22. Juli 2020 / 16:49 Uhr

Für den Eckernförder SV kann es zukünftig nur besser laufen

Für den Eckernförder SV kann es zukünftig nur besser laufen

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Darf sich mit seinem Team auch weiterhin in der Fußball-Oberliga beweisen: ESV-Coach Maik Haberlag.
Darf sich mit seinem Team auch weiterhin in der Fußball-Oberliga beweisen: ESV-Coach Maik Haberlag. © Sven Janssen
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An sich ist Fußball eine einfache Sache. Man müsse einfach nur mehr Tore erzielen als man sich selbst welche einfängt. Mit diesen Worten erklärte Bayern Münchens langjähriger Co-Trainer Hermann Gerland in einem Interview einmal, worauf es letztlich ankäme, damit man beim Fußball erfolgreich ist.

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Klingt in der Theorie einfach – ist es in der Praxis aber nicht. Davon ein Lied singen kann auch der Eckernförder SV. In der abgelaufenen Oberliga-Spielzeit kassierte der ESV stets mindestens einen - oftmals sogar zwei Gegentreffer – und ließ dabei selbst die Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Gehäuse allzu oft vermissen. Dementsprechend stellten sich auch keine zufriedenstellenden Ergebnisse ein. Nach den am Ende achtzehn absolvierten Partien stand trotz zahlreicher couragierter Leistungen lediglich ein mageres Pünktchen auf der Habenseite.

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Außenstehende könnten in Anbetracht einer solchen Bilanz anzweifeln, ob der ESV überhaupt die Qualität für die Oberliga mitbringt. Doch ganz so einfach ist es nicht. Auch hier lohnt es sich die Sachlage einmal genauer zu betrachten. Zwar gab es für den ESV auch die eine oder andere herbe Klatsche in der letzten Saison, doch eine Reihe an Spielen wurde nur knapp verloren. Bei den Heimpartien gegen den SV Eichede (2:3), den TSB Flensburg (2:3) sowie den Auswärtsbegegnungen beim SV Preußen Reinfeld (0:1), Inter Türkspor Kiel (2:3) und beim VfB Lübeck II (1:2) stand beim Gegner am Ende nur ein Treffer mehr auf der Anzeigetafel. Ergebnisse, die deutlich machen, dass sich der ESV längst nicht so desolat präsentierte, wie es das Tabellenbild vermuten lässt.

„Wir haben viel Lehrgeld bezahlt und waren sicherlich in einigen Spielen auch unterlegen. Aber in den meisten Partien haben wir einfach die Zeitpunkte verpasst, um uns für unsere mutige und leidenschaftliche Spielweise zu belohnen. Deshalb fehlte uns dann auch ab und an das nötige Selbstvertrauen. Die Saison hat insgesamt gezeigt, dass wir in jedem Spiel über neunzig Minuten an die Grenze gehen müssen und zudem lernen müssen, dass wir einfache individuelle Fehler in der Offensive und in der Defensive abstellen“, bilanziert ESV-Coach Maik Haberlag rückblickend.

Neu im Team begrüßen kann Eckernfördes Coach nun Malte Eggers und Malte Clausen, die ihre Fußballschuhe zuletzt beim TSV Kropp schnürten. Ebenso dem Kader angehören werden mit Mattis Voss und Luc Justen nun zwei Spieler, die der eigenen Jugend entstammen. Zudem wurde Wladislaw Dietrich reaktiviert. „Die Neuen helfen uns weiter, weil sie sowohl menschlich als auch sportlich bestens in das bestehende Mannschaftsgefüge passen. Der Konkurrenzkampf um die ersten elf Plätze wird noch einmal erhöht und wir erhoffen uns sicherlich auch noch mehr Durchschlagskraft im vorderen Bereich“, erklärt Haberlag.

Nicht mehr dem Team angehören werden Marcel Weynell und Nikolas Lietz. Während Weynell zukünftig für den Osdorfer SV auflaufen wird, hängt Lietz seine Fußballschuhe gänzlich an den Nagel. „Mit ihnen haben uns zwei Eckernförder Jungs verlassen, die in den letzten Jahren fester Bestandteil der Ligamannschaft waren und an der positiven Entwicklung maßgeblich beteiligt waren“, so der ESV-Coach.

