25. April 2019 / 10:49 Uhr

Funiño: So reagieren Brandenburger Nachwuchstrainer

Funiño: So reagieren Brandenburger Nachwuchstrainer

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Funino bei Inter Türkspor Kiel: das schult das Spielverständnis der Fußball-Knirpse.
Bei Funiño spielen die Kinder drei gegen drei ohne Torhüter. © fms
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Wir haben Reaktionen auf das neue Konzept für Kinderfußball zusammengetragen.

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Die mögliche Reform des Nachwuchsfußballs entzündet eine leidenschaftliche Diskussion. Das Konzept Funiño sieht vor, dass in der untersten Altersklasse drei gegen drei Kinder ohne Torhüter auf vier Minitore spielen. Wir haben einige Reaktionen zusammengetragen:

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Christian Awizio, Nachwuchsleiter SV Kloster Lehnin: Wir haben Funiño schon vor drei, vier Jahren in den Trainingsbetrieb eingebaut, das ist eine gute Sache. Ich denke, man sollte Funiño parallel zum Spielbetrieb anbieten.

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Enrico Große, Nachwuchsleiter Babelsberg 03: Ein paar unserer Nachwuchstrainer setzen das Konzept im Training um, vereinzelt gab es auch schon Festivalteilnahmen. Es gibt viele Ballkontakte. Ich fände es aber besser, weiter auf Knabentore zu spielen. Man könnte auch die Anzahl der Spieler reduzieren und das Spielfeld verkleinern und hätte so einen ähnlichen Effekt.

Ingo Mißmann, Jugendleiter VfL Nauen: Das ist eine gute Sache, einige Trainer setzen es bei uns im Training regelmäßig ein. Wenn es parallel zum Spielbetrieb läuft, ist es völlig okay. Denn ich persönlich bin dafür, den bisherigen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Sebastian Große, Nachwuchstrainer und sportlicher Leiter Kleinfeld beim FSV 63 Luckenwalde: Fakt ist, beim Funiño gibt es mehr Eins-gegen-Eins-Duelle. Nach der letzten WM hat man festgestellt, dass Ballbesitz-Fußball nicht so gut ist. Zweikämpfe müssen gewonnen werden. Das sollte im Bambini- und F-Junioren-Bereich auch gemacht werden, ab E-Junioren sollte allerdings wieder mit Torwart gespielt werden. Der muss auch geschult werden, denn ab der nächsthöheren Altersklasse wird der wichtig.

In Bildern: Eintracht Falkensee gehört deutschlandweit zu den Vereinen, die Funiño am konsequentesten umsetzen.

Eintracht Falkensee gehört deutschlandweit zu den Vereinen, die Funiño am konsequentesten umsetzen. Zur Galerie
Eintracht Falkensee gehört deutschlandweit zu den Vereinen, die Funiño am konsequentesten umsetzen. © Verein

Ulf Liebmann, Jugendleiter und Nachwuchstrainer Einheit Perleberg: Dass Kinder mehr Ballkontakte haben, ist richtig. Aber es hat alles seine Vor- und Nachteile. Nach wie vor wären zweistellige Niederlagen möglich. Zumal ohne Torleute gespielt wird. Ab welchem Alter werden die dann ausgebildet? Für mich ist es außerdem so, dass die kleinen Vereine wieder bluten müssen. Wer bezahlt die Tore? Wer bereitet den Platz vor und woher sollen die Trainer kommen, wenn man 20 Kinder und damit deutlich mehr als ein Team hat? Brauchen wir nicht ausgebildete Trainer, oder sollen die Eltern einspringen? Und woher kommen die Schiedsrichter? Einen Punktspielbetrieb würde ich nicht befürworten. Aber ausprobieren kann man alles.

Mike Bari, Jugendleiter Kleinfeld Preußen Blankenfelde-Mahlow: Unsere Trainer engagieren sich stark für Funiño, wir haben auch schon Festivals ausgerichtet. Bei den Kleinsten befürworte ich Funiño statt Spielbetrieb. Ab der F-Jugend nehmen wir aber am Spielbetrieb teil.

Kay Lünser (Facebook): Gerade in den untersten Altersklassen habe alle Vereine viele Kinder. Genau da spielen wir dann 3 gegen 3 oder 4 gegen 4. Den Unsinn muss ich nicht verstehen!

Andreas Reichert (Facebook): Probieren und schauen was passiert.

Andreas Witt (Facebook): Totaler Schwachsinn...