13. Mai 2019 / 17:17 Uhr

Für die Dresden Titans ist der Aufstieg in die Pro A derzeit kein Thema

Für die Dresden Titans ist der Aufstieg in die Pro A derzeit kein Thema

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Der neue Titans-Geschäftsführer Rico Gottwald verlegt die Saisonplanung bei schönem Wetter auch mal ins Freie.
Der neue Titans-Geschäftsführer Rico Gottwald verlegt die Saisonplanung bei schönem Wetter auch mal ins Freie. © Jochen Leimert
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Der neue Geschäftsführer Rico Gottwald baut mit dem neuen Trainer Christian Steinberg das Pro-B-Team um – nur fünf Spieler als der alten Mannschaft bleiben.

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Dresden. Die Pro-B-Saison ist längst gelaufen, doch die Arbeit für Rico Gottwald (31) fängt jetzt erst richtig an. Der neue Geschäftsführer der Dresden Titans steckt mitten in den Planungen für die neue Spielzeit. Vergangene Woche präsentierte er mit dem 33 Jahre alten Christian Steinberg einen neuen Cheftrainer, weitere Personalentscheidungen zeichnen sich ab.

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Hinter den Kulissen führte Steinberg am vergangenen Wochenende bereits das zweite Probetraining mit potenziellen Neuverpflichtungen durch. Zehn Spieler waren diesmal in Dresden zu Gast, zwei von ihnen kommen mit den interessantesten Spielern aus allen Try Outs auf eine Rangliste. Die Besten sollen dann einen Platz im Team erhalten. Mit den Spielern aus dem bisherigen Pro-B-Kader hat das Duo Steinberg/Gottwald gesprochen – jeder Akteur weiß, wie der Verein plant. „Fünf Spieler aus der alten Mannschaft sollen bleiben“, erklärt Gottwald.

Neuer Vertrag mit Kapitän Janek Schmidkunz

Neben Arne Wendler, der noch ein Jahr Vertrag hat, wird wohl auch Janek Schmidkunz weiter zum Team gehören. Ein neuer Vertrag mit dem Kapitän ist ausgehandelt: „Wir sind uns eigentlich einig“, so Gottwald. Für Steinberg und ihn ist der Berliner der wichtigste Mann, um den herum die neue Mannschaft aufgebaut werden soll. Obwohl die Titans künftig noch mehr auf junge deutsche Spieler setzen wollen, ist der 29-jährige Point Guard unverzichtbar: „Wir brauchen Erfahrung und Routine, Leute, die schon höherklassig gespielt haben“, so Gottwald. Für Schmidkunz sei der nur vier Jahre ältere Steinberg auch kein Unbekannter: „Sie haben in Berlin schon einmal zusammengearbeitet, da war Christian schon einmal sein Trainer.“

Neu hingegen wird wohl für einige im Team der neue Co-Trainer sein, den Gottwald noch sucht. Klar ist indes schon, dass Konrad Slavik hauptamtlicher Nachwuchstrainer wird. Er übernimmt Aufgaben, die Gottwald bisher neben seiner Tätigkeit als Geschäftsstellenleiter erledigte. Slavik, der in Kürze sein Studium beendet, bleibt zwar weiter Pressesprecher, wird aber in seiner neuen Funktion die Schultour und den Bereich U10-U12 leiten. Der Zulauf an neuen Mitgliedern sei dank der einst von Peter Krautwald ins Leben gerufenen Schul-AGs inzwischen sehr groß, erklärt Gottwald. „Wir haben pro Woche fünf bis sechs Neuanmeldungen, sind jetzt schon bei 340 Mitgliedern angelangt.“

Verstärkte Förderung des eigenen Nachwuchs ist das große Ziel

Die verstärkte Förderung von Talenten aus dem eigenen Nachwuchs – das ist das große Ziel für die kommenden Jahre. Das ist die Philosophie von Gottwald und Steinberg, die langfristig den Verein auf eine neue Ebene heben soll. Der Aufstieg in die Pro A ist aktuell kein Thema, auf teure US-Amerikaner oder andere Ausländer will man erst einmal verzichten: „Wir tönen nicht, dass wir aufsteigen wollen. Wir wollen unsere Spielidee erst einmal ins Rollen bringen. Jetzt zu sagen, Platz eins bis vier ist unser Saisonziel, das wäre Quatsch. Christian sagt: ,Das Projekt ist kein Sprint, sondern ein Marathon’“, berichtet Gottwald.

Rasch aufsteigen soll aber sehr wohl die U18/U19, die zuletzt an der Qualifikation zur NBBL scheiterte. „Da hat es bei uns im athletischen Bereich gefehlt. Deshalb arbeiten wir dort sehr stark mit den Jungs, haben ein Sonderspielrecht für sie in der Oberliga erwirkt, damit sie besser vorbereitet sind. Diesmal gibt es 12 Plätze und 15 Bewerber. Die Chance aufzusteigen, ist größer denn je.“ Gelingt der Truppe von Stefan Mähne, der mit der U16 in der JBBL souverän die Klasse gehalten hat, der Sprung in die NBBL, „dann haben wir endlich das letzte Puzzleteil in der Ausbildungskette, das uns jetzt noch fehlt“, so Gottwald.

Trainer Christian Steinberg will Dresdner Spielern viel Einzeltraining anbieten

Der aus Bergen auf Rügen stammende, aber in Flöha aufgewachsene und bis 2017 in Chemnitz tätige Basketball-Liebhaber glaubt, dass man in Dresden mit verstärkter Ausbildung junger deutscher Spieler auf Dauer viel erreichen kann. Sein langjähriger Bekannter Steinberg, der Ende Juni seinen Job in der Nachwuchsabteilung der BBL in Köln beendet und vom Rhein an die Elbe umzieht, soll und will den Dresdner Spielern in der Sommerpause viel Einzeltraining anbieten, vor allem im athletischen Bereich mit ihnen arbeiten: „Er hat Sport studiert, ist darin sehr versiert.“

Der 33-Jährige habe den Job in Dresden (Zweijahresvertrag plus Option) aber nicht nur deshalb bekommen, sondern weil er „ein harter Arbeiter ist, der nicht auf eine klassische 40-Stunden-Woche pocht“, so Gottwald. Steinberg habe einen Plan, ein gutes Netzwerk obendrein. „Außerdem ist er ein sehr empathischer Typ, der mit unterschiedlichen Charakteren umgehen kann“, glaubt Gottwald. Dass Steinberg noch ledig ist und so voll in seiner Leidenschaft Basketball aufgehen kann, sei gewiss kein Nachteil für die Titans, schmunzelt Gottwald: „Für uns ist es günstig, dass bei ihm noch keine Frau da ist und ihn fragt: ,Wo bist du denn schon wieder am Wochenende?’“

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