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Im Hinblick auf die kommende Saison zeigt sich der 34-jährige Übungsleiter durchaus optimistisch: „Die Mentalität meiner Jungs ist ungebrochen. Der Wille sich in der Oberliga zu beweisen ist nach wie vor da. Dazu ist die mannschaftliche Geschlossenheit groß. Generell hat mein Team nun mehr Oberliga-Erfahrung und wir kennen die anderen Mannschaften nun besser.“

Eine weiteren positiven Faktor sieht Haberlag zudem in der guten Mischung innerhalb des Teams: „Wir haben ein über mehrere Jahre gewachsenes Mannschaftsgefüge mit Führungsspielern im älteren Bereich wie beispielsweise Marc Medler oder Jan-Ole Jürgensen, die allein schon aufgrund ihrer Erfahrung die Mannschaft führen können. Es gibt aber auch jüngere Spieler, die in jedem Spiel und in jedem Training vorweg gehen und daher eine Führungsrolle einnehmen wie beispielsweise Julian Zülsdorff oder Jannes Mohr.“

Diese Spieler haben Holstein Kiel in der Vergangenheit geprägt:

Sven Boy trug zwar auch das Trikot von Eintracht Braunschweig, Greuther Fürth und Arminia Bielefeld, aber die mit Abstand längste Amtszeit verbrachte der Verteidiger bei Holstein Kiel. Zwischen 2004 und 2010 bestritt Boy für die Störche 146 Spiele und erzielte sechs Tore. Zur Galerie
Sven Boy trug zwar auch das Trikot von Eintracht Braunschweig, Greuther Fürth und Arminia Bielefeld, aber die mit Abstand längste Amtszeit verbrachte der Verteidiger bei Holstein Kiel. Zwischen 2004 und 2010 bestritt Boy für die Störche 146 Spiele und erzielte sechs Tore. ©

Am Ende der kommenden Saison möchte der ESV von sich behaupten können, dass er auch danach noch in Schleswig-Holsteins höchster Amateurspielklasse vertreten sein wird. Haberlag ist klar, dass dies nicht einfach wird, aber dennoch durchaus machbar und möglich ist: „Das Gros der Liga befindet sich auf einem ähnlichen Niveau und in den meisten Spielen wird die Tagesform beziehungsweise Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden. Wichtig wird sein, dass wir unser Verhalten bei Standardsituation offensiv wie defensiv verbessern. Auf jeden Fall wollen wir beweisen, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt hat. Sportlich wäre der Klassenerhalt mit unseren Mitteln jedenfalls ein Riesenerfolg.“

Trainer: Maik Haberlag (seit 2018), Co-Trainer: Tore Wächter (seit 2020), Co-Trainer: Andreas Mohr (seit 2020), Torwart-Trainer: Tim Steingräber (seit 2019), Sportlicher Leiter: Michael Hansen (seit 2018), Team-Manager: Henning Ströh (seit 2019), Physiotherapeutin: Merle Eggers (seit 2020), Athletiktrainer: Alexander Bloch (seit 2018), Mannschaftsarzt: Dr. Norbert Lins (seit 2001), Betreuer: Jörg Lorenz (seit 2018).

Kader

Tor: Torben Christensen, Bennet Behrens.

Abwehr: Julian Zülsdorff, Marc Medler, Lars Puphal, Jannes Mohr, Leon Knittel, Timo Bamler, Mattis Voss, Franz-Philip Tuchen, Janis Hinterleitner, Thilo Lorenz, Daniel Klöser.

Mittelfeld: Christopher Nommels, Ole Altendorf, Wladislaw Dietrich, Henrik Stöterau, Leon Engelbrecht, Malte Eggers, Lennart Mahrt, Malte Clausen.

Angriff: Leon Apitz, Jan-Ole Jürgensen, Lukas Witte, Luc Justen.