06. April 2021 / 15:24 Uhr

Für die BG Göttingen geht es Schlag auf Schlag: Giessen 46ers sind zu Gast

Für die BG Göttingen geht es Schlag auf Schlag: Giessen 46ers sind zu Gast

Kathrin Lienig und Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Der Göttinger Rihards Lomazs, hier gegen Ludwigsburg, befindet sich momentan in Top-Form.
Der Göttinger Rihards Lomazs, hier gegen Ludwigsburg, befindet sich momentan in Top-Form. © Swen Pförtner
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Wie hat Basketball-Bundesligist BG Göttingen die ärgerliche Heimniederlage gegen den Tabellenführer Ludwigsburg verkraftet? Bereits am Mittwochabend um 20.30 Uhr stellt sich der nächste Gegner in der Sparkassen-Arena vor – die Jobstairs Giessen 46ers, die zuletzt den FC Bayern München bezwungen haben.

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Das wusste schon Sepp Herberger, und es trifft nicht nur für Fußballer, sondern auch für Basketballer zu. Im Fall des Bundesligisten BG Göttingen beschreibt die Weisheit aktuell einen sehr überschaubaren Zeitraum: Am Ostermontag gab es ein kräftezehrendes Heimspiel gegen den Spitzenreiter MHP Riesen Ludwigsburg, und bereits am Mittwoch um 20.30 Uhr ist im dritten von vier Heimspielen in Folge der Tabellenvorletzte Jobstairs Giessen 46ers zu Gast in der Sparkassen-Arena.

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„Ich finde, dass wir bereits seit einigen Wochen ein anderes Niveau haben, und wir müssen das fortsetzen. Die Zeit reicht, das darf keine Ausrede sein, fertig“, sagte BG-Headcoach Roel Moors auf der Pressekonferenz im Anschluss an die 81:90-Niederlage der Veilchen gegen Ludwigsburg. Der Belgier erwartet von seinem Team gegen Gießen also nichts anderes als eine hohe Intensität in der Defensive und eine schnelle Ballbewegung in der Offensive.

Giessen 46ers schlagen FC Bayern mit 95:94

Allerdings reisen die Giessen 46ers mit einem enormen Erfolgserlebnis im Rücken an: Zuletzt wurde völlig überraschend der FC Bayern mit 95:94 bezwungen und damit der letzte Tabellenplatz verlassen. „Heute war der Schlüsselmoment im Spiel, dass wir im dritten Viertel nicht haben abreißen lassen und uns durchgekämpft haben. Wir haben in dieser Phase unseren offensiven Rhythmus nicht verloren, auch nach kleinen Rückschlägen“, sagte nach der Partie Jobstairs-Headcoach Rolf Scholz. „Am Ende hatten wir dann auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite.“

Man of the Match war 46ers-Guard Jonathan Stark, der 25 Punkte erzielte und bei den Dreiern eine 75-prozentige Trefferquote aufwies: Sechs von acht Versuchen fanden ihren Weg durch die Reuse. Rückkehrer John Bryant schaffte mit zwölf Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double.

Bilder vom Spiel der BG Göttingen gegen die MHP Riesen Ludwigsburg:

BG Göttingen - MHP Riesen Ludwigsburg, BBL 2020/21

Die BG Göttingen unterlliegt den MHP Riesen Ludwigsburg nach großem Kampf - und einer ganz schwachen Schiedsrichterleistung. Zur Galerie
Die BG Göttingen unterlliegt den MHP Riesen Ludwigsburg nach großem Kampf - und einer ganz schwachen Schiedsrichterleistung. © Swen Pförtner

Bryant (zweimaliger MVP der BBL) gehört zu den Gießener Nachverpflichtungen der vergangenen Wochen, auch Diante Garrett (90 NBA-Einsätze) trägt einen großen Namen. Der junge Center Chad Brown (24) hatte – auch aufgrund von Verletzungsproblemen – zunächst kaum einen Einfluss auf das Spiel der 46ers.

Auch wenn die Werte der beiden Routiniers sie als effektivste Spieler im Gießener Kader ausweisen, bewirkten sie bei den Hessen zunächst keine Trendwende: Auf den Hoffnung machenden 97:92-Sieg gegen Bayreuth Ende Februar folgten klare Niederlagen gegen Bonn (75:92) und Weißenfels (81:102).

Bryants Schwächen in der Transition Defense und in der Pick-and-Roll-Verteidigung wurden von den Kontrahenten zum Teil gnadenlos attackiert, und Garrett schien erst mal nicht die Lokomotive zu sein, die alle Waggons ins Rollen bringt. Beide punkten erfolgreich – das reicht aber oftmals nicht aus, um mit der Mannschaft als Sieger vom Platz zu gehen.

MagentaSport Highlights: BG Göttingen - Ludwigsburg 2020/21

Ein gutes Beispiel dafür ist das Hessen-Duell Mitte März gegen die Fraport Skyliners: Bryant kam auf beeindruckende 31 Punkte, darunter fünf Dreier, und nur ein Rebound fehlte zum Double-Double. Der Sieg blieb aber bei den Frankfurtern.

Der Center der 46ers ist oft schwer zu beherrschen, komplett aus dem Spiel kann er nicht genommen werden. Aber BG-Headcoach Moors wird seine Mannschaft bei der Videobesprechung sicherlich darauf aufmerksam machen, wie Bryant gestoppt werden kann. An Dynamik, das steht fest, ist ihm Veilchen-Center Tai Odiase überlegen.

Als sich die BG und die Giessen 46ers im Hinspiel gegenüberstanden, war Trainer Rolf Scholz noch nicht lange im Amt. Seit dem Sieg gegen die Bayern fehlen seinem Team bei zwei weniger ausgetragenen Spielen noch zwei Erfolge auf die Nichtabstiegsplätze – das dürfte Warnung genug sein für die Veilchen.

Tai Odiase scheint wieder der Alte zu sein

Aber auch die BG Göttingen geht selbstbewusst in die Partie am Mittwochabend: Vor der Ludwigsburg-Partie verbuchte das Moors-Team drei Siege in Folge, und auch gegen die Riesen befanden sich die Göttinger bis ins letzte Viertel hinein auf einem guten Weg, bis einige äußerst umstrittene Schiedsrichterentscheidungen der Fortsetzung der Erfolgsserie einen Strich durch die Rechnung machten und Moors mit zwei technischen Fouls aus der Halle bugsierten.

Erfreulich war, dass Odiase wieder der Alte zu sein scheint und sich die BG (bis aufs Schlussviertel) auch von schwierigen Phasen nicht aus dem Konzept bringen lässt. Mathis Mönninghoff glänzte zuletzt bei den Rebounds, Rihards Lomazs, der Vertrag bis 2022 hat, bestach durch eine glänzende Trefferquote. Wenn die BG da weitermacht, muss sie sich auch nicht vor einem euphorisierten Bayern-Bezwinger fürchten.

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