die englische Woche perfekt ab und stellte zudem noch einen Vereinsrekord auf.

Vierter Bundesliga-Sieg in Folge ohne Gegentor, damit einen Vereinsrekord aufgestellt und die englische Woche perfekt abgeschlossen: Der VfL Wolfsburg festigte durch das 2:0 beim FC Augsburg den dritten Tabellenplatz, hat jetzt drei Zähler Vorsprung auf Rang vier und zählt immer mehr zu den Champions-League-Anwärtern in dieser Saison. Für den souveränen Auftritt gab Coach Oliver Glasner seiner Mannschaft aber "nur" eine 1-.

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2:0 in Mainz, 1:0 in Leverkusen, 3:0 gegen Freiburg und jetzt das 2:0 in Augsburg - die VfL-Abwehr ist momentan nicht zu überwinden, die Wolfsburger (19 Gegentore) stellen nach RB Leipzig (17) die zweitbeste Defensive der Liga. Viermal in Folge im Oberhaus ohne Gegentreffer zu bleiben, war dem VfL bisher noch nie gelungen. Hinzu kam das 1:0 im DFB-Achtelfinale unter der Woche gegen den FC Schalke. "Das ist super", freute sich Eigengewächs Maximilian Arnold am Sky-Mikrofon. "Wir hatten fünf Zu-null-Spiele, und jetzt die englische Woche mit dem dritten Sieg abzuschließen, ist natürlich perfekt für uns." Drei Dreier binnen einer Wochen war den Wolfsburgern zuletzt vor einem Jahr gelungen.

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde, wie etwa in der ersten Halbzeit, als er den Schuss von Caligiuri hielt. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, wie etwa in der ersten Halbzeit, als er den Schuss von Caligiuri hielt. Note: 3 ©

Die Wolfsburger ließen in Augsburg keine Zweifel daran aufkommen, wohin der Weg in dieser Saison führen soll - nämlich nach Europa. Zwar hatte der VfL anfangs "ein paar Probleme, wir haben die Bälle zu leicht verloren", fand Glasner, doch Wout Weghorst brachte die Gäste nach tollem Zuspiel von Yannick Gerhardt per Heber mit dem 1:0 auf die Siegerstraße - es war der 14. Bundesliga-Treffer des Niederländers. Damit hat er sein Ziel erreicht, das er sich zu Saisonbeginn gesetzt hatte. "Wie Wout das Tor macht, ist fantastisch", sagt Glasner, lobt aber auch die Entstehung über Jay Brooks, Renato Steffen und Gerhardt. "Zu jedem Tor gehört mehr dazu als nur Wout." Ridle Baku erhöhte kurz nach der Pause nach einem Angriff über die linke Seite über Paulo Otavio und Weghorst auf 2:0. "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte", sagte Baku.

Doch damit nicht genug: Die Wolfsburger "hätten schon das eine oder andere Tor mehr machen müssen", wie Arnold befand. Doch entweder scheiterte der VfL an Augsburg-Keeper Rafał Gikiewicz oder der Videoassistent schaltete sich ein. Kurz vor Bakus Treffer hatte Wolfsburgs Nummer 20 den Ball schon einmal im Tor untergebracht, dabei jedoch leicht im Abseits gestanden. In der 71. Minute war Baku dann erneut beteiligt, ein Schuss von Arnold fand den Weg in den Kasten, doch Baku hatte die Kugel hauchdünn im Abseits stehend mit der Fußspitze berührt - erneut griff der VAR ein, Schiedsrichter Robert Hartmann nahm auch den Treffer zu Recht zurück. "Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht im Abseits war. Aber wenn es stimmt, hat es sich erledigt", so der "Unglücksrabe". Arnold ergänzte: "Wir haben den Videobeweis ja, damit er dann so irreguläre Treffer, wo es um Zentimeter geht, zurückpfeift..."

Von Glasner gab's für die Gesamtleistung eine 1-, "wir Trainer finden immer irgendwas, wo es Verbesserungspotenzial gibt", sagte der Österreicher. Das konnte Arnold nur so bestätigen. "Er ist nie ganz zufrieden", so der Mittelfeldspieler schmunzelnd. "Wir wissen auch, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Wenn ihm etwas auffällt, spricht er es an." Nach außen wirkt Glasner oft ruhig und besonnen, aber "er kann auch anders", wie Arnold weiß, aber er lobt: "Momentan findet er das richtige Maß."

Die beiden Treffer reichten in Augsburg für den zehnten Liga-Sieg. Auf Platz sieben haben die Wolfsburger nun sechs Punkte Vorsprung. "Wichtig wird sein, dass wir die Phase zwar genießen, aber bescheiden bleiben und nicht nachlassen", betont Glasner. Da schloss sich Baku an: "Wir dürfen uns nicht ausruhen, die Konkurrenz will von unten kommen. Aber wenn wir unsere Punkte holen, brauchen wir nicht auf die Gegner zu schauen." Borussia Dortmund (1:2 in Freiburg) und Union Berlin (0:1 in Mainz) ließen jedenfalls Federn. Doch abschreiben darf der VfL keinen Klub. "Alle Mannschaften sind oben auf Augenhöhe. Nur die Bayern sind schon etwas weiter weg", weiß Baku